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Ausflug

Den Wald hautnah erleben

Das Forstrevier brachte Schülern der 3. Klasse bei den Waldspielen die Natur näher. Die Kinder waren begeistert.
Von Beate Popp

Bei verschiedenen Spielen im Wald zeigten die Kinder großes Interesse. Foto: Popp
Bei verschiedenen Spielen im Wald zeigten die Kinder großes Interesse. Foto: Popp

Hemau.Kinder und Jugendliche sitzen zu viel vor dem Computer, dem Handy oder dem Fernseher. Da gilt es, einmal zurück zu rudern und ihnen die Natur wieder etwas näher zu bringen. Das Forstrevier mit der neuen Forstoberinspektorin Lisa Büsing, die seit Mai 2018 als Leiterin fungiert, und dem Försterteam mit Klaus Gansert, Bernhard Rau, Carolina Fricker, Annette Scholz und Thomas Stadler brachten den jungen Schülern aus Hemau, Deuerling, Laaber und Kallmünz den Wald in seiner ganzen Vielfalt mit viel Einfallsreichtum und Spaß näher.

Den Schulkindern wurde spielerisch die enorme Bedeutung des Waldes und der Natur beigebracht. „Das Ziel der Waldpädagogik ist, dass jeder wenigstens einmal in der Grundschulzeit mit einem Förster durch den Wald geführt wurde“, so die Försterin Büsing.

Allerlei Wissen vermittelt

Bei herrlichem Sommerwetter zogen die Kinder im dicht bewachsenen Wald bei der Högerlberghütte in der Nähe von Hinterthann in sechs Gruppen unter Begleitung eines Waldpaten und ihres Klassenlehrers los, um auf einem langen Parcours durch den Wald zu streifen. Die Stationen befanden sich in einem Rundkurs. Auf den Wegstrecken wurde den Kindern allerlei Wissen rund um den Wald vermittelt. „Wie fühlt sich ein Baum an, kennt ihr die Blätter?“, fragte Büsing die Grundschüler der 3. Klassen – und begeistert kamen die prompt die Antworten der jungen Waldbesucher.

Die Kindergruppe erforschte neben Pflanzen auch die Tierwelt im Wald. Foto: Popp
Die Kindergruppe erforschte neben Pflanzen auch die Tierwelt im Wald. Foto: Popp

„Das ist eine Birke, weil der Stamm sehr hell ist“, wusste Tobias sofort. Auch Christoph kannte viele der Baumarten, „denn wir haben zuhause einen großen Garten mit vielen Bäumen“! Die Aufgaben sprachen alle Sinne an, begeisterten die Kinder, förderten ihren Teamgeist und ließen sie einen unvergesslichen Tag mit emotionaler Bindung zum Wald und zur Natur erleben.

„Wie fühlt sich ein Baum an, kennt ihr die Blätter?“

Lisa Büsing, Forstoberinspektorin

Aber es waren nicht nur Bäume und Pflanzen, auf die die Aufmerksamkeit der Kinder im Wald gelenkt wurde. Auch alle Tierarten, die ihr Zuhause in der Region haben, faszinierten den Nachwuchs bei ihrem Ausflug. Die Natur stand den Schulkindern in einer solch verschwenderischen Fülle bereit, dass sich ohne großartige Hilfsmittel vielerlei unterhaltsame und spannende Spiele durchführen liesen: Ob Walddomino, Waldmemory oder ein Zimmermannspiel. Außerdem mussten die Kinder Baumarten erkennen, die Bewohner des Waldtümpels kennenlernen und verschiedene Bäume richtig zusammenlegen.

Forstoberinspektorin und Waldspiele

  • Werdegang:

    Lisa Büsing wurde in Pressath geboren. Nach dem Forststudium in Weihenstephan und der Anwärterzeit an der Forstschule in Lohr am Main kam sie 2013 an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg. Ihren Schwerpunkt legte sie ab 2016 auf die „Bekämpfung asiatischer Laubholzbockkäfer“. Seit Mai 2018 ist Büsing Leiterin des Forstreviers Hemau.

  • Ablauf:

    Die Waldspiele im westlichen Landkreis Regensburg finden heuer an zwei Tagen mit diesmal jeweils sechs Gruppen statt. Beteiligt sind die Schulen aus Beratzhausen, Hemau, Kallmünz, Deuerling und Laaber. Als Forstpaten sind Klaus Gansert, Bernhard Rau, Carolina Fricker, Annette Scholz, Thomas Stadler und Lisa Büsing (alle Förster) an den Waldspielen beteiligt.

Die Förster informierten über die Waldameise, danach ging es für die Kinder zum Zapfenwerfen. Dabei mussten Baumzapfen in das richtige Gefäß befördert werden und Blätter mithilfe von Angeln an Bäumen befestigt werden.

In der Natur und im Wald standen den Kindern zahlreiche Spiele zu Verfügung. Diese weckten bei den Schülern Freude, Neugier und Spaß, sprachen dabei alle Sinne an und förderten gleichzeitig auch die Konzentration. Zudem wurde anschließend auch der Tiefbrunnen genauestens von der Gruppe inspiziert.

„Lernen durch begreifen“

„Die Eigenschaften der Naturerfahrungsspiele sind die Begegnung im Wald, das persönliche Erlebnis und das Lernen durch begreifen. Sie wecken bei den Kindern Freude, Neugier und Spaß, sprechen alle Sinne an und fördern die Konzentration“, erklärte die Försterin.

Da viele Menschen heute nur wenig über die Aufgaben des Waldes in den Bereichen Klima-, Boden- und Wasserschutz, als Rohstoff- und Energielieferant, über die Luftreinhaltung und die Schaffung von Lebensraum für Tiere und Pflanzen wissen, betreiben das Forstrevier Hemau, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, seit Jahrzehnten forstliche Bildungsarbeit.

Schwerpunktmäßig werden alle 3.Klassen, in denen das Thema lehrplangemäß behandelt wird, zu den Waldjugendspielen eingeladen. Ziel dabei ist es, das erworbene theoretische Wissen im Nachhinein auch in der Praxis zu vertiefen.

Die Waldspiele werden vom Revier Kallmünz, Klaus Gansert, und vom Revier Hemau in Zusammenarbeit organisiert. (lbp)

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