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Brauchtum

Die Brennberger Skapulierbruderschaft

Kirchliche und weltliche Feier des Skapulierbruderschaftsfestes ergänzen sich in Brennberg seit über 300 Jahren.
Von Resi Beiderbeck

Seit dem Jahr 1699 lassen sich die Gläubigen in die Skapulierbruderschaft aufnehmen und in dieses Buch eintragen.
Seit dem Jahr 1699 lassen sich die Gläubigen in die Skapulierbruderschaft aufnehmen und in dieses Buch eintragen.

Brennberg.Das Fest „Unserer lieben Frau auf dem Berge Karmel“ wird am Sonntag, 22. Juli, in der Brennberger Pfarrei St. Rupert gefeiert. „Skapulierbruderschaftsfest“ heißt das Ereignis offiziell.

Gottesdienst und Andacht, Gartenfest, Blasmusik und Bratwürstl gehören zum „Skapulierbruderschaftsfest“. Das wird in Brennberg seit über 300 Jahren gefeiert und im Volksmund „Schadablierfest“ genannt. „Ich lade ein zur Mitfeier des Festgottesdienstes und der Andacht am Nachmittag“ lässt Pfarrer Jürgen Lehnen wissen und rät: „Empfehlen wir uns aufs Neue der Fürsprache der Gottesmutter im festen Vertrauen, dass sie ihren schützenden Mantel über uns ausbreitet und ihr gutes Wort bei Gott einlegt“.

Stellenwert ist gesunken

Skapulierbruderschaftsfest – was ist das überhaupt? War in früheren Generationen das Wissen darum in der Bevölkerung noch stark verankert, so sank der Stellenwert des weitum einzigartigen Festtages in den letzten Jahren ein wenig. „Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel“ ist nicht nur einer der zahlreichen Ehrentitel der Gottesmutter Maria, sondern auch ein Gedenktag im Liturgischen Kalender der Kirche, der am 16. Juli gefeiert wird und auf eine über 860-jährige Geschichte blicken kann. Jeweils am darauffolgenden Sonntag findet das Fest in Brennberg statt und das schon seