mz_logo

Landkreis
Sonntag, 27. Mai 2018 29° 2

Finanzen

Brennberg nimmt Kredit auf

Der Gemeinderat hat einen 5,6 Millionen-Haushalt verabschiedet. 600000 Euro muss sich der Ort für Investitionen borgen.
Von Resi Beiderbeck

Der Erwerb des Kindergartengebäudes samt Grundstück kostet die Gemeinde Brennberg rund 850000 Euro. Foto Beiderbeck

BRENNBERG.Von den 3,4 Millionen Euro im neuen Brennberger Verwaltungshaushalt ist der mit Abstand größte Einnahmeposten die Einkommensteuer in Höhe von 1,1 Millionen Euro, was nicht nur eine Fortsetzung des positiven Trends der Vorjahre, sondern einen neuen Höchststand bedeutet. Seit 2008 hat sich diese Einnahme beinahe verdoppelt. Wichtige Einnahmen sind außerdem die Gewerbesteuer, heuer mit 450000 Euro angesetzt, die Schlüsselzuweisungen (464600 Euro), die Grundsteuer (191000 Euro), der Kindergartenzuschuss (180000 Euro) und der Straßenunterhaltszuschuss (102400 Euro).

Bei den Ausgaben ist die größte Summe für die Kreisumlage bestimmt (730500 Euro), gefolgt von Personalkosten (486400 Euro), Kinderbetreuung (312500 Euro), VG-Umlage (227700 Euro), Unterhalt von Straßen und Wegen (100000 Euro). 15000 Euro werden für den Kommunalen Prüfungsverband eingestellt, 25000 Euro für Feuerwehr-Schutzanzüge, 10000 Euro für den Druck der Frauenzeller Häuserchronik, 30000 Euro für das Gewässerentwicklungskonzept, 50000 Euro für die Hochbehältersanierung, 5000 Euro für die anwaltliche Vertretung im Kampf gegen die Stromtrasse.

Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 2,2 Millionen Euro und speist sich aus Rücklagenentnahme (744500 Euro), Zuschüssen (527500 Euro), Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt (348000 Euro) und einer Kreditaufnahme in Höhe von 600000 Euro. Dies ist die erste Neu-Verschuldung seit 2011, aber anders kann das Großprojekt „Kindergarten“ nicht bewältigt werden. Der mit Abstand größte Ausgabenbrocken ist der Erwerb des Kindergarten-Gebäudes (853000 Euro), dazu kommt dessen Erweiterung und Umbau (600000 Euro heuer, 250000 Euro nächstes Jahr). Fraktionsübergreifend besteht Einigkeit, diesen Weg zu beschreiten.

Lohnende Investition

Schließlich komme die Gemeinde damit in den Besitz eines 1500 Quadratmeter großen Grundstücks in Premiumlage mit einem relativ intakten Gebäude darauf, so der Tenor im Gemeinderat. In die Wasserversorgung werden 245000 Euro investiert und für neue Beleuchtung (Burg und Klostervorplatz) fallen 50000 Euro an. Neue Möbel für die Schule (34000 Euro), neue Ortseingangstafeln (5000 Euro), Planungskosten für Berndorferstraße und Straße in der Öd (30000 Euro) sowie Breitbandausbau (42000 Euro) sind weitere Posten.

Ein Blick auf die kommenden Jahre zeigt diverse Straßensanierungsmaßnahmen wie Zieglöde, Weismühle, Hohenrad, Bibersbach (2021) und Zumhof. Auch das Gemeindehaus soll nicht vergessen werden, rückt aber nach hinten in die Jahre 2020 und 2021 (jeweils 500000 Euro). Dies ist jedoch nur eine grobe Schätzung, denn hier steht noch die Entscheidung des Gemeinderats aus. Eine endgültige Lösung bezüglich Neu- oder Umbau muss erst noch gefunden werden. Bauhoffahrzeuge sind für 2019 (55000 Euro) und 2020 (183000 Euro) angedacht, ein neues Feuerwehrauto für 2021 (300000 Euro).

STRABS-Aus macht Probleme

Noch nicht berücksichtigt sind mögliche Ausgaben für neue Brunnen, denn im Haushaltsjahr 2018 sollen lediglich Erkundungsbohrungen durchgeführt werden. Problematisch ist die Unsicherheit, die sich durch die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung (STRABS) ergibt. Die Maßnahmen „Staufferweg“ und „Johannisstraße“ laufen seit 2017, Beitragsbescheide für Vorauszahlungen wurden verschickt und von Anliegern bezahlt. So lange keine politische Entscheidung für ein neues Konzept getroffen wird, bewegt sich die Gemeinde jedoch im Ungewissen. „Im Gegensatz zu uns gibt es bayerische Gemeinden, die keine Vorausleistungen erhoben haben. Deren Bürger wären im Vergleich zu unseren bevorzugt. Man darf gespannt sein, wie die Politik das lösen will“, sagte Bürgermeisterin Irmgard Sauerer über die ungewisse Situation.

Bauplätze: Weil im Baugebiet Johannisfeld die früheren Eigentümer keine sechs, sondern nur vier Bauplätze behalten wollen, kann die Gemeinde jetzt insgesamt 24 Parzellen vermarkten. Vier davon sind bereits verkauft.

Bewerber: Bis Oktober wird die Liste der Bewerber abgearbeitet. Wer sich für ein Grundstück bewerben möchte, kann der VG seine Kontaktdaten mitteilen. (lbi)

Johannisfeld

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht