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Gesundheit

Die Angst vor Demenz nehmen

Lokale Allianz für Betroffene macht klar, wie wichtig Netzwerke sind. Zur Alltagsbewältigung sind auch die Kommunen gefragt.

Um die Volkskrankheit Demenz zu bewältigen, sind Netzwerke nötig. Foto: Gabriele Rohde/stock.adobe.com

Regensburg.Bereits zum vierten Mal fand der von der lokalen Allianz für Menschen mit Demenz organisierte Fachtag Demenz statt. Thema war „Die demenzfreundliche Gemeinde – Teilhabe ermöglichen“. Weil vor Ort bedarfsgerechte Versorgungsangebote oftmals fehlen und in Gemeinden Rahmenbedingungen dafür erst noch geschaffen werden müssen, versucht die lokale Allianz für Menschen mit Demenz im Landkreis Regensburg, bei den Kommunen den Blick für die Lebenssituation von Demenzkranken und deren Angehörigen zu schärfen.

Vor rund 60 Teilnehmern, die sich im Bildungshaus der Diözese Regensburg auf Schloss Spindlhof in Regenstauf eingefunden hatten, bezeichneten der stellvertretende Landrat Willi Hogger und der bischöfliche Beauftragte für Erwachsenenbildung und Hausleiter des Bildungshauses Spindlhof, Wolfgang Stöckl, das Thema Demenz als Herausforderung, das ein Zusammenwirken verschiedener Akteure notwendig mache: Verwaltung, Gewerbe, Wohlfahrtsverbände, Nachbarschaftshilfevereine, Mehrgenerationenhäuser, Ehrenamtliche und soziale Initiativen. Beim Fachtag ging es vor allem darum, deutlich zu machen, dass die Angst vor der Krankheit Demenz durch wirksame Netzwerke entschärft werden kann.

Dass dies durch „Vernetzen“ möglich sei, schilderte der erste Bürgermeister der oberbayerischen Gemeinde Taufkirchen an der Vils und Bezirksrat, Franz Hofstetter. Bis 2013 hätten die Gruppen „Senioren, Kinder und Jugendliche, Eltern, Migranten sowie Menschen mit Behinderung“ ein Dasein nebeneinander geführt. Ab dem Projekt „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ habe mehr und mehr gemeinsames Handeln unterschiedlicher Akteure stattgefunden. Ziel sei dabei die Verbesserung des Alltags und der Teilhabemöglichkeiten für Demenzbetroffene und Angehörige.

Zunehmend gebe es auch Menschen, die ohne Demenz, zum Beispiel bei einer längeren Krankheit oder einem längeren Krankenausaufenthalt, Probleme hätten, ihren Alltag zu managen, weil sie niemanden hätten, der ihnen in einer solchen Situation beistehe. Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker, Professorin für Sozialmanagement und Bildungsarbeit an der OTH Regensburg, zeigte anhand des 7. Altenberichts der Bundesregierung auf, welche Rolle die Kommunen für die Gestaltung des Lebens im Alter einnehmen könnten und sollten. Im Altenbericht seien Bund und Länder aufgefordert, die Kommunen zu stärken und soziale Ungleichheit zu überwinden.

Julia Schmidt, Mitarbeiterin des Landratsamts im Sachgebiet Senioren und Inklusion, stellte den „Helferkreis Auszeit“ vor, der zur Organisation eines selbstbestimmten Lebens beiträgt. Er ist ein niedrigschwelliges Betreuungsangebot und kann geschulte Ehrenamtliche vermitteln. Infos bei Julia Schmidt, Tel. (0941) 4009-531, oder E-Mail: Julia.Schmidt@lra-regensburg.de.

Wichtige Aspekte

  • Praxisbezug:

    Birgit Meier, Dipl. Sozialpäd. (FH) und zertifizierte Gedächtnistrainerin sowie langjährige Leiterin eines Sozialdienstes in der stationären Altenpflege, stellte mit ihrem Thema „Wertschätzender Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen“ sehr praxisbezogen vor, wie man mit an Demenz erkrankten Menschen umgehen sollte.

  • Wertschätzung:

    Dazu gehöre, die Person anzuerkennen, die Lebensleistung zu würdigen und wertzuschätzen, eigene Kompetenzen spüren zu lassen und aus dem Gefühlskarussell aus Angst, Misstrauen, Scham und Wut herauszuhelfen.

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