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Sport

Der erste Lauf in voller Feuerwehrmontur

Schwitzen für das große Ziel: Sinzinger Feuerwehrler starten beim Viertelmarathon in Regensburg mit Atemschutzausrüstung.
Von Laura Lindner

Das erste Training für den Viertelmarathon in voller Feuerwehr-Montur brachte die Sinzinger Feuerwehrler ordentlich zum Schwitzen. Von links nach rechts: Wolfgang Pumberger, Helmut Finkenzellner und Bernhard Kranz Foto: Lindner
Das erste Training für den Viertelmarathon in voller Feuerwehr-Montur brachte die Sinzinger Feuerwehrler ordentlich zum Schwitzen. Von links nach rechts: Wolfgang Pumberger, Helmut Finkenzellner und Bernhard Kranz Foto: Lindner

Sinzing.Sie sind nur drei von voraussichtlich mehr als 1200 Startern beim Viertelmarathon am 13. Mai in Regensburg – und dennoch werden sich Wolfgang Pumberger, Helmut Finkenzeller und Bernhard Kranz deutlich vom übrigen Starterfeld absetzen. Die Sinzinger Feuerwehrmänner wollen in voller Atemschutzmontur – mit Brandschutzhose, Brandschutzmantel und Atemschutzgerät auf dem Rücken – ein Viertel der Strecke des Regensburger Marathons laufen. Nach dem ersten Training am Samstagvormittag waren die Läufer zuversichtlich: „Wir haben es uns noch anstrengender vorgestellt.“ Der vierte Mann im Bunde, der ursprünglich mitlaufen wollte, musste schon zum Auftakt pausieren – so stark leidet Alexander Wutz zurzeit unter seiner Pollenallergie. Ob er in Regensburg starten kann, ist noch absolut ungewiss.

Die Strecke, die die Sinzinger Feuerwehrleute bezwingen wollen, finden Sie hier auf Mittelbayerische Maps:

Laufen für den guten Zweck

Das sonnige Wetter am Samstag hat ideale Trainingsvoraussetzungen für den Regensburger Viertelmarathon geboten. 2017 waren die Läufer ebenfalls bei Temperaturen an der 30-Grad-Grenze gestartet. Für die drei Sinzinger führte der erste Weg jetzt jedoch nicht raus auf die Straße – sondern erst einmal ins Feuerwehrhaus: Brandschutzhose und -mantel mussten angezogen und die Druckluftflasche auf den Rücken geschnallt werden. Nur die klobigen Feuerwehrstiefel durften im Gerätehaus stehenbleiben. Die Männer schlüpften stattdessen in Laufschuhe. Und dann ging es auch schon los: Pumberger, Finkenzeller und Kranz liefen gut fünf Kilometer und somit rund die Hälfte der Strecke des Viertelmarathons. Das Gewicht, das sie dabei mitschleppten, war enorm. 15 bis 18 Kilogramm wiegt die gesamte Ausrüstung, schätzt Pumberger, der einzige Profi unter den dreien: Er läuft Ultraläufe, zum Beispiel schon zweimal den Mittelbayerischen Landkreislauf in voller Länge.

Kein Wunder, dass Wolfgang Pumberger nach dem Trainingslauf am fittesten war. Er läuft sonst Ultraläufe. Foto: Lindner
Kein Wunder, dass Wolfgang Pumberger nach dem Trainingslauf am fittesten war. Er läuft sonst Ultraläufe. Foto: Lindner

Bereits beim Training ernteten die Feuerwehrmänner erstaunte Blicke von anderen Läufern und motivierende Zurufe. „Dieses Feedback motiviert am meisten“, erklärte Finkenzeller, der der Vize-Vorsitzende der Sinzinger Feuerwehr ist. Doch dem Trio geht es nicht um die Gaudi. Sie wollen auf die Not der Feuerwehren im Landkreis Regensburg aufmerksam machen. „Wir brauchen unbedingt Mitglieder“, sagt Pumberger, der erste Vorsitzende.

Üblicherweise ist Pumberger als Läufer flott unterwegs. Am 13. Mai spielt die Zeit für ihn aber keine Rolle: „Wir wollen uns als Feuerwehr präsentieren und den Menschen zeigen, wie erfüllend es ist, Dienst am Nächsten zu tun.“ Für ihn ist die ehrenamtliche Arbeit etwas ganz Besonderes.

Das erste Training - ein Erfolg

Bernhard Kranz stellt den Gurt seines Atemschutzgeräts ein. Foto: Lindner
Bernhard Kranz stellt den Gurt seines Atemschutzgeräts ein. Foto: Lindner

Alle drei Läufer sind Quereinsteiger in den Feuerwehrdienst. Kranz hat sich erst vor zwei Jahren entschlossen, der Feuerwehr beizutreten, und hat im vergangenen Jahr die Grundausbildung absolviert. „Mich hat der Ehrgeiz gepackt – ich wollte Menschen helfen“, erklärt er. Mittlerweile durchläuft er die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger und freut sich auf neue, anspruchsvolle Aufgaben: „Da ist der Lauf eine schöne Herausforderung.“ Dass der Viertelmarathon in voller Montur hart wird, da ist sich der Feuerwehrler nach dem ersten Training sicher. Eigentlich hat er aber eine noch größere Qual erwartet.

Lesen Sie hier, was Dr. Andreas Harlass-Neuking, Sportmediziner und Mannschaftsarzt des SSV Jahn Regensburg, zu der Aktion der Sinzinger Feuerwehrler sagt.

In den Tagen, seit bekanntgeworden ist, welche Herausforderung die Sinzinger Feuerwehrler auf sich nehmen wollen, hat Vereinschef Pumberger etliche kritische Stimmen von Experten gehört, die vor dem Gewicht der Montur und der Hitzebelastung warnen. Er und seine Kameraden wollen aber nicht waghalsig sein. „Bei uns stehen die Sicherheit und die Gesundheit der Läufer an erster Stelle“, erklärt Pumberger. „Ich bin mir sicher, dass wir den Zehn-Kilometer-Lauf schaffen werden.“ Bis zum Viertelmarathon werden die Feuerwehrmänner noch dreimal in voller Montur trainieren.  Inzwischen haben sie auch einen „Teamarzt“ verpflichtet: Der Allgemeinarzt Peter Voigtländer aus Sinzing wird die Kameraden betreuen.

Wichtige Fakten zu den Feuerwehren im Landkreis Regensburg finden Sie hier:

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