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Sanierung

Bischof feiert mit Sünching

Die Pfarrkirche erstrahlt in neuem Glanz. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer erteilte am Sonntag den kirchlichen Segen.
Von Gabriele Thomann

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ging auf die Kirchenbesucher zu. Foto: Thomann
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ging auf die Kirchenbesucher zu. Foto: Thomann

Sünching.Der Duft der frischen Farbe hat sich bereits verzogen. In der Pfarrkirche St. Johannes, die im vergangenen Jahr zwischen Mai und Oktober innenrenoviert wurde, werden wieder Gottesdienste abgehalten. Was noch fehlte, war der Segen des Bischofs. Der war am Sonntag nach Sünching gekommen, um mit den Gläubigen den Festgottesdienst zur Einweihung zu feiern.

Die Mesnerin hatte das Gotteshaus schön geschmückt. Die Ortsvereine nahmen mit Fahnenabordnungen teil und geleiteten die hohe Geistlichkeit vom Pfarrgarten in die Kirche. Gemeinsam mit Pfarrer Erwin Gietl, der seit 34 Jahren in Sünching wirkt, wurde dann der Festgottesdienst zelebriert. In seiner Festpredigt spielte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit Zahlen.

Mathe in der Predigt

Mit einem großen Festzug feierten die Sünchinger den Abschluss der Renovierungsarbeiten. Foto: Thomann
Mit einem großen Festzug feierten die Sünchinger den Abschluss der Renovierungsarbeiten. Foto: Thomann

Er ließ die Kinder in der ersten Bank rechnen und stellte die Zahl zwölf in den Vordergrund. Spätestens seit Sonntag wissen die Sünchinger auch, dass es zwölf Apostelleuchter in St. Johannes gibt, die nur zu besonderen Festen brennen. Natürlich waren am Sonntag alle Kerzen angezündet. Dann gab es in der Predigt noch die Zahlen drei – die Heilige – und vier – die Weltliche.

Beim anschließenden Mittagessen sorgten diese Ziffern noch für viel Diskussionsstoff. Drei für die Dreifaltigkeit, aber was war nochmal mit der Vier? Der Bischof beantwortete diese Frage gerne: vier Jahreszeiten, vier Windrichtungen und einiges Irdisches mehr.

Mehr Bilder von der Feier sehen Sie hier:

Bischof Voderholzer segnete Sünchinger Kirche

Der Gottesdienst in Sünching war locker und fast schon heiter. Bischof Rudolf Voderholzer ging auf die Sünchinger zu und bezog sie auch in seine festlichen Worte stark mit ein. Es sei wichtig, dass sich die Menschen in der schönen neuen Kirche auch wohl fühlen, und eher hoffen, dass der Gottesdienst eher noch länger dauert, als bald zu Ende ist. Die Liedertafel umrahmte den Festakt musikalisch. Anschließend formierte sich ein kleiner Kirchenzug, angeführt von Blasmusik, zum Gasthaus Englberger, wo noch zünftig die „Kirchweih“ gefeiert wurde.

Die jetzige Sünchinger Kirche wurde um 1700 erbaut, der gotische Turm stammt aus dem Jahr 1502. 1859 brannte der Kirchturm nieder, die Glocken schmolzen, die Turmuhr verbrannte und die Orgel wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. 1860 begann der Wiederaufbau – es folgten auch viele Renovierungen. Am 17. September 1887 erfolgte die Konsekration der Pfarrkirche durch den Regensburger Bischof Ignatius von Senestrey. 1926, 1956 und 1979/1980 folgten weitere große Renovierungen der Pfarrkirche St. Johannes. 2016 ging die jetzt erfolgreich abgeschlossene Innensanierung in die Vorbereitung.

Die Renovierung

  • Kosten:

    Rund 730 000 Euro kostete die Innenrenovierung der Sünchinger Pfarrkirche St. Johannes. 45 Prozent trägt die Bischöfliche Finanzkammer. Die Gemeinde gibt 43 000 Euro, den Rest muss die Sünchinger Kirchenstiftung aufbringen.

  • Kunstwerke:

    Eine Besonderheit in der Pfarrkirche St. Johannes sind die Epitaphien aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Aber auch Grabsteine für verschiedene Stauffer und Hofer mit figürlichem Ritterrelief zieren die Kirche.

  • Wahrzeichen:

    Die kleine Kapelle mit Votivtafeln sowie Wand- und Gewölbefresken ist südöstlich an die Kirche angebaut und entstand vermutlich um 1723. Der heilige Antonius mit dem Schweinchen ist ein Wahrzeichen von Sünching. (ltg)

Es erfolgte eine umfassende Bestandserfassung und Untersuchung des Innenraums, der Ausstattung, der Steindenkmäler sowie der Antoniuskapelle. Im Mai 2017 wurde das Gotteshaus dann geschlossen, die Arbeiten begannen. Insgesamt 14 Betriebe wurden beauftragt, St. Johannes wieder hell und freundlich erstrahlen zu lassen. Die fachliche Leitung des Projekts hatte Architekt Michael Feil übernommen.

Umfangreiche Arbeiten

Bei den Arbeiten wurden zuerst die Wände trocken und dann nass gereinigt. Die Oberflächen zeigten 25 Jahre nach der letzten Renovierung deutliche Schmutzablagerungen. Anschließend erfolgte ein mehrmaliger Anstrich mit Kalkmilch. Die Altäre wurden feucht gereinigt, dem Holzwurm an den Skulpturen wurde ebenfalls zu Leibe gerückt. Einiges wurde auch komplett erneuert. So gibt es einen neuen Beichtstuhl in der Seitenkapelle Süd. Moderne LED-Technik hielt Einzug. Restauratorin Claudia Salzberger war in der Antoniuskapelle tätig. Dort wurde die Malerei konserviert, es erfolgten Retuschen. Am Sonntag gab es von Bischof Rudolf Voderholzer ein großes Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, dass die Sünchinger Pfarrkirche St. Johannes wieder als wirkliches Kleinod im südlichen Landkreis bezeichnet werden darf. Das Schlusslied vom Sonntag passte bestens: „Wer glaubt, ist nie allein“.

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