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Donnerstag, 19. Juli 2018 30° 1

Polizei

A93 war nach Unfallserie dicht

Auf den Straßen in Regensburg hat es mehrere Male gekracht. Die Sperre der Autobahn in Richtung München dauerte bis 15 Uhr.
Von Christof Seidl, MZ

Auf den Straßen in und um Regensburg krachte es mehrmals – wie hier zwischen der Anschlussstelle Regensburg-Süd und der Rastanlage Pentling. Foto: Alexander Auer
Auf den Straßen in und um Regensburg krachte es mehrmals – wie hier zwischen der Anschlussstelle Regensburg-Süd und der Rastanlage Pentling. Foto: Alexander Auer

Regensburg.Unfälle haben am Mittwoch auf den Autobahnen um Regensburg für Chaos gesorgt. Auslöser waren zwei Unfallserien auf der A93 zwischen der Anschlussstelle Regensburg Süd (Pentling) und dem Autobahndreieck Saalhaupt. In diese Unfälle waren insgesamt mehr als 20 Fahrzeug verwickelt. Fünf Menschen wurden leicht verletzt.

Die Unfallserie begann gegen 11.30 Uhr auf der A93 in Richtung Autobahndreieck Holledau zwischen der Anschlussstelle Regensburg Süd und der Rastanlage Pentling. Dort hatte es binnen einer halben Stunde mehrere Male gekracht. Polizeiangaben zufolge gab es vier Unfallstellen, es seien jeweils drei bis fünf Fahrzeuge beteiligt gewesen.

 Ein Schwertransporter wich nach Zeugenaussagen auf das Bankett aus, um nicht gegen ein Auto zu prallen, in dem sich auch Kinder befanden. Foto: Josef Eder
Ein Schwertransporter wich nach Zeugenaussagen auf das Bankett aus, um nicht gegen ein Auto zu prallen, in dem sich auch Kinder befanden. Foto: Josef Eder

Nach Informationen unserer Zeitung waren auch schwere Lastwagen an der Unfallserie beteiligt. So sei unter anderem ein Schwertransporter ins Bankett neben der Autobahn gerutscht. Der Fahrer hatte seine schwer beladene Fuhre nach Zeugenangaben absichtlich neben die Fahrbahn manövriert, weil er sonst vermutlich auf ein Auto aufgefahren wäre, in dem auch Kinder saßen.

Insgesamt gingen die verschiedenen Unfälle glimpflich aus. In den meisten Fällen kam es lediglich zu Blechschäden. Laut Polizei wurden zwei Menschen leicht verletzt. Die Bergungsarbeiten dauerten bis etwa 15 Uhr, anschließend war die Autobahn A93 in Richtung München in diesem Bereich wieder frei befahrbar.

Waren Schneefälle der Auslöser?

 Alle 16 an der Unfallserie bei Bad Abbach beteiligten Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Die A93 war ab dem Dreieck Saalhaupt in Richtung Regensburg für rund vier Stunden gesperrt. Foto: Josef Eder
Alle 16 an der Unfallserie bei Bad Abbach beteiligten Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Die A93 war ab dem Dreieck Saalhaupt in Richtung Regensburg für rund vier Stunden gesperrt. Foto: Josef Eder

Die Pentlinger Feuerwehr, die bei der Unfallserie im Einsatz war, berichtete von schwierigen Straßenverhältnissen. Neben den eigentlichen Aufräumarbeiten sei es deshalb auch notwendig gewesen, die Fahrbahn von Schneematsch zu befreien. Nach Angaben von Polizeipressesprecher Markus Damm vom Polizeipräsidium Oberpfalz, waren vermutlich heftige Niederschläge der Auslöser für die Unfallserie. „Zehn Minuten Schneegestöber haben dafür offenbar ausgereicht.“ Diese Vermutung teilt auch Hans Hopfensberger, der Kommandant der Pentlinger Feuerwehr. In dem Bereich zwischen der Anschlussstelle und dem Rasthof hätten sich schon öfters heftige Schneegestöber ereignet, während die Anschlussstelle selbst praktisch schneefrei geblieben sei.

