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Humor

20 Jahre Theater in Regenstauf

Der Theaterkreis St. Jakobus ist eine Institution. Die Laienschauspieler sind mit Leidenschaft dabei. Premiere ist am 5. Mai.
Von Ralf Strasser

Meine Frau ist jetzt der Boss: Zeichenstunde mit vertauschten Rollen.  Fotos: msr, Franz Schaffer, Harald Portele
Meine Frau ist jetzt der Boss: Zeichenstunde mit vertauschten Rollen. Fotos: msr, Franz Schaffer, Harald Portele

Regenstauf.In Regenstauf tobt das Leben. Sicherlich nicht überall, aber auf der Bühne im Theatersaal des Pfarrheims allemal. Es wird geprobt, gelacht, getextet und gespielt. „Meine Frau ist jetzt der Boss“ heißt die neue Komödie des Theaterkreises St. Jakobus. Für Franz Schaffer kein glücklicher Titel. „Für mich geht’s nicht gut aus“, schmunzelt der Vollblutschauspieler, „schließlich werde ich vom Chef zur Hausfrau“.

Unten im Zuschauerraum vor der Bühne sitzt Karl-Heinz Rösch. Unter den weißen Haaren beobachten zwei kritische Augen das Treiben auf den Theaterbrettern. Der langjährige Regisseur und Dauermime ist diesmal nur Zuschauer. „Ich bin nicht durchs Casting gekommen“, kalauert er. Der Wahlregenstaufer kommt gerne vorbei, auch wenn er wegen eines zeitgleichen Engagements in diesem Stück nicht mitspielt.

Eine Mime der ersten Stunde

Der 69-Jährige ist das, was man einen alten Hasen nennt. „Und Gründungsmitglied“, verrät er. „Eigentlich ist er der Grund, warum wir heute hier proben“, sagt Martha König, die wie Franz Schaffer zu den Mimen der ersten Stunde zählt. Den Theaterkreis hat Rösch gegründet, vor 20 Jahren. „Unser Mesner, Hausmeister und Pfarrheimwirt Konrad Lemm hat mich zwei Jahre lang bearbeitet, dass ich endlich eine Theatergruppe in der Pfarrei gründen sollte. Ich hab’ einfach nicht mehr nein sagen können.“ Also spielten er und viele andere Laiendarsteller wie Martha König oder Franz Schaffer für sich und das Publikum Komödien, deren Lachgarantien sich schnell herumsprachen. Über zehn Jahre saß Rösch dabei auf dem Regiestuhl, spielte in zahlreichen Schwänken selbst mit. „Früher habe ich den jugendlichen Liebhaber gespielt, aber die Zeiten sind vorbei“, meint er schmunzelnd, „soviel Geld für die Schminke hab’ ich heute nicht mehr“. Gut, einen jungen Schmachtfetzen mimt er nicht mehr, ein Charmeur ist er aber immer noch.

Theaterspielen hält jung

Das erste Stück: Unkraut verdirbt net. Premiere war im Mai 1998.  Repro: msr
Das erste Stück: Unkraut verdirbt net. Premiere war im Mai 1998. Repro: msr

Auch Schaffer und König haben auf dem Regiesessel Platz genommen. „Gerne, aber auf der Bühne ist es halt doch viel, viel schöner“, betont König, der man die acht Jahrzehnte Lebenszeit in keiner Weise ansieht. „Theaterspielen hält jung.“ Jetzt also das 20. Bühnenjahr in Regenstauf. Das erste Stück im Mai 1998 („Unkraut verdirbt net“) war noch eine Geschichte in der Tradition des Bauernschwanks.

„Nur am Anfang, aber das hat sich sehr schnell geändert“, erinnert sich König. „Wir wollten keine 08/15-Aufführungen, sondern Komödien mit Anspruch, spaßig ohne derbe Schenkelklopferwitze, vergnüglich. Aus dem Leben gegriffen“, fasst Schaffer zusammen. So sieht er auch seine Rolle im Jubiläumsstück. In dem Fünfakter aus der Feder von Jack Popplewell ist er ein Firmenchef. Nicht gerade erfolgreich, es ist eher frustrierend. Seiner Frau Christa (Melitta Schneider) geht es ähnlich. Als Hausfrau ist sie unterfordert, hat es satt, nur für Küche und Haushalt zuständig zu sein. Ob ein Rollentausch Besserung bringt? Die beiden wechseln die Fronten. Christa versucht, den Betrieb auf Vordermann zu bringen, Robert mischt den Haushalt neu. Klar, dass die Verwirrungen immer mehr werden, vor allem, wenn ein neuer Teilhaber (Thomas Schneider) auftaucht und wenn die Nachbarin Inge (Martha König), der Fensterputzer Siegi (Franz Aichner) und Tochter Katja (Carla Figlozzi) und deren Freund (Martin Kowalli) ein Wörtchen mitreden wollen.

Mit Disziplin zum Erfolg

„Es ist eine gute Mischung aus spritzigen Dialogen und herrlicher Situationskomik“, urteilt Regisseur Thomas Schneider. Bei aller lockeren Heiterkeit, die den Saal bei den Proben füllt, wird dennoch diszipliniert gearbeitet. „Der Spaß wird schon erarbeitet“, sagt Schneider. Die Darstellerriege geht dabei nach Regeln vor: Nach der ersten Leseprobe werden die Schauspieler zum Lernen verabschiedet. Acht Wochen später trifft man sich wieder, jeder kann seinen Text und es wird an den Feinheiten gearbeitet: Mimik, Laufwege, Tonlagen, Einsätze.

„Wir vermeiden dadurch viel Leerlauf“, sagt Schneider. Das Ergebnis: knisternde Spielfreude, bei der es einfach nur Spaß macht zuzuschauen. Lachgarantie inbegriffen. „Wichtig ist dabei, dass es uns gefällt, doch an erster Stelle steht das Publikum, dem muss es Spaß machen. Wenn die Leute im Zuschauerraum lachen, dann haben wir vieles richtig gemacht.“ 

Der Lohn: viel Applaus, und den werden die Mimen des Theaterkreises spätestens zur Premiere am Samstag, 5. Mai, bekommen. Der Vorhang hebt sich um 20 Uhr im Pfarrzentrum in der Mesnergasse. Die weiteren Vorstellungen sind am 9., 11. und 12. Mai, jeweils um 20 Uhr. Karten zum Preis von fünf Euro gibt es im Pfarrbüro, Tel. (09402) 1268. Anfragen unter regenstauf@bistum-regensburg.de.

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