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Superlativ

775 Biere, grandiose Stimmung

Das Fest der 100 Biere lockte Besucherscharen nach Wolkering. Nicht nur die Spenden-Summe könnte alle Rekorde brechen.
Von Gabi Hueber-Lutz

Welches Bier wollen wir denn? Angesichts der 775 Sorten war die Auswahl nicht leicht.  Fotos: Hueber-Lutz
Welches Bier wollen wir denn? Angesichts der 775 Sorten war die Auswahl nicht leicht. Fotos: Hueber-Lutz

Wolkering.Das Jubiläum war perfekt: Vier Tage lang war Wolkering im Ausnahmezustand. Mit Tausenden an Besuchern feierte das Dorf das Fest der 100 Biere, das 2008 erstmals über die Bühne ging. Die Zahl 100 ist dabei schon lange Geschichte. Genau 775 verschiedene Biersorten hat die „Dorfgemeinschaft Wolkering und Umgebung“ nämlich in diesem Jahr in ganz Bayern zusammengetragen. Die Besucher hatten die Qual der Wahl. Sie standen vor dem riesigen Bierregal und viele zückten erst einmal ihr Handy, um diesen Anblick mit einem Panorama-Foto festzuhalten.

Ein schönes Etikett entzückt

Ramona und Melissa suchten dann einfach das schönste Etikett aus. Eine Special Edition mit Fledermaus drauf. Sylvia wollte ein Bier aus der Nähe und Robert ein herbes. Auch sie wurden fündig.

Arbeiten im Akkord, damit jeder satt wird.
Arbeiten im Akkord, damit jeder satt wird.

Am Freitagabend eröffnete Stefan Seitz, der erste Vorsitzende des Vereins, das viertägige Fest. Wie in jedem Jahr war es der Dorfgemeinschaft ein Anliegen, dies mit einem Gedenken an ihren Gründervater Hans Treintl zu tun. Auch Landrätin Tanja Schweiger kam zur Eröffnung. Anzapfen brauchte sie aber diesmal nicht, denn es gab ja kein Fassbier, sondern ausschließlich Flaschen.

Die Kästen mit dem bayerischen Ambrosia lagerten kühl in den „Heiligen Hallen“. Dort hatte alles seine Ordnung. In sechs Reihen waren die Bierkästen so in die Regale gestapelt, dass man die Flaschen schnell herausziehen konnte. Ein Teil der Kästen war mit Folie umwickelt. Die seien für den nächsten Tag reserviert, erklärte Christian Wild, der stellvertretende Vorsitzende. Denn die Besucher sollen an jedem Tag des Festes die Auswahl aus den 775 Sorten haben. Wild hatte alle Zahlen im Kopf: 350 Kilo Grillfleisch, 350 Kilo Bratwürstl, 330 Kilo Käse, 120 Kilo Semmeln und 336 Helferpositionen. Das heißt, dass 336 mal jeweils eine Schicht von vier Stunden besetzt werden musste. Neben Stefan Seitz und Christian Wild hat der Verein mit Stefan Kimmel jetzt noch einen dritten Vorsitzenden, denn die Arbeit ist viel. Für das Bierfest nehmen etliche Leute ein, zwei Wochen Urlaub.

Die gesamte Organisation des Bieres lag in den Händen von Thomas Pannier, genannt „Schnitzel“. Das sei mittlerweile fast ein Selbstläufer, sagte er. Kaum zu glauben, wenn man das Regal sieht: Erst 250 der rund 600 bayerischen Brauereien sind mit dabei.

Auch von weiter her kommen die Leute. Robert und Brigitte Brandl sind mit ihren Freunden aus Franken angereist. Für ihre Wohnmobile haben ihnen die Organisatoren schon im Vorfeld einen Platz reserviert und nun genießen sie das Fest zwei Tage lang in vollen Zügen. „Da ist mittlerweile eine Maschinerie dahinter, das ist Wahnsinn“, sagte Wild mit einer Stimme, die sich irgendwo zwischen Krächzen und Dröhnen bewegte.

Wolkering tut was gegen den Durst

Dieses Jahr ist Wild ein besonderer Coup gelungen: Den „zweitwichtigsten Mann Bayerns“ hat er nach Wolkering geholt. Die Rede ist von Finanzminister Albert Füracker. Als Füracker ihm zusagte, war er zwar noch nicht Minister im Freistaat, aber Wild hatte den richtigen Riecher. Beim Neujahrsempfang der Christsozialen hörte er ihn reden und da stand für ihn fest: „Den brauchen wir“. Wild hatte dann nebenbei noch eine kleine Wette laufen: Wenn der prominente Politiker nicht gekommen wäre, hätte er bei der Trachtenschau mitgehen müssen – im Dirndl! Füracker kam, und die Trachtenschau am Sonntag ging auch ohne Wild im Dirndl fulminant über die Bühne. Erstmals war heuer die Showtanzgruppe aus Köfering dabei und zündete ein wahres Feuerwerk.

Spendenziel in Sichtweite

Der gesamte Erlös wird gespendet. Mit 18 000 Euro wollen die Wolkeringer einen neuen Rekord bei der Spendensumme aufstellen. Bereits am Morgen des Pfingstmontags war Christian Wild „mehr als guter Hoffnung“, dass das gelingt. Ein Betrag außerhalb dieser Spendensumme stand da schon fest: 1325 Euro waren für das Team Bananenflanke bei der Verlosung von Trikots vom Jahn und von 1860 München zusammen gekommen.

Auch eine ganz spezielle Aktion gab es heuer noch: Deckel sucht Topf. Männer auf Brautschau erwarben drei hellblaue Gutscheine mit verschiedenen Symbolen drauf. Auf die Damen wartete das rosarote Pendant. Insgesamt sechs verschiedene Symbole gab es, und die Singles machten sich auf die Suche nach einem Partner, mit dem sie dann ein Bier genießen konnten. Der Clou: Eines der Paare gewann eine Reise nach Stuttgart zu einem Musical, die es gleich am Sonntag antreten musste. Zu Beginn waren sich die beiden wildfremd ...

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