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Montag, 23. Juli 2018 29° 2

Befragung

Bürger vermissen Läden und Gasthaus

In Gailsbach und Langenerling gibt es nur wenige zufriedene Bürger. Die Hagelstädter haben dagegen nur wenig zu kritisieren.
Von Stefan schwarz

Das Fehlen eines Supermarktes wird von den Bürgern auffällig oft genannt. Foto: Armin Weigel/dpa
Das Fehlen eines Supermarktes wird von den Bürgern auffällig oft genannt. Foto: Armin Weigel/dpa

HAGELSTADT.Mit ihrer Fragebogenaktion hatten die Seniorenbeauftragten der Gemeinde Hagelstadt, Günther Zierhut und Heribert Piwonka, im Frühjahr für Aufsehen gesorgt. 800 Fragebögen hatten sie im Gemeindebereich an die Haushalte verteilt, 173 davon haben sie mittlerweile ausgefüllt zurückerhalten. Inzwischen sind alle Antworten ausgewertet, was den Seniorenbeauftragten die Möglichkeit gibt, ein Fazit der Aktion zu ziehen.

Dieses falle durchweg positiv aus, sagt Piwonka im Gespräch mit unserem Medienhaus. Man habe eine Rücklaufquote von rund 21,6 Prozent erzielt. Dies sei sehr erfreulich und zeige das rege Interesse der Bevölkerung an den Fragestellungen zu Mobilität, Infrastruktur, ehrenamtlichem Engagement und Themen rund ums Alter.

Eine derart hohe Rücklaufquote ermöglicht den Seniorenbeauftragten aber auch, repräsentative Rückschlüsse auf alle Einwohner der Gemeinde zu ziehen. Auffällig ist dabei im Themenfeld Infrastruktur, dass die Liste der fehlenden Einrichtungen von einer Metzgerei, einem Supermarkt und einem Gasthaus angeführt wird. Generell ist eine Mehrheit der Bürger aber mit der Infrastruktur zufrieden. Dies gilt allerdings hauptsächlich für den Hauptort Hagelstadt, in Gailsbach und Langenerling gibt es nur wenige zufriedene Bürger.

In Sachen Mobilität vertrauen 85 Prozent der Befragten auf ihr eigenes Auto, lediglich magere neun Prozent nutzen die Bahn trotz eigenem Haltepunkt in Hagelstadt häufig. Noch schlechter schneiden die Busse ab, die von lediglich fünf Prozent der Bürger häufig genutzt werden. Dabei gelte im Gemeindebereich sogar das RVV-Gemeindeticket für einen Euro, erinnert Günther Zierhut.

Erfreulicher ist dagegen, dass sich rund 30 Prozent der Hägelstädter bereits ehrenamtlich engagieren. Weitere 30 Prozent könnten sich ein Engagement vorstellen, beispielsweise bei Fahrdiensten, Gartenarbeiten, Besuchsdiensten oder kleineren Reparaturen. Auch die Nachfrage nach solchen Tätigkeiten sei da, sagen die Seniorenbeauftragen, beispielsweise für Seniorenausflüge oder Unterstützung im Haushalt.

Die Ergebnisse der Fragebogenaktion haben die beiden auch visualisiert und dem Hagelstädter Gemeinderat bereits vorgestellt. Für die Volksvertreter haben sie konkrete Anregungen parat, die sich aus den Antworten der Bürgerinnen und Bürger ergeben hätten. So wünschen sich viele Bürger ein regelmäßiges Gemeindeblatt, zusätzliche Sitzbänke im Gemeindebereich oder ein Internetportal für Senioren.

Alles Maßnahmen, die finanziell keine große Belastung darstellten, so Zierhut und Piwonka im Gremium. Die Impulse für konkrete Maßnahmen seien jetzt gegeben, so die Seniorenbeauftragten. Sie wollen sich für die umgehende Umsetzung der Ideen weiter stark machen und hoffen dafür auch auf politische Unterstützung.

Gesamtkonzept

Situation: Auch der Landkreis hat sich mit der Situation von Senioren beschäftigt. Dafür sind neben Landkreisbürgern über 55 Jahren auch Experten befragt worden. Inzwischen liegt ein 186-seitiges Konzept vor.

Inhalte: Im Konzept geht es um Themen wie die demografische Entwicklung, Wohnen und Infrastruktur, selbstständiges Leben im Alter, Teilhabe und Engagement und Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit.

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