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Trendsport

Der Bogensport ist gefragt

Die 2017 gegründete Abteilung des TSV Pielenhofen schwimmt auf Erfolgskurs: Sie zählt bereits 56 Mitglieder.
Von Andrea Leopold

Starken Zulauf verzeichnet das meditativ angelegte Schießen der Bogensportabteilung des TSV Pielenhofen. Foto: Leopold
Starken Zulauf verzeichnet das meditativ angelegte Schießen der Bogensportabteilung des TSV Pielenhofen. Foto: Leopold

Pielenhofen.. Seit Mai 2017 gibt es die Bogensportabteilung beim TSV. Die Ausrüstung wird vom Verein gestellt. Die Mitglieder kommen teilweise bis aus Niederbayern angefahren, da sie in der Gegend nichts Vergleichbares finden. Denn im Gegensatz zum traditionellen Bogenschießen mit Visier und Zielvorrichtung betreiben Uwe Zimmermann und der Verein das intuitive Bogenschießen, wo es darum geht, seine innere Mitte zu finden.

„Man fokussiert das Ziel mit beiden Augen, konzentriert sich darauf, die Abläufe werden durch viele Wiederholungen vom Unterbewusstsein gesteuert. Man schaltet völlig ab, kommt runter“, beschreibt Zimmermann. Es sei eine Art Meditation, so wie bei Yoga auch.

„Das Bogenschießen eröffnet mir eine ganz neue Welt“, versichert der großgewachsene Hüne nachdenklich. Der Mehrwert sei auch ein Zuwachs des Selbstvertrauens, wenn man Treffer landen könne. Der Vergleich mit anderen lässt einem Erfolg und Talent erkennen.

In Japan ist das Bogenschießen eine jahrhundertealte Tradition und eng mit der Zen-Meditation verbunden. Ähnlich wie beim Teetrinken sei auch der Ablauf beim Abschicken der Pfeile zeremoniell. Für Zimmermann hat das Bogenschießen zu einem „Umkrempeln des ganzen Lebens“ geführt. Für ihn bedeute der Sport mehr als eine Freizeitbeschäftigung: „Zuerst kam das Bogenschießen in mein Leben und dann kam der Wendepunkt.“

Bogenschießen gegen Burnout

Uwe Zimmermann habe eine 60- bis 70-Stundenwoche gehabt und überhaupt keine Freizeit. Aus Sorge um einen kommenden Burnout wegen der 6-Tage-Woche hatte er sich entschlossen, mehr auf sich und seinen Körper zu hören. Dadurch habe er deutlich an Lebensqualität gewonnen. 2014 hat sich der gelernte Zimmerer seinen ersten Bogen gebaut, 2015 begann er mit dem Daumenringschießen. Ziemlich schnell kam der Erfolg, er wurde zu internationalen Turnieren eingeladen. Bereits nach zwei Monaten ging er auf Anraten seines Lehrers auf ein Turnier in die Türkei. Er wurde in den Pool „Traditional archery Team Germany“ aufgenommen. Im Oktober 2015 kam dann eine Einladung aus Griechenland, im Frühjahr 2016 eine aus Ungarn, dann von Kirgistan. Im Jahr 2017 eröffnete er seinen Bogenladen in Rohrdorf. Aktuell gibt er Kurse zum Bogenbau, kauft und verkauft verschiedene Bögen. Es gibt auch mehrere 3D-Parcours in der Umgebung, in Guteneck oder bei Teublitz, bei denen auf Tierfiguren geschossen werde, alles in der freien Natur. Dort werden steile Bergabschüsse verlangt, werde knieend geschossen, vom Hochsitz aus, bergab und bergauf, durch Bäume hindurch.

Die Kultur des Bogens begann schon vor 30 000 bis 40 000 Jahren als Kriegswaffe, aber auch für die Jagd, bis sie im Mittelalter mit Entstehen der Vorderlader und Musketen endete. In England schoss man bis ins 17. und 18. Jahrhundert mit Pfeil und Bogen, in der Türkei gehörte der Bogen noch bis vor 100 Jahren zur Standardausrüstung. „Bei uns ging die Tradition mit der Erfindung der Feuerwaffen zu Ende“, erläutert Zimmermann.

Affinität zum Osten

Im 19. Jahrhundert sei der Bogen wieder als Sportgerät entdeckt worden. Im mittelalterlichen England wäre es sogar bei Todesstrafe verboten gewesen, eine andere Sportart auszuführen. Schon mit drei, vier Jahren wurde die Jugend im Langbogen ausgebildet und jedes Jahr kamen stärkere Bögen mit bis zu 150 Kilo Zuggewicht zum Einsatz. Beim Öffnen von 30 Gräbern in Schlachten geöteter Menschen fanden die Fachleute völlig deformierte Schultern durch Arthrose aufgrund der hohen Zuggewichte.

Zimmermann glaubt, dass seine Wurzeln irgendwo in der Mongolei lägen. Er verspüre eine starke Affinität zum Osten. Die Mongolen seien ja von China und dem Karakorum aus mit 130 000 Kriegern und 50 000 Tross in mehreren Wellen bis zum Rhein eingefallen und hätten dort ihre Gene verteilt.

Warum sollte Uwe Zimmermann kein mongolischer Nachfahre sein?

Training: Mittwoch und Donnerstag von 16-18 Uhr am Sportplatz in Pielenhofen, Samstag Kindertraining.

Kosten : 30 Euro im Jahr für die Abteilung, 39 Euro Vereinsbeitrag. Ansprechpartner: Uwe Zimmermann (0162) 698 09 08, homepage: www.Bogensport-Regensburg.de

Wintertraining : Zweimal in der Woche in der Turnhalle

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