Auch in der Gegenrichtung, der A93 sind kurz vor der Anschlussstelle Bad Abbach mehrere Fahrzeuge ineinander gefahren. Insgesamt 16 Fahrzeuge, davon zwei Laster waren beteiligt. Wer den Massenunfall ausgelöst hat, war gestern unklar. Es könnte ein Autofahrer gewesen sein, der bei Schneefall ins Schlittern geraten war. Jedoch fand sich laut Polizei auch ein Lkw sehr weit vorne in der Schlange der lädierten Fahrzeuge. Mainburgs Polizeichef Johann Stanglmair meinte, es sei die Frage, ob der Verursacher überhaupt je ermittelt werden könne. Die Lenker der nachfolgenden Fahrzeuge hatten nicht mehr rechtzeitig reagieren können und waren auf die Vordermänner aufgefahren oder in die Leitplanken gekracht.

Auch bei diesen Karambolagen kamen alle glimpflich davon. Drei Menschen wurden leicht verletzt, insgesamt sieben kamen mit Rettungswagen in Regensburger Kliniken. Dass die Fahrbahn beim Eintreffen der Retter spiegelglatt war, bestätigten mehrere Einsatzkräfte. Langquaids 2.Kommandant Tobias Schmid bekam an der Unfallstelle Fotos und Videos gezeigt, auf denen ein „extremer Schneesturm“ zu sehen war.

Einsatz:  Bei der Unfallserie waren zwei Helikopter im Einsatz – unter anderem um sich aus der Luft einen Überblick zu verschaffen. Foto: Rettungszentrum regional
Einsatz: Bei der Unfallserie waren zwei Helikopter im Einsatz – unter anderem um sich aus der Luft einen Überblick zu verschaffen. Foto: Rettungszentrum regional

Alle beteiligten Fahrzeuge wurden abgeschleppt, deshalb mussten deren Insassen teils lange auf der A93 ausharren. Außerdem steckten viele im rund acht Kilometer langen Stau fest, der bis zum Dreieck Saalhaupt zurückreichte. Sie wurden bis zum Nachmittag von Bernhard Steffel, dem Einsatzleiter Organisation vom BRK, mit heißem Tee und Decken versorgt.

„Schnell zehn Minuten futsch“

Die Zusammenarbeit aller Helfer habe sehr gut funktioniert. Dennoch war Helmut Dötzel, Kelheims stellvertretender Kreisbrandinspektor, am Nachmittag immer noch richtig sauer. „Die Rettungsgasse hat wieder überhaupt nicht funktioniert.“ Am schlimmsten seien die Brummifahrer, „die fahren so nah auf, dass kein Platz zum Rangieren bleibt“. Das koste Zeit. Zum Glück sei es diesmal nicht um Leben und Tod gegangen. Doch das wisse man beim Ausrücken nicht und wenn die Rettungsgasse nicht funktioniere, „können schnell mal zehn Minuten beisammen sein“, sagte Dötzel.

Auch im Prüfeninger Tunnel in Regensburg hatte es am Mittag gekracht: Zwei Autos waren in Fahrtrichtung München ineinander gefahren. Bei der Polizei ging außerdem eine Meldung über einen Verkehrsunfall im Pfaffensteiner Tunnel in Fahrtrichtung München ein. Daraufhin seien Beamte ausgerückt, sie hätten aber keinen Unfall festgestellt. Ob der Unfall im Prüfeninger Tunnel mit den anderen Unfällen auf der A93 in Zusammenhang stand, sei derzeit nicht klar, hieß es beim Polizeipräsidium.

Weitere Polizeimeldungen aus Regensburg lesen Sie hier.

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