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Dienstag, 22. Mai 2018 27° 1

Planung

Der Friedhof öffnet sich zur Stadt

Der Stadtrat Neutraubling befürwortet eine Öffnung von Westen her. Das Wegenetz muss heuer dringend saniert werden.
Von Michael Jaumann

Hier an der Westseite wird die Mauer aufgebrochen und mit Schmiedeeisen eine Torsituation geschaffen. Der neue Friedhofzugang gewinnt von dieser Seite her einen alleeartigen Charakter. Foto: Jaumann

Neutraubling.Vor fast zwei Jahren hat der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss gefasst, den Friedhofsbereich zu sanieren. Gebaut wurde bisher noch nicht. „Wir müssen dringend weiterkommen“, sagte Bürgermeister Heinz Kiechle in der jüngsten Stadtratssitzung. Das Wegenetz im westlichen Bereich sei ziemlich marode. Es seien jüngst bereits zwei Friedhofbesucher gestürzt.

„Wir müssen dringend weiterkommen.“

Bürgermeister Heinz Kiechle

Der Landschaftsplanerin Brigitte Kellner vom FLU-Planungsteam hat der Stadtrat in der jüngsten Sitzung immerhin grünes Licht für eine neue Eingangssituation im westlichen Teil des städtischen Friedhofs gegeben. Im Herbst, so schätzt die Planerin, kann es mit den Arbeiten für die Sanierung der Wege und der Wasser- und Kanalleitungen losgehen. Da diese bei einem Friedhof im laufenden Betrieb erfolgen müssen, ist das keine einfache Aufgabe.

Mit PCB belastet

Bereits mehrfach hat sich der Stadtrat mit der dringlichen Sanierung des Friedhofs beschäftigt, zuletzt im Februar, erinnerte der Bürgermeister in der Sitzung des Stadtrats. Die Friedhofkirche sei das letzte öffentliche Gebäude des Stadt, das mit der giftigen Chlorverbindung PCB belastet sei. Vor allem das Nebengebäude der Kirche mit den Toilettenanlagen gehöre dringend saniert und sei barrierefrei zu gestalten. Für den Umbau und die Sanierung des Friedhofs sind das Architekturbüro Winkler und das FLU-Planungsteam dabei, für den Hochbau- und den Tiefbaubereich ein Gesamtkonzept zu erstellen. Landschaftsarchitektin Brigitte Kellner hatte bereits im Februar deutlich gemacht, den Friedhofsbereich im Zuge der Sanierung zu modernisieren und den aktuellen Bedürfnissen anzupassen. Es gelte, nicht nur das schadhafte Pflaster zu sanieren, sondern auch die Eingangssituation zu verändern.

Derzeit sei der Zugang von der Nordwestseite wenig gefällig. Der Blick der Friedhofbesucher könne sich beim Betreten des Friedhofs nicht auf die Kirche oder die Reihen der Gräber richten. Die Landschaftsarchitektin regte an, den Zugang vom Einmündungsbereich des Friedhofsweges und der Keplerstraße hinunter in die Keplerstraße zu verlegen. Der Vorplatz der Friedhofskirche könne dann begrünt und deutlich aufgewertet werden.

„Die Öffnung von Westen her ist logischer.“

Architektin Brigitte Kellner

Die alternativen Zugänge standen nun als Ausbauvarianten auf der Tagesordnung des Stadtrats. Darüber hinaus hatte die Architektin auf Wunsch des Stadtrats eine Kostenschätzung für die Sanierung und Umgestaltung im Friedhofgelände aufgestellt. Die einfachere Variante würde sich an die Ist-Situation anlehnen. Die von der Architektin favorisierte Lösung mit der Öffnung der Friedhofmauer von Westen her sei hingegen „logischer“. Der Besucher würde auf den Kirchenvorplatz zugehen. Der Bereich an der Einmündung könne im Gegenzug grüner werden und korrespondiert dann mit dem schräg gegenüberliegenden Stadtgarten. Den Zugang von Westen her, für den sich der Stadtrat mit einer Gegenstimme entschied, stellt sich die Planerin nicht einfach als Öffnung in der Mauer vor. Es soll dabei vielmehr eine gefällige Torsituation geschaffen werden.

Zwei Bauabschnitte geplant

Die Arbeiten im Gelände für Wasser und Kanal, Gehwege und die Eingangssituation hatte die Planerin in zwei Bauabschnitte unterteilt. Die Arbeiten im dringlicheren Westteil bis zur Höhe der Feuerwehrzufahrt in der Mitte des Friedhofs schätzte Kellner auf rund 850 000 Euro brutto und den Aufwand für den östlichen Teil auf rund 510 000 Euro. Beide Abschnitte zusammen dürften somit Kosten von 1,36 Millionen Euro brutto zuzüglich Planungskosten verursachen.

Zum Wohlgefallen des Bürgermeisters lag der städtische Tiefbauamtsleiter Hans Gietl mit seiner älteren und hemdsärmeligeren Kostenschätzung ziemlich nahe am Zahlenwerk der Landschaftsplanerin. Wie viel die Bauabschnitte tatsächlich kosten werden, hängt von den Ergebnissen der Ausschreibung ab, die jetzt vorbereitet werden. Im Herbst sollen die Arbeiten beginnen.

Bürgermeister Kiechle versicherte auf Nachfragen von Stadträtin Ingrid Winklmeier, dass im zweiten Bauabschnitt, dessen Wegesystem im deutlich besseren Zustand sei, nur die nötigen Arbeiten erledigt würden. Es sei kein Problem, dort Teile von der Sanierung auszunehmen. Im Osten des Friedhofs wolle die Stadt ohnehin über alternative Bestattungsformen nachdenken.

Die Planungen für den Hochbaubereich, also die Arbeiten für Kirchendach, Nebengebäude und Toilettenanlage sollen im Herbst vorgestellt werden.

Umgestaltung am Friedhof

  • Zugang:

    Der triste Eingangsbereich an der Ecke von Friedhofweg und Keplerstraße mit seinem Waschbetonflair soll aufgelöst und umgestaltet werden. Landschaftsplanerin Brigitte Kellner stellt sich hier eine grüne Ecke vor.

  • Nebengebäude:

    Die Nebenräume der Friedhofkirche weisen den größten Sanierungsbedarf im Gebäudebereich auf. Für den Anbau neben der Friedhofkirche erarbeitet das Architekturbüro Winkler Lösungen für eine Neugestaltung. Im Herbst sollen die Planungen vorgestellt werden.

  • Gehweg:

    Das Pflaster an den Gehwegen im Bereich westlich der Feuerwehrzufahrt hat sich an verschiedenen Stellen gesenkt und gehoben. Die Stolperfalle ist tückisch. Es seien bereits Besucher gestürzt, berichtet Bürgermeister Kiechle.

  • Ostteil:

    Der Ostteil des Friedhofs ist relativ neueren Datums. Hier ist der Sanierungsbedarf daher nicht so hoch, es soll nur das Notwendigste gemacht werden. Gestaltungsbedarf besteht allenfalls insoweit, als die Stadt dort über alternative Bestattungsformen nachdenkt. (jn)

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