mz_logo

Landkreis
Donnerstag, 20. September 2018 27° 1

Leistungsschau

Blick auf Perlen der Baukunst

Neue Runde der „Architektouren“: Am 23. und 24. Juni stehen die Türen ausgewählter Projekte im Landkreis Regensburg offen.
Von Norbert Lösch

Der Kindergarten St. Barbara in Hemau ist eines der für die „Architektouren 2018“ ausgewählten Objekte im Landkreis. Foto: Erich Spahn
Der Kindergarten St. Barbara in Hemau ist eines der für die „Architektouren 2018“ ausgewählten Objekte im Landkreis. Foto: Erich Spahn

Regensburg.Als „Leistungsschau“ bezeichnet die Bayerische Architektenkammer eine Auswahl von 287 Projekten an 165 Orten in ganz Bayern, die bei den „Architektouren 2018“ der Öffentlichkeit präsentiert wird. Vom sanierten historischen Stadel bis zur neuen Fahrsicherheitsanlage des ADAC werden am 23. und 24. Juni auch im Landkreis Regensburg Bauherren ihre Türen für den Austausch mit interessierten Besuchern öffnen.

„Die ,Architektouren’ zeigen Räume aller Art und den damit verbundenen kreativen Schaffensprozess von Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern. Und vor allem: Sie bieten eine einmalige Gelegenheit, mit Bauherren, Nutzern und Architekten ins Gespräch zu kommen“, lockt die Dachorganisation bayerischer Architekten ins Regensburger Umland. Und sie verspricht Einblicke in Objekte privater oder öffentlicher Bauherren und Unternehmen, die ihre sonst für die Öffentlichkeit verschlossenen Räume aufsperren. Alle Projekte wurden in den letzten drei Jahren fertiggestellt. Ein unabhängiger Beirat hat sie für die „Architektouren“ ausgewählt, die heuer unter dem bundesweiten Motto „Architektur bleibt!“ stehen.

Sehen Sie hier die ausgewählten Objekte:

Architektouren 2018 im Landkreis Regensburg

Sanierter Kindergarten in Hemau

Prädestiniert für dieses Motto ist unter anderem der städtische Kindergarten St. Barbara in Hemau, Beratzhausener Straße 52. Die Einrichtung ist nach erfolgter Generalsanierung und Erweiterung am Sonntag, 24. Juni, von 10 bis 12 Uhr zu besichtigen. Der vorher zweigruppige Kindergarten aus den 1970er-Jahren wurde nicht abgerissen und neu gebaut, vielmehr wurden die massive Substanz genutzt und barrierefrei generalsaniert, spätere Zubauten wie nicht nutzbare Pultdächer abgetragen und das Gebäude um ein Stockwerk für eine dritte Gruppe und Sozialräume in Holzbauweise erweitert. Eine großzügige Aula über zwei Geschosse ist nach dem Umbau zentrales Element des neuen Kindergartens. Die Architekten Stefan und Brigitte Schretzenmayr (Regensburg) erläutern vor Ort gerne Konzept und Umsetzung des Bauprojekts.

Das Hotel Röhrl in Eilsbrunn: Symbiose von alter Substanz und modernen Bauformen Foto: Erich Spahn
Das Hotel Röhrl in Eilsbrunn: Symbiose von alter Substanz und modernen Bauformen Foto: Erich Spahn

Um einen sehr modern anmutenden Neubau handelt es sich bei einem erst im Dezember fertiggestellten Funktionsgebäude des Automobilclubs ADAC in Mintraching. Es ist Herzstück der Fahrsicherheitsanlage mit zwei Trainingsflächen und bietet Kantine, Seminar- und Büroräume. Federführender Architekt war Franz Madl vom Büro pbb in Ingolstadt, in die Planung der Außenanlagen war der Sinzinger Landschaftsarchitekt Bernhard Bartsch eingebunden. Am Sonntag, 24. Juni, steht das Gebäude in Rosenhof, ADAC-Straße 2, von 14 bis 16 Uhr zur Besichtigung offen.

Der Klosterstadel in Pielenhofen ist jetzt ein Multifunktionsgebäude. Foto: Erich Spahn
Der Klosterstadel in Pielenhofen ist jetzt ein Multifunktionsgebäude. Foto: Erich Spahn

Ein markantes Haus, das zuletzt eher wegen seiner Gäste als wegen der durchaus auffälligen Architektur Schlagzeilen machte, ist das Aurelium in Lappersdorf. An seiner Entstehung war maßgeblich das Regensburger Architekturbüro Manfred Blasch beteiligt, die Außenanlagen planten die Landschaftsarchitekten Wamsler, Rohloff und Wirzmüller, ebenfalls Regensburg. Die Fassade beeindruckte den „Architektouren“-Beirat: „Das Lappersdorfer Kulturhaus Aurelium empfängt seine Besucher mit einem festlichen goldenen Kleid“, heißt es in der Beschreibung des Projekts. Es ist an beiden Tagen über den Haupteingang Süd zu besichtigen, Samstag von 14 bis 16 Uhr und Sonntag ab 10 Uhr.

Auch ein Platz hat gepunktet

Regenstauf musste gar kein Gebäude ins Rennen schicken, um zu punkten. Am Bürgermeister-Zelzner-Platz beeindruckte die Fachleute die Aufenthaltsqualität und das Ergebnis der Neugestaltung der einstigen Brachfläche. Der Entwurf stammte von den Weidener Architekten und Stadtplanern Christina und Dr. Emil Lehner. Erläuterungen geben sie am Samstag, 23. Juni, um 11 Uhr; Treffpunkt zu der kleinen Führung ist an der Stele auf dem Platz.

Bei den „Architektouren“ im Landkreis fehlt auch der Blick auf Details nicht. So lebt das 300 Jahre alte Haus am Gänsbügl 18 in Kallmünz jetzt vom Kontrast der historischen Substanz mit neuen, offenen Räumen im Obergeschoss (MAM Architekten Straubing; Besichtigung Sonntag von 13 bis 16 Uhr). Und das Besondere an einem „siamesischen Zwilling“ in Obertraubling, Aussiger Straße 4, ist der eng mit dem Bestandsgebäude aus den 60er-Jahren verwobene und dennoch eigenständige Anbau (Architekturbüro Quadrat45 Regensburg; Besichtigung Sonntag von 10 bis 14 Uhr).

Im Europäischen Kulturerbejahr 2018

In Anlehnung an das Europäische Kulturerbejahr 2018 stehen die „Architektouren“ in diesem Jahr unter dem bundesweiten Motto „Architektur bleibt!“. „Die Verantwortung der Bauherren und Planer ist immens, denn niemand kann sich der Wirkung der gebauten Umwelt entziehen. Es gilt, die Herausforderung um Architektur, die bleibt, anzunehmen und sich intensiv mit gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Die Architektouren bieten hierfür eine hervorragende Plattform“ betont Ilse Aigner, Bayerns Staatsministerin für Wohnen, für Bau und Verkehr, in einem Grußwort.

Christine Degenhart, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, ergänzt: „Zahlreiche Beispiele in den Architektouren zeigen, was man aus dem Gebäudebestand und bestehenden Strukturen machen kann. Selbstverständlich zeigen wir nicht nur Sanierungen und Umbauten, sondern auch in bewährter Weise herausragende neue Gebäude, Innenraumgestaltungen, Plätze, Verkehrsflächen und Sonderbauten.“

Neben den Besichtigungsterminen am letzten Juni-Wochenende gehören regionale Busfahrten, ein Kinderprogramm, ein Fotowettbewerb für Kinder und Jugendliche bei allen Projekten sowie Wanderausstellungen zum Veranstaltungsangebot.

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Zwei weitere Sanierungsprojekte

  • Hotel Röhrl Eilsbrunn

  • Nach 50 Jahren Leerstand und Verfall ist die alte Brauerei Röhrl zu neuem Leben als Hotel erwacht. Das Ergebnis der vom Architekturbüro Kühnlein, Berching, geplanten Verbindung von alter Bausubstanz und neuen Bauformen ist am Sonntag, 24. Juni, ab 14 Uhr zu besichtigen.

  • Klosterstadel Pielenhofen

  • Ebenfalls von den Architekten Michael Kühnlein senior und junior geplant und am Sonntag, 24, Juni, ab 10 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Das Konzept: die Umnutzung des ehemaligen Stadels der Klosterökonomie zum Kultursaal, Dorfladen, Café und Gewölbekeller.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht