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Dienstag, 24. April 2018 22° 3

Tradition

Bruder Barnabas schenkte kräftig ein

Beim Starkbierfest mit regionalem Kultcharakter in Wenzenbach derbleckte Edmund Seidl. Alexa gab im Singspiel den Ton an.
Von Ralf Strasser

Der neue und der alte Barnabas mit Textautor Bernhard Pielmeier und den Züchmühler Musikanten Foto: Gerhard Auburger

Wenzenbach.Nockherberg? Die Wenzenbacher können da nur mit der Schulter zucken. „Können wir auch“, lächelt Bernhard Peilmeier von den Weihertaler Schützen. Seit 14 Jahren derbleckt man selber, mit einem Starkbierfest, das längst regionalen Kultcharakter besitzt. Mit allen Zutaten: Ein gemeindliches Oberhaupt, politische Schwergewichte, dunkles Palmatorbier, gute Laune, Musik, Festrede mit schmunzelnder Schärfe und ein „Singspiel“. Der neue Schützenmeister Mario Puchinger begrüßte, die Züchmühler Musikanten spielten auf und Bürgermeister Koch legte ein gelungenes „O-Zapft-is“ auf die Bühne.

Alles wie gehabt und doch war es anders als sonst. Wie kommt´s, dass sich Bruder Barnabas alias Kurt Niederle nach zehn Minuten wieder hinsetzte, mit der Bemerkung, er habe nun über ein Jahrzehnt viel gepredigt und „genützt hat´s eh nix.“ Mit Bruder Edmund Seidl gibt es nun einen neuen Barnabas, der das humorige Derblecken übernimmt. Nachdem Kurt Niederle mit stehenden Ovationen die Rundumschelte abgab, nahm sich Seidl schon mal den Gemeinderat vor.

Der Gemeinderat im Visier

„In der Fastenzeit wird auch aufs Nachdenken verzichtet. Die einen gehen dazu ins Kloster, im Gemeinderat heißt das Klausurtagung.“ Damit begann eine humorige Rede mit allerlei Seitenhieben. Den Gemeinderat Gerhard Waldherr lässt Barnabas ein Kerzerl für das Ausscheiden von Manfred Jobst anzünden, für den Bürgermeister wünscht er sich weitere zehn Jahre im Amt, damit dieser endlich in den zweiten Gang schalten kann.

Beim Investitionsstau, „der in Wenzenbach größer als der Verkehrsstau um halb acht vorm Pfaffensteiner Tunnel ist“, sieht er Lichtblicke. „Die Telekom hat flotter die Schläuche fürs Internet verlegt als der OGV eine Bewässerung durch das Mistbeet, inklusive Leerrohr vom Beichtstuhl der Kirche in die Kaffeeecke vom Schifferl. Im Fokus seiner Rede ein Luxus-WC für 150.000 Euro, „in dem der Steuerzahler für einen Brunzer vier Euro zahlt“, eine mögliche Gesichtserkennung im Rathaus, die alle Türen automatisch vergittert, wenn sich ein gewisser Hans E. nähert, oder die Vorstellung einer verpflichteten Bayerischen Sprache in der Verfassung. „Das hätte Folgen, denn in der Volkshochschule würden Söder und der Koch in der ersten Reihe sitzen.“

Digitalisierung in der Gemeinde

Doch Barnabas musste sich die Lacher mit Alexa, der sprachgesteuerten internetbasierten Assistentin, teilen. Im „Singspiel“ demonstrierte das Wenzenbacher Brettl warum Alexa mit Vorsicht zu genießen ist. Etwa im Wahlkampf. „Sebastian Koch trägt keine Uhr, er entscheidet wie spät es ist“ oder „Dr. Ebneth übernimmt den Berliner Flughafen, Neueröffnung Montag, 12 Uhr“ schlägt Alexa vor. Am Ende lässt sie den zweiten Bürgermeister Ewald Fischer singen und legt sich mit Bürgermeister Koch als Kandidaten für die CSU fest, damit diese die nächste Wahl gewinnt. Den Gästen hats sehr gut gefallen. Am Ende wurde das Glas erhoben und auf das nächste Jahr angestoßen: „Cervisia vobiscum - Das Bier sei mit euch“. Prost und „nix für Ungut“.

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