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Donnerstag, 22. Februar 2018 3

Justiz

Babyleiche: Mutter steckte Kind in Tüte

Kurz vor Beginn des Prozesses gegen die Zeitlarnerin, die ihr Neugeborenes getötet haben soll, werden neue Details bekannt.
Von Bettina Mehltretter

In einem Ortsteil von Zeitlarn soll sich das Familiendrama zugetragen haben. Foto: Tino Lex

Zeitlarn.Am Montag, 22. Januar, beginnt am Regensburger Landgericht der Prozess gegen eine 36 Jahre alte Frau aus einem Ortsteil der Gemeinde Zeitlarn. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, ihr Kind, das sie laut den Ermittlungen am 28. Dezember 2016 zwischen 16 und 20 Uhr zur Welt gebracht hat, direkt nach der Geburt in ihrer Wohnung getötet zu haben. Kurz vor dem Prozessauftakt vor der Schwurgerichtskammer – der für Kapitalverbrechen zuständigen Strafkammer – sind nun neue Details bekannt geworden.

Laut den Ermittlungen soll die Mutter das Mädchen direkt nach der Geburt in Tücher und in eine Plastiktüte gehüllt haben. Das Bündel soll sie danach in einen Plastikkoffer gesteckt und diesen Plastikkoffer wiederum in einem Plastiksack verpackt haben. Danach soll die Frau den Koffer mit ihrem Kind auf den Dachboden ihrer Wohnung gestellt haben. Die Obduktion am Rechtsmedizinischen Institut der Uni Erlangen-Nürnberg hatte ergeben, dass das Kind innerhalb weniger Stunden nach der Geburt gestorben war. Todesursache ist Sauerstoffmangel beziehungsweise Unterkühlung.

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Bis die Leiche des Neugeborenen danach gefunden worden war, hatte es aber noch einige Tage gedauert. Der Lebensgefährte der Frau war erst fünf Tage nach dem Todestag des Kindes, am 2. Januar 2017, von einer Urlaubsreise zurückgekehrt. Daheim in der Wohnung entdeckte er Blutspuren. Gegenüber der Polizei äußerte er daraufhin den Verdacht, dass seine Lebensgefährtin während seiner Abwesenheit entbunden haben könnte. Allerdings, so der Mann, habe er kein Kind in der Wohnung finden können. Die Polizeibeamten durchsuchten daraufhin selbst die Räume und auch den Speicher. Dort fanden sie schließlich die Leiche des Mädchens.

Ist die Frau schuldfähig?

Fünfeinhalb Monate später, am 13. Juni, ist gegen die Frau Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden. Seither sitzt sie in der JVA in Regensburg in Untersuchungshaft. Die Anklage lautet auf Totschlag. Grundsätzlich sieht das Strafgesetzbuch (Paragraph 212) bei Totschlag eine Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren vor. In besonders schweren Fällen können Täter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt werden. Allerdings wird vor Gericht auch die Schuldfähigkeit der Frau Thema sein. Der Prozess ist auf vier Verhandlungstage ausgelegt. Die Verhandlungstage sind für den 22., 24., 25. und 26. Januar terminiert. (bm)

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