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Montag, 16. Juli 2018 29° 8

Freizeit

Blütenpracht und Kreativität

Viele Naturfreunde strömten zum Tag der offenen Gartentür nach Wiesent. Sie holten sich Tipps und Anregungen.
Von Petra Schmid

Das Interesse der Besucher war groß. Die Details in den einzelnen Gärten wurden genau unter die Lupe genommen. Foto: Petra Schmid
Das Interesse der Besucher war groß. Die Details in den einzelnen Gärten wurden genau unter die Lupe genommen. Foto: Petra Schmid

Wiesent.Einfach eine fremde Gartentür öffnen und sich in aller Ruhe zwischen den Blumenrabatten umzusehen, das eine oder andere Dekorationsstück aus nächster Nähe betrachten, das ist normalerweise nicht möglich. Am Sonntag war dies nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich gewünscht.

Der Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege lud gemeinsam mit dem Obst- und Gartenbauverein Wiesent zum großen „Schautag“ ein. Sieben Gartenbesitzer und die Schule Wiesent gaben ihre grünen Oasen zur Besichtigung frei und standen für Tipps zur Verfügung. Freilich mussten die Gartenbesitzer ein klein wenig Geduld aufbringen, denn schließlich spazierten viele, viele Gäste durch die liebevoll gepflegten Gärten.

Viele Fachsimpeleien

Die Liebhaber der Gartenkunst achten bei ihren Rundgängen durch die Gartenanlagen nicht nur auf Details, sondern zückten oft das Handy oder die Kamera, um einen Schnappschuss von einer besonders ausgefallenen Idee zu machen oder außergewöhnlich prächtige Blüten festzuhalten. Gefachsimpelt wurde an fast jeder Ecke, ob nun Besucher untereinander oder mit dem Garteneigentümer. Die einzelnen Gärten zeigten die unterschiedlichsten Gesichter – vom naturnahen Bauerngarten über die kleine, aber feine Parkanlage bis hin zum exakt durchgeplanten Gartenareal. Eines haben allerdings alle gemeinsam: Sie werden mit großer Liebe und Leidenschaft gepflegt. Maria Stadler beispielsweise hat einen großen naturnahen Bauerngarten. Seit dem vergangenen Jahr arbeitet sie an einem neuen Element. Sie „züchtet“ eine Blumenwiese, erzählte sie. „Dafür braucht man viel Geduld und muss einige Jahre hinarbeiten“, erzählt sie. Gekauft würden für ihren Garten nur wenige Pflanzen, sie ziehe sie lieber selbst oder tausche mit Gartenfreunden. Außerdem liege ihr Garten gegenüber des Wertstoffhofs. Und so habe sie schon die eine oder andere Pflanze gerettet, sagte sie stolz und verwies auf einen großen Buchsbaum, welchen sie aufgepäppelt hat.

Während es bei Stadlers Garten natürlich und auch einmal etwas uneben zugehen darf, legen Martha und Alfons Fichtl großen Wert auf Genauigkeit. Wege, Pflanzen, einfach alles was es bei ihnen zu finden gibt, wird seit mehr als 30 Jahren „ordentlich“ gehegt und gepflegt. Fichtl erklärt lachend: So wie in seinem Beruf könne er auch in der Freizeit Unordnung nicht haben. Der Rasen exakt gemäht, die Kanten wie mit dem Lineal ausgestochen. Das beeindruckt bei einem Rundgang sofort: Diese Präzession, die hier beim Garteln an den Tag gelegt wird. Auch die Dekorationsstücke sind aufeinander abgestimmt. Wer nun meint, es handle sich um einen reinen Nutzgarten, der irrt gewaltig, denn auch eine Abteilung Obst und Gemüse gibt es hier zu finden. Morgens, wenn das Gras noch feucht sei, barfuß durch den Garten zu schlendern und dabei Insekten zu beobachten, das sei der schönste Start für sie in den Tag, schwärmt Martina Hiltwein-Deibel. Auf die Frage, wer in ihrer Familie den grünen Daumen habe, antwortete sie schmunzelnd: „Vieles mache ich – und wenn ich eine neue Idee für eine Umgestaltung habe, dann muss auch mein Mann ran!“ Für sie sei es eine Freude, zu entdecken, wenn sich wieder eine neue Blüte öffne oder „Familie Spatz“ gerade das Vogelhaus am Baum neu beziehe.

Mehr Fotos vom Tag der offenen Gartentür sehen Sie in unserer Galerie:

Tag der offenen Gartentür in Wiesent

Vor 20 Jahren fing alles an

Freilich kamen nicht nur Garteninteressierte nach Wiesent, sondern auch Kreischefin und Landrätin Tanja Schweiger machte sich mit Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher und OGV-Ortschef Konrad Seilbeck ein persönliches Bild. Kerscher freute sich, dass so viele gekommen waren, um hinter die Zäune und Hecken zu blicken. Sie könne sich gut vorstellen, dass heute so manche Frau zu ihrem Mann sagen werde: „Da habe ich was Schönes gesehen, das kannst du auch für mich machen. Andere Männer machen das schließlich auch!“. Das sagt die Bürgermeisterin natürlich mit Augenzwinkern. Landrätin Schweiger hob hervor, dass sie schon seit mehreren Jahren die Gartentage begleiten würde, aber als Kreisvorsitzende sei es für sie heute eine Premiere. „Die Gärten, die besichtigt werden können, sprechen für sich“, lobte Schweiger.

Wiesents OGV-Chef Konrad Seilbeck war hoch erfreut über den Andrang und lud die Gäste zur Foto-Ausstellung im Bürgerhaus ein. Der „Tag der offenen Gartentür“ wurde übrigens vor 20 Jahren 1998 eingeführt. Anfangs habe man landkreisweit Gärten besichtigen können, dann habe man das Konzept geändert. Es sei ökologischer, abwechselnd jeweils in einem Ort die Veranstaltung durchzuführen.

Lieblingsstellen in den grünen Oasen

  • Oliver und Martina Hiltwein: „Auf der Bank beim Gartenteich genießen wir die Ruhe und können so richtig entspannen. Gerne schauen wir hier den Fischen zu, aber eigentlich hat unser Garten lauter Lieblinsplätze. Eine Auswahl zu treffen, fällt uns da sehr schwer.“

  • Maria Stadler: „Hier unter dem Apfelbaum ist mein Lieblingsplatzl. Ich habe heuer sogar extra einen grünen Sonnenschirm gekauft, er fällt fast gar nicht auf unter den vielen grünen Blättern. Hier trinke ich oft eine Tasse Kaffee und genieße meinen schönen Garten.“

  • Christine Mirbauer: „Morgens um sieben Uhr trinke ich hier meine erste Tasse Kaffee und wandere dann gemütlich durch den Garten und setze mich auch an einer anderen Stelle wieder hin. Dann hole ich mir eine zweite Tasse und genieße es, entspannt in den Tag zu starten.“

  • Alfons und Martha Fichtl: „Hier, windgeschützt hinter der kleinen Mauer, sitzen wir gerne. Es ist ein lauschiges Plätzchen zum Lesen. Einfach entspannen und nach der Arbeit zur Ruhe kommen, geht hier wunderbar. Nach getaner Arbeit hat man einen schönen Blick in den Garten.“

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