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Mittwoch, 15. August 2018 27° 6

Entwicklung

Baugebiet: Stadtrat schiebt an

Das Projekt „Gärtnersiedlung VI“ wird jetzt doch auf den Weg gebracht. Der Eigentümer hatte einen Rückzieher gemacht.
Von Petra Schmid

  • Auf diesem Gelände soll die Bebauung „Gärtnersiedlung VI“ entstehen. Fotos: Theresia Luft
  • Der Gehweg an der Geschwister-Scholl-Straße

Neutraubling.Die geplante Bebauung im Bereich „Gärtnersiedlung VI“ gerät nun wieder in Bewegung. Der Stadtrat beschloss jetzt einstimmig, den Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Das Bauleitplanverfahren war ursprünglich zunächst auf Wunsch des Eigentümers des Areals eingeleitet worden. Parallel dazu sollte ein Erschließungsvertrag zwischen der Stadt Neutraubling und dem Eigentümer abgeschlossen werden.

Der Stadtrat befasste sich mehrmals mit dem Thema, die Planungen wurden zweimal ausgelegt und die Öffentlichkeit beteiligt. Im vergangenen Jahr erklärte der Eigentümer dann aber, dass er von den Verhandlungen Abstand nehmen wolle und den Bebauungsplan nicht weiter betreiben wolle.

Bereits viel Geld investiert

In der jüngsten Sitzung des Stadtrats erklärte nun Bürgermeister Heinz Kiechle, dass der Bebauungsplan ja fast fertig sei und der Antragsteller bereits viel Geld investiert habe. Der Bürgermeister zeigte sich davon überzeugt, dass es richtig sei, wenn die Stadt den Bebauungsplan nun doch weiterverfolge, zumal die weiteren Kosten gering seien. „Die Planungshoheit liegt bei der Stadt Neutraubling und damit kann die städtebauliche Struktur und Ordnung für dieses Gebiet gesichert werden“, fasste der Bürgermeister zusammen. Wenn man das Verfahren weiter betreibe, sehe man, ob die Planung angenommen werde oder nicht.

Der Eigentümer erhält seinen Worten zufolge auf diese Weise Baurecht. Ob er dies dann nutze oder nicht, sei ihm überlassen. Wenn sich der Stadtrat dazu entscheide, werde der vorhandene Plan nochmals ausgelegt. Die Verwaltung regte nach Auskunft von Kiechle an, den Geltungsbereich des Bebauungsplanentwurfs um einen 1,50 Meter breiten Gehweg, entlang des Rainstallwegs, zu erweitern.

Der Bebauungsplan sei nach den Wünschen des Investors ausgerichtet und berge Schwachstellen, hob der Rathauschef hervor. Kiechle nannte hier den Umstand, dass die Hälfte der Doppelhaus-Bebauung von Süden her erschlossen werde. Auch dass die Gärten der Reihenhäuser an der Staatsstraße entlang vorgesehen seien, bewertete der Bürgermeister als nicht glücklich. Zudem reiche die notwendige Lärmschutzwand bis fast an das nördliche Reihenhaus heran. „Wir sind hier dem Antragsteller sehr entgegengekommen, hob Kiechle hervor.

Sabine Hrach schlug vor, eine Parzelle herauszunehmen, damit die Planung etwas „luftiger“ zu machen, denn ein eventuell zukünftiger Investor werde dann sowieso mehr fordern. Kiechle gestand, dass es hier zwei Seelen in seiner Brust gebe. „Wenn wir als Stadt den Bebauungsplan so aufstellen, würden wir ihn nicht so machen“, betonte er. Aber seiner Ansicht nach sollte man nun den Bebauungsplan nicht verändern, sondern die Verfahrensschritte weiterverfolgen. Ohne Gegenstimmen wurden der Auslegungsbeschluss gefasst und die Verwaltung mit der Durchführung der Auslegung sowie der Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange beauftragt.

Auch das Areal im Bereich des geplanten Bebauungsplans „Am Kleinfeld“ wurde weiter auf den Weg gebracht. Neben einigen redaktionellen Änderungen wird die Planung für zwei Parzellen entlang der Mintrachinger Straße geändert. Die Anzahl der Wohneinheiten pro Parzelle wird von zwölf auf acht Wohneinheiten reduziert, ebenso die traufseitige Wandhöhe von 9,5 auf 8,5 Meter. Zudem wird die Geschossflächenzahl von 1,2 auf 1 gesenkt und das dritte Vollgeschoss der geplanten Gebäude wird nach hinten versetzt.

Wohnungen werden gebraucht

Hier habe man einen Kompromiss finden können, erklärte Kiechle. Aber man müsse auch bedenken, dass man in Neutraubling weitere Wohnungen brauche. Dies betreffe nicht nur Neutraubling, sondern den gesamten Landkreis. Die Landrätin wünsche sich, dass in den neuen Wohngebieten nicht nur Einfamilienhäuser, sondern auch Mehrfamilienhäuser entstehen würden, machte der Bürgermeister deutlich. Dies sei auch sein Wunsch, hob der Rathauschef hervor. Ohne Gegenstimmen wurde die verkürzte erneute Auslegung beschlossen.

Nach kurzer Aussprache beschloss der Gemeinderat, die Satzung für Ehrungen und Auszeichnungen dahingehend zu erweitern, dass Bürger, die sich bereits seit Jahren im sozialen oder kulturellen Bereich engagieren, ausgezeichnet werden können.

Der Paragraf über die Verleihung der Bürgermedaille wurde entsprechend angepasst. Außerdem legte der Stadtrat fest, dass jährlich nicht mehr als drei Bürgermedaillen vergeben werden sollen.

Der neue Gehweg ist jetzt offiziell

  • Widmung:

    Der Stadtgarten in der Geschwister-Scholl-Straße wurde mittlerweile fertiggestellt und auch bereits Ende Oktober vergangenen Jahres eröffnet. Die Wegflächen befinden sich im Eigentum der Stadt Neutraubling. Der Stadtrat beschloss, diese Wege als beschränkt-öffentliche Wege einzustufen und für Fußgänger und Radfahrer freizugeben.

  • Gehweg:

    Ohne Gegenstimmen beschloss der Stadtrat die Widmung der Geschwister Scholl Straße nach dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz. Alles bleibe wie gehabt, nur der neu angelegte Gehweg entlang der Geschwister-Scholl-Straße müsse offiziell zugeordnet werden, erklärte Bürgermeister Heinz Kiechle den Vorgang in der Stadtratssitzung.

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