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Montag, 24. September 2018 15° 3

Polizei

Bei Unfällen eine Rekordzahl

Die Wörther Gesetzeshüter registrierten 2017 so viele schwere Karambolagen wie noch nie. 99 Lenker flüchteten.
von Walter Schiessl

  • nsgesamt 813 Unfälle registrierte die Polizeiinspektion Wörth im vergangenen Jahr. Das sind 8,4 Prozent mehr als 2016.Archivfoto: Alexander Auer
  • Auf Straßen im PI-Bereich soll gezielt kontrolliert werden. Foto: xih

Wörth.Die Anzahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der PI Wörth (Stadt Wörth sowie Gemeinden Altenthann, Aufhausen, Bach, Brennberg, Donaustauf, Mötzing, Pfatter, Riekofen, Sünching und Wiesent) hat gegenüber dem Vorjahr (750) erneut um 8,4 Prozent zugenommen und mit 813 Unfällen einen neuen Höchststand erreicht. Bedauerlicherweise kamen bei diesen Verkehrsunfällen zwei Personen (eine Fußgängerin und ein Autofahrer) ums Leben (2016: vier), teilt PI-Chef Josef Schweiger in seiner Jahresbilanz mit.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden sank laut Schweiger im Vergleich zu 2016 (66) leicht und erreicht mit 64 Unfällen den zweitniedrigsten Wert im 10-Jahres-Vergleich. Die Anzahl der Verletzten reduzierte sich von 90 auf 88. Unter den Verletzten waren 23 Schwer- (2016: 18) und 65 Leichtverletzte (2015: 72). Die Teilnahmeart gliedert sich wie folgt (Vorjahreszahlen in Klammer): Drei (vier) sonstige Verkehrsteilnehmer, fünf (zwei) Fußgänger, 11 (11) Radfahrer, 18 (13) motorisierte Zweiradfahrer und 51 (60) Pkw-Insassen. Bei einem Schulwegunfall (Vorjahr: 0) wurde ein Schulkind glücklicherweise nur leicht verletzt, lässt Schweiger wissen.

Ein Schaden von 881 000 Euro

Die Anzahl der „Schwerwiegenden Verkehrsunfälle mit Sachschaden“, das heißt, es liegt entweder eine Straftat im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr – z. B. unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Fahren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss, Fahren ohne Fahrerlaubnis – oder eine Ordnungswidrigkeit vor, bei der gemäß Bußgeldkatalog eine Geldbuße von 60 Euro oder mehr festzusetzen ist, stieg stark an, erklärt Josef Schwieger. Nach dem letztjährigen 10-Jahres-Tiefststand (95) ereigneten sich nun 131 (+37,8 Prozent) Unfälle, was zugleich den Höchststand der letzten zehn Jahre darstellt. Bei den oben genannten Unfallkategorien liege der entstandene Sachschaden bei rund 881 000 Euro.

Der überwiegende Teil (76,0 Prozent, 2016: 78,5 Prozent) der von der PI Wörth aufgenommen Verkehrsunfälle sind sogenannte „Kleinunfälle“- VUK (618 von 813). „Bei dieser Unfallkategorie werden keine Personen verletzt oder getötet und es liegt keine oder nur eine geringfügige Ordnungswidrigkeit vor, die verwarnt werden kann“, lässt Schweiger wissen. Zu einem Großteil handelt es sich bei diesen Kleinunfällen um Wildunfälle. Hier sei erneut ein Anstieg von 404 (2016) auf 447 (+ 10,6 Prozent) zu verzeichnen gewesen. Somit sind rund 55 Prozent aller Verkehrsunfälle im Dienstbereich auf Wildunfälle zurückzuführen. Auch die Wildunfälle sind auf den höchsten Stand der letzten zehn Jahre gestiegen, sagt Schweiger. Bei „Kleinunfällen“ wird die Schadenshöhe statistisch nicht erfasst.

Die Zahl der von der PI bearbeiteten Unfallfluchten stieg von 77 im Vorjahr auf 99 (+ 28,5 Prozent) sehr stark an. Hiervon konnten 33 (Vorjahr 31) geklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 33,3 Prozent und bedeutet einen Rückgang gegenüber der Vorjahreszahl von 40,2 Prozent. Zur Aufklärung von Verkehrsunfallfluchten, bei denen ein Gesamtschaden von 171 000 Euro entstand und die kein Kavaliersdelikt darstellen, ist die Polizei unter anderem auch auf die Feststellungen von Unfallzeugen angewiesen.

Deutlich reduziert haben sich laut Schweiger dagegen die aufgenommen Verkehrsunfälle unter Drogen- oder Alkoholeinfluss. Wurden im Vorjahr noch neun Alkoholunfälle sowie ein Drogenunfall bearbeitet, sank die Zahl im Jahr 2017 auf zwei Unfälle unter Alkoholeinfluss. Ein Verkehrsunfall unter Drogeneinfluss musste nicht bearbeitet werden. Verletzt wurde hierbei niemand. Als Hauptunfallursachen nennt der PI-Chef Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren/Ein- u. Anfahren (35), Nichtbeachtung der Vorfahrt bzw. des Vorrangs (33), falsche Straßenbenutzung und Nichtbeachten des Rechtsfahrgebotes (24) sowie Fehler beim Überholen/Vorbeifahren (9).

Zahl der Raser ging zurück

Auch im Jahr 2017 wurden trotz einer steigenden Anzahl von Einsätzen die Geschwindigkeitsüberwachungen (Laserhandmessgerät, Radar) fortgesetzt, sowie die Anschnallpflicht (59 Verwarnungen – Vorjahr: 75) und das Handyverbot am Steuer (25 Anzeigen VJ: 64) überwacht. Erfreulich ist hier, dass die Anzahl der mit überhöhter Geschwindigkeit bei Kontrollen mit dem Laserhandmessgerät ertappten Verkehrssünder deutlich zurückgegangen ist. Bei knapp 116 Einsatzstunden mussten 150 (VJ: 217) Verkehrsteilnehmer wegen ihrer erhöhten Geschwindigkeit angezeigt und ein Bußgeldbescheid erlassen werden, 141 (VJ: 262) wurden verwarnt, sagt der PI-Chef. Weiter wurde ein Augenmerk bei Kontrollen in allen Gemeinden des Dienstbereiches auf das Alkohol- und Drogenverbot am Steuer gelegt, um hieraus resultierende Unfallgefahren zu minimieren. Hierbei mussten im Jahr 2017 insgesamt 27 ( VJ: 32) Verkehrsteilnehmer wegen folgenloser Trunkenheitsfahrten angezeigt werden.

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