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Donnerstag, 20. September 2018 27° 1

Haushaltsplan

30 Millionen Euro im Fokus

Die Einnahmen sprudeln momentan. Jetzt will Sebastian Bürgermeister Koch kräftig in die Zukunft investieren.
Von Ralf Strasser

Mit 840000 Euro schlägt die Gestaltung des Schlosshofes zu Buche. Archiv-Fotos: Schaeffer
Mit 840000 Euro schlägt die Gestaltung des Schlosshofes zu Buche. Archiv-Fotos: Schaeffer

Wenzenbach.Das Paket ist geschnürt, die Finanzen sind aufgelistet und kalkuliert. Als „ordentlich“ bezeichnet Bürgermeister Sebastian Koch die Haushaltszahlen für 2018. „Der Haushalt ist sehr ambitioniert, wir gehen im Finanzplan mit großen Schritten auf die 30 Millionen Euro zu“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Rathaus macht sich auch beim Kämmerer Manuel Hofstetter eine gewisse Zufriedenheit breit. Es geht der Gemeinde gut, bestätigt er, was zum Teil auch an den stattlichen Einnahmen liegt, die erneut ein sattes Plus aufweisen.

Die Kurve im Verwaltungshaushalt 2018, der mit Einnahmen und Ausgaben im Entwurf in Höhe von 14,6 Millionen Euro schließt, zeigt nach oben. „Das ist eine Steigerung um 2,24 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr, also etwa 18 Prozent mehr“, sagt Hofstetter. Man konnte vor allem bei der Einkommensteuerbeteiligung (6,2 Millionen Euro) und bei der Gewerbesteuer (3,2 Millionen Euro) stark zulegen. „Bei der Gewerbesteuer ist das ein Plus von 20 Prozent“, informiert Bürgermeister Koch. „Wir wissen aber, dass dies dem Umstand zuzuschreiben ist, dass die Wirtschaft aktuell sehr gut läuft. Aber wir wissen auch, dass wir hier investieren müssen, damit das Plus nachhaltig wird.“

Personalkosten in der Kritik

Die Schlüsselzuweisung bleibt mit 1455000 Euro in etwa auf dem Vorjahresniveau. Die Kehrseite der Medaille heißt Kreisumlage, die mit 3,3 Millionen Euro leicht gestiegen ist. Eine Ausgabe, die wenig Anlass zur Diskussion gibt. Das ist bei den Personalausgaben durchaus anders. Die Kosten für alle 33 Vollzeitkräfte der Gemeinde liegen bei 2,16 Millionen Euro (Vorjahr: 2,09 Millionen) „Es ist mir bewusst, dass es hier Kritik gibt. Es gibt Stimmen, die ein Aufblähen des Personals bemängeln“, meint Koch. Dennoch sei man davon überzeugt, dass man sehr effizient arbeite, immerhin habe man für die nächsten Jahre mit sehr vielen Herausforderungen zu kämpfen. „Die Infrastrukturen, die wir aufbauen, sind enorm, wir stemmen etwa den Wohnungsbau selber, das geht nur mit dem entsprechenden Personal.“ Zudem lasse sich feststellen, dass sich der Haushaltsansatz der Personalkosten relativ parallel zum Wachstum der Haushaltsvolumen entwickelt hat, so Hof-stetter.

Einnahmen sowie Personaleinsatz sind auch notwendig angesichts der Investitionen, die man im Entwurf des Vermögenshaushaltes ausweist. Der schließt aufgrund der Vielzahl an bereits begonnenen und nun finanziell abzuwickelnden Projekten mit 9,6 Millionen Euro. Größter Posten in der To-Do-Liste ist dabei der Grunderwerb entlang der Westumgehung. Darin inkludiert ist ein Nahversorgungszentrum, das die Gemeinde selber entwickeln will. Wer sich dort ansiedelt, soll in der Klausurtagung Ende Februar ausgelotet werden.

„Das Bauleitverfahren wollen wir aber noch in diesem Jahr eröffnen“, informiert der Kämmerer. Insgesamt werden 2,32 Millionen Euro angesetzt. Dazu kommen noch weitere Posten: Das Neubaugebiet an der Böhmerwaldstraße soll erschlossen werden (850000 Euro), der Schlosshof wird gestaltet (840000 Euro), auch mit der Realisierung des Freizeitgeländes an der Wenzenbacher Aue kann gestartet werden. Der Ansatz: 485000 Euro. Für die Planung und Erschließung des sozialen Wohnungsbaus in Irlbach will man 630000 Euro ausgeben und der geplante Erwerb der Schulturnhalle aus dem Besitz des Schulverbandes schlägt mit 550000 Euro zu Buche. „Die Sanierung dafür ist noch nicht eingerechnet“, erklärt Hofstetter, „da müssen wir die Entscheidung des Verbandes abwarten.“

Kinderbetreuung im Fokus

Reagieren will man auch auf den gestiegenen Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen. „Wir brauchen ein neues Haus“, sagt Koch, es sei abzusehen, dass das Betreuungsangebot bald nicht mehr ausreicht. Für den Grunderwerb und den Bau hat der Kämmerer 500000 Euro in den Haushalt gestellt. Auch hier: Der Standort einer weiteren Einrichtung wird in der Klausursitzung erörtert. Das alles, wie auch der weitere Breitbandausbau oder ein Regenrückhaltebecken am Probstberg, (dort entstehen weitere 23 Parzellen), finanziert man mit den Mehreinnahmen (4,6 Millionen Euro), gewährten Zuschüssen (ca. 1 Million Euro) und den Rücklagen, die Bürgermeister Koch als „recht ordentlich“ bezeichnet. „Wir haben fast 12 Millionen Euro auf der hohen Kante, davon müssen wir drei Millionen entnehmen.“

Das erste Urteil von Bürgermeister Koch zum Haushaltsentwurf vor der beschließenden Hausratssitzung des Gemeinderats fällt zufrieden aus. „Wir haben sehr viel angestoßen, darunter auch einige Clous, wie die Westumgehung oder die Südspange. Da müssen wir nun sehen, dass wir in die finale Umsetzung kommen.“

Das ist geplant

  • Gemeinderatssitzung:

    Den Finanzausschuss hat der Haushaltsentwurf bereits passiert. Beschlossen werden soll das Zahlenwerk von Kämmerer Manuel Hofstetter in der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag. Beginn ist 19 Uhr.

  • Die Projekte:

    Zu den Herausforderungen gehören in den nächsten Jahren unter anderem das Gewerbegebiet Thanhof, die Westumgehung mit Nahversorgungszentrum, das Neubaugebiet an der Böhmerwaldstraße und an der Frauenholzstraße, der sozialverträgliche Wohnungsbau in Irlbach, die Südspange, der Radweg von Grünthal nach Regensburg, der Breitbandausbau, die Sanierung der Mittelschule, das Freizeitgelände Aue, der Abenteuerspielplatz am Dorfweiher

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