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Bauvorhaben

1,3-Millionen-Projekt in Wiesent wächst

In Wiesent entsteht das größte Wohnhaus in der Gemeinde. Das Gebäude für neun Familien soll bis Jahresende fertig sein.
von Walter Schiessl

  • Seit sechs Wochen wird gebaut. Nahe des Höllbachs entsteht Wiesents größtes Wohnhaus. Fotos. Schiessl (4), Schambeck

Wiesent.Das nach dem Schloss, der Schule und dem Kindergarten größte Gebäude der Gemeinde, das Neun-Familien-Haus von Ernst Aumer, wird jetzt gebaut. „Wir sind gut im Zeitplan“, sagt Matthias Aumer, der Sohn des Bauherrn, der zusammen mit seinem Vater die Aumer-Group mit Sitz im Gewerbepark Wörth-Wiesent führt. Bis Jahresende soll das Gebäude fertig sein.

Zwar hat das Unternehmen aufgrund dick gefüllter Auftragsbücher erst etwas später mit den Arbeiten begonnen, doch jetzt wird mit Hochdruck gewerkelt. „Die Mauern für das Erdgeschoss stehen bereits“, lässt Matthias Aumer wissen. In Kürze wird die Decke darüber eingezogen, ehe es dann mit dem Obergeschoss weitergeht. Anschließend kommt dasDachgeschoss, ehe dem Haus dann der Dachstuhl aufgesetzt wird. Bis zum November oder Dezember soll das Neun-Familien-Haus, für dessen Kosten 1,3 Millionen Euro vorgesehen sind, dann bezugsfertig dastehen.

Nachbarn durchkreuzten Pläne

Verwendet werden für die Außenmauern Y-Tong-Steine, die eine bessere Wärmedämmung als die herkömmlichen Ziegel bieten. Die Decken werden aus Beton gegossen und darüber hinaus wird noch ein kleiner Anbau errichtet. Das Anwesen wird barrierefrei hergestellt, ein Aufzug führt in die oberen Geschosse. Das Wohnhaus hat eine Grundfläche von 350 Quadratmetern, neben Grünanlagen werden dort 14 Stellplätze gebaut. Insgesamt hat das Grundstücke eine Größe von 1450 Quadratmetern.

„Am Höllbach wird somit nach dem Schloss und den beiden öffentlichen Gebäuden wie Kindergarten und Schule das viertgrößte Haus in der Gemeinde entstehen“, sagt Klaus Eschbach, der Verwaltungsleiter. Seinen Worten nach wird es 30 mal elf Meter messen.

Vorgesehen hatte Ernst Aumer, das Haus schon im vergangenen Jahr zu errichten. Doch als seine Pläne bekannt wurden, entstanden heftige Auseinandersetzungen in der Gemeinde. Zuvor hatte der 61-jährige Bauunternehmer das alte Lutz-Anwesen, das unmittelbar neben dem Höllbach und mitten im Ort liegt, gekauft. Die Studentin hatte längere Zeit nach einem Käufer gesucht, der das alte Bauernhaus, das noch auf dem Grundstück stand, sanieren sollte. Doch keiner meldete sich für dieses Vorhaben, so dass sie letztendlich Ernst Aumer den Zuschlag gab.

Als dieser seine Pläne, anstelle des längst baufällig gewordenen alten Bauernhauses ein Wohnhaus für neun Parteien zu errichten, im Gemeinderat einreichte und dieser mit 9:4 seine Zustimmung gab, wurde eine Bürgerinitïative von Judith Kumpfmüller und Peter Zimmerer ins Leben gerufen. Sie machten gegen das Aumer-Vorhaben mobil und sammelten an nur zwei Tagen 280 Unterschriften. Als Argumente wurden ins Feld geführt, dass das große Haus die Struktur des Dorfkerns zerstöre und dass der Abfluss des Höllbachs bei Hochwasser massiv gestört würde. Das Areal selbst ist als Hochwasserschutzgebiet eingestuft. Ernst Aumer wusste zunächst gar nicht, wie ihm geschah. Süffisant hatte er angemerkt, wenn man berühmt werden wolle, müsse man nur einen Bauantrag in Wiesent einreichen.

Familien, Singles und Senioren

Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr hatten 52,6 Prozent dafür votiert, Ernst Aumers Plan abzusegnen. Das Landratsamt hatte zunächst die Baugenehmigung mit Verweis auf die Zuständigkeit des Wasserwirtschaftsamts nicht erteilt, dann aber ließ sich das WWA von zwei hydrogeologischen Gutachten, die der Bauherr in Auftrag gegeben hatte, umstimmen. Es ergäben sich dann nach Auffassung der Behörde durch den Bau keine nachteiligen Veränderungen der Wasserstände und Abflussverhältnisse. Ein dreiviertel Jahr hatte es gedauert, bis der aus Brennberg stammende Unternehmer, der 1978 als Ein-Mann-Betrieb begonnen hatte und schon gut 20 000 Industriehallen und 150 Wohnhäuser errichtet hatte, den Bescheid in Händen halten konnte.

Seit sechs Wochen wird vom Aumer-Unternehmen gebaut. Sechs größere und drei kleinere Wohneinheiten werden im größten Wiesenter Wohnhaus errichtet, bewohnt werden soll es von Familien, Singles und Senioren. „Ob die Wohnungen verkauft oder vermietet werden, ist noch offen“, sagt Matthias Aumer, der Juniorchef der Aumer-Group.

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