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Sonntag, 23. September 2018 24° 6

Gebietsreform

Aus 67 Orten entstand Hemau

Vor 40 Jahren wurde die größte Gemeinde des Landkreises geformt. Bürgermeister Hans Pollinger erinnerte an die Leistung.
Von Bernhard Seiberl

Mit 122 Quadratkilometer ist Hemau die Landkreisgemeinde mit der größten Ausdehnung. Archivfoto: Krenz
Mit 122 Quadratkilometer ist Hemau die Landkreisgemeinde mit der größten Ausdehnung. Archivfoto: Krenz

Hemau.Vor 40 Jahren wurde die Gemeindegebietsreform rechtskräftig. Im Stadtrat erinnerte Bürgermeister Hans Pollinger jetzt daran, dass mit der historischen Sitzung am 3. Mai 1978 das neue Gemeindegebilde seinen Dienst aufnahm. 67 Orte und Weiler fanden in der Hemauer Großgemeinde zusammen. Mit 122 Quadratkilometern Fläche entstand die größte Gemeinde im Landkreis Regensburg, die heute 9500 Menschen zählt.

Der damalige Landrat Deininger ordnete gemäß der Rechtsverordnung der Regierung der Oberpfalz die Übergabe der Verwaltungs- und Kassengeschäfte bereits am 27 April 1978 an. Die betroffenen Gemeinden Hohenschambach, Laufenthal, Langenkreith, Aichkirchen, Haag und Klingen mussten nach genauer Zeitangabe ihre Unterlagen mit sämtlichen Kassen und Sparbüchern an die Stadt Hemau übergeben.

Abstimmungen im Vorfeld

Diese Reform war eigentlich schon der zweite Schritt, bereits 1972 wurden die ersten Bestandsänderungen aus dem damals noch existierenden Landkreis Parsberg verfügt. Die Gemeinden Berletzhof, Kollersried, Neukirchen, Pellndorf und Thonlohe wurden zum 1. Januar 1972 in die Stadt Hemau eingegliedert. Der damalige Bürgermeister Josef Ebenhöch versprach, die aufgenommenen Gemeinden fürsorglich zu betreuen. Im Vorfeld fanden in den sechs noch 1978 aufzunehmenden Gemeinden Abstimmungen statt. Hohenschambach, Aichkirchen, Klingen, Laufenthal und Langenkreith stimmten ohne Gegenstimme zu, die zur Gemeinde Haag gehörenden Orte Wangsaß und Schneckenhof wollten auf Wunsch ihrer Bewohner in den Markt Laaber umgegliedert werden.

Elf Gemeinden galt es nun zusammen mit der Stadt Hemau ein Gemeinschaftsgefühl zu geben.

Altbürgermeister Hans Schuster hat mit dem Begriff Tangrintel die zwölf Gemeinden zu einer Einheit zusammengeführt. Archivfoto: Krenz
Altbürgermeister Hans Schuster hat mit dem Begriff Tangrintel die zwölf Gemeinden zu einer Einheit zusammengeführt. Archivfoto: Krenz

Dem jetzigen Altbürgermeister Hans Schuster sei es im Wesentlichen zu verdanken, dass auch durch die alte, wieder neu entdeckte Landschaftsbezeichnung „Tangrintel“ für den Höhenrücken zwischen Laaber- und Altmühltal den hier lebenden Menschen ein „Wir – Gefühl“, vermittelt worden sei.

Zwölf Gemeinden – ehrenamtlich geführt – hätten es mehr als schwer, aktuelle Herausforderungen zu bewältigen, bekräftigte Pollinger. Mit der Schulreform, „Schule unter einem Dach“, der Kulturpflege, der Tangrintelhalle und mit über 100 Vereinen im Gemeindebereich sei das Zusammenwachsen gelungen, so der Bürgermeister.

Stefan Mirbeth (CSU) meinte, alle Bürger, die jünger als 50 Jahre sind, kennen das Gemeindebild so wie es heute ist. „Sie sprechen von unserem Volksfest und unserem Bürgerfest, dies ist nicht selbstverständlich.“ Die Sorge der angegliederten Gemeinden, kommunalpolitisch unter die Räder zu kommen, habe sich nicht bestätigt. „Der entscheidende Schritt in die Erfolgsspur ist der Begriff Tangrintel.“

Franz Ziegaus (FW) bezeichnete die damalige Einschätzung des Bayerischen Rundfunks zur Gebietsreform als Verbindungen mit einer geringen Scheidungsrate als durchaus zutreffend. „Die früheren Kleingemeinden wären heute ehrenamtlich nicht mehr zu führen.“

Petra Lutz (SPD) erinnerte an die Tafel im Rathausgarten mit den Namen der zwölf Gemeinden und an die zwölf gepflanzten Bäume auf dem Weg zum Rathaus. Hans Schuster mit seinen Weggefährten habe gut gearbeitet, lobte Lutz. Die Orte hätten ihre Merkmale behalten und alle profitiert.

Gerätehaus für Thonlohe

Beschlüsse wurden im Stadtrat in der Maisitzung ebenfalls gefasst. So bekommt die Feuerwehr Thonlohe ein neues Gerätehaus. Die Baukosten sind mit 385 000 Euro veranschlagt, eine Zuwendung von 46 500 Euro ist zu erwarten, die Ausgabemittel der Stadt sind mit bis zu 250 000 Euro geplant. Die Freiwillige Feuerwehr hat sich bereiterklärt, soweit fachlich möglich, den Bau in Eigenleistung zu erstellen.

Für das kommende Kindergartenjahr bezuschusst die Stadt die Beförderung der Kindergartenkinder stärker. Für die Hin- und Rückfahrt werden 40 Euro je Kind bewilligt. Im Rahmen des Kommunalen Förderprogramms wird das Objekt am Stadtplatz 13 mit 30 Prozent, maximal jedoch mit 10 000 Euro, unterstützt. Eventuell ist im Sanierungsprogramm eine Öffnung der ehemaligen kleinen Passage am früheren Bayerlhaus angedacht. Alle Beschlussfassungen erfolgten einstimmig.

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