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Gemeinderat

Abwasser: Endlich darf gezahlt werden

Die Abwasserbeitrags- und Gebührensatzung in Beratzhausen ist nun beschlossen. Vier Jahre mussten die Bürger darauf warten.
von Ingrid Kroboth

Im Juli sollen die Bescheide für die Abwassergebühren fertig sein. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Im Juli sollen die Bescheide für die Abwassergebühren fertig sein. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Beratzhausen.Die Bürger der Marktgemeinde sind etwas zwiegespalten: Noch im Juli dieses Jahres sollen nun die Bescheide für Abwassergebühren das Rathaus verlassen. „Endlich!“, sagen die einen, „iatz hätt’ mas a nimma braucht“, sagen die anderen. Unverzichtbar – und mittlerweile sogar ein Druckmittel des Marktrates auf die Rathausverwaltung – sind die nun schon über Jahre verschleppten Einnahmen für die Haushaltskasse der Gemeinde.

Denn ohne Abwasserbescheide keine Kassenkredit-Erhöhung, hatte der Marktrat in einer zurückliegenden Sitzung beschlossen. Doch diese „Pleite“ sollte nun endlich mit der rückwirkend zum 1. Januar 2014 geltenden „Beitrags- und Gebührensatzung zur Abwassersatzung“ (BGS/EWS) abgewendet sein.

Der aus Sachsen angereiste Peter Reuter, Projektleiter des mit der Berechnung beauftragten Dienstleisters WTE, erläuterte mit Geschäftsleiter Robert Hammer das Zahlenwerk. Die allgemeinen Herstellungsbeiträge für Hauseigentümer mit Anschluss-Möglichkeit nach dem 1. Januar 2014 sind festgelegt auf 16,06 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche und 1,80 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche.

3,36 Euro pro Kubikmeter

Der eingeschränkte Herstellungsbeitrag für die neue Kläranlage ist indes von allen Hausbesitzern zu zahlen: 5,84 Euro pro Quadratmeter Geschoßfläche und 0,48 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche.

Festgestellt sind auch die regelmäßig anfallenden Abwassergebühren: Für Schmutzwasser 3,36 Euro pro Kubikmeter; das Niederschlagswasser wird mit 0,32 Euro pro Quadratmeter überbaute und befestigte Fläche des Grundstücks berechnet.

Einstimmig akzeptierte das Gremium die kalkulierte Schmutzwassergebühr. Anders beim Niederschlagswasser. Nach reger Debatte wurde beschlossen, dass sich Regentonnen nicht mehr reduzierend auf die Berechnung von „überbauten und befestigten Flächen“ auswirken, sondern nur noch Zisternen, Sicker- und Rückhaltebecken. Gemäß dem in der Sitzung entworfenen „Beratzhausener Modell“ werden von den überbauten und befestigten Flächen jeweils 50 Quadratmeter pro Kubikmeter Rückhaltevolumen abgezogen. Für die Restflächen fallen die allgemeinen Niederschlagswasser-Gebühren an. Diese Gebührensätze gelten zunächst für die Zeit von 2014 bis 2017 – und wenn sich die Kalkulation als treffend herausstellt, werden die Sätze auch bis 2021 so bleiben. Andernfalls bedarf es einer Nachkalkulation, die allerdings per „Sicherheitspolster“ in einer Höhe von fünf Prozent schon abgefedert ist. So beschloss es das Gremium. Und damit bezieht sich die Gebührenberechnung im Gemeindegebiet auf 681 280 Quadratmeter Geschoßfläche und 1 468 125 Quadratmeter Grundstücksfläche.

Reduzierung für erstes Jahr

Reduzierend wirkt sich auf die Abwassergebühren – allerdings nur im ersten Abrechnungsjahr – die Nachkalkulation aus dem Jahr 2013 aus. Eine Überdeckung in der ehemaligen Abwasseranlage Beratzhausen wird die Gebühren für die Anschlussnehmer im Hauptort im ersten Jahr um 84 Cent/cbm Schmutzwasser reduzieren und beim Niederschlagswasser um 13 Cent/qm. In Pfraundorf bewirkt die Überdeckung in der dortigen Teichanlage eine Reduzierung von 60 Cent/qm einleitende Fläche.

Beschlüsse

  • Klimaschutz:

    Im Gemeinderat wurden außerdem ein Klimaschutzkonzept und die Breitbandversorgung beschlossen, ebenso der Bebauungsplan „Zimmereibetrieb Oberpfraundorf“.

  • Rücktritt:

    Dem Rücktritt von Michael Eibl und Georg Thaler stimmten die Gemeinderäte zu, auch dem Beitritt der Gemeinde zum Zweckverband „Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf“.

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