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Soziales

Das Kinderhaus ist ein Vorbild

Pfatter ist stolz: Das „Storchennest“ wurde für die Förderung und Begleitung behinderter Kinder ausgezeichnet.
Von Hans Biederer

Mit Bürgermeister Jürgen Koch verstand sich Sebastian auf Anhieb. Mutter Sonja Wastl und die Erzieherinnen (v. re.) freuen sich über die Auszeichnung für das Kinderhaus. Foto: Biederer
Mit Bürgermeister Jürgen Koch verstand sich Sebastian auf Anhieb. Mutter Sonja Wastl und die Erzieherinnen (v. re.) freuen sich über die Auszeichnung für das Kinderhaus. Foto: Biederer

Pfatter.Für Sonja und Rüdiger Wastl ist das Pfatterer Kinderhaus ein Glücksfall. Ihr fast vierjähriger Sohn Sebastian hat das Down-Syndrom und besucht seit einigen Monaten das Kinderhaus „Storchennest“. Er wird dort vorbildlich betreut und integriert, sagen seine Eltern. „Mir hat besonders gut gefallen, dass schon bei der ersten Anfrage zum Kindergartenbesuch ohne Vorurteile oder Berührungsängste positive Gespräche zustande kamen und auf meine Fragen und Vorschläge eingegangen wurde“, bestätigte die Mehrfach-Mutter.

Sebastian hat noch größere Geschwister. Auch das dürfte ein Grund dafür sein, dass er keinerlei Berührungsängste hat. „Er ist ein lieber und anhänglicher Junge, der stets die Nähe seiner Spielkameraden und Erzieher sucht“, versichern die Erzieherinnen. Sebastian besucht seit Oktober 2017 die Mondscheingruppe, die von Stephanie Rohrmüller, Patricia Hechtbauer und Sophie Kürzl betreut wird. Wichtig für die Eltern ist, dass ihr Sohn keine Sonderstellung in der Gruppe einnimmt. „Regeln und Pflichten sollen für ihn ganz genauso gelten wie für die anderen Kinder“, betont Sonja Wastl. Negative Erfahrungen mit anderen Kindern oder auch den Eltern hat sie bisher nicht gemacht.

Therapien im Kindergarten

Eine spezielle Förderung bekommt Sebastian durch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Frühförderstelle des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums Regensburg. Die Therapien finden im Kindergarten statt, so dass sich die Erzieherinnen jederzeit mit den Therapeuten austauschen können. „Der Kindergarten selbst arbeitet ebenfalls mit einem Heilpädagogen zusammen, der Sebastians Fähigkeiten und soziale Kompetenzen in der Gruppe anschaut und gezielt spielerisch fördert“, bestätigt Sonja Wastl. Vom ersten Tag an habe sich ihr Junge im „Storchennest“ sehr wohl gefühlt, und er gehe gerne dorthin, genauso wie seine Schwester, erzählt die Mutter. Er liebt es, mit den anderen Kindern morgens und mittags im Bus mitfahren zu können.

Auf Initiative des Ehepaars Wastl aus Gmünd erhielt das Kinderhaus „Storchennest“ eine Auszeichnung für vorbildhafte Förderung und Begleitung. Für Bürgermeister Jürgen Koch ist diese Auszeichnung eine Bestätigung für die hervorragende Arbeit des Kindergartenteams. Für die Kommune ist der Wunsch auf der Urkunde schon Wirklichkeit: „Wir wünschen unseren Kindern eine immer offenere Gesellschaft, die sie in ihrem Leben fördert und stärkt. Wir wünschen ihnen und uns allen, dass jeder Mensch willkommen geheißen, geschätzt und respektiert wird, so wie er ist. Mit Ihnen können diese Wünsche wahr werden. Herzlichen Dank dafür.“

Positive Botschaften

„Wir haben viel zu geben“. Unter diesen Leitspruch stellte Down Syndrom International den Welt-Down-Syndrom-Tag (WDST) am vergangenen Mittwoch. Dieser Tag speziell für positive Botschaften und Aktionen sollte deutlich machen: Vielfalt steht uns allen gut! Eine Auszeichnung als „Dank und Anerkennung des besonderen Engagements für Kinder mit Down-Sydrom“ vom Deutschen Down-Syndrom Infocenter überreichte Sonja Wastl dem Kinderhaus „Storchennest“ in Pfatter.

Menschen mit dem Down-Syndrom bereichern unsere Gesellschaft. In ihren Familien, in Kindergärten oder Schulen, an Arbeitsplätzen, in den Gemeinden oder Wohnhäusern, in der Freizeit und in den Medien. Durch den WDST soll dies sichtbarer werden.

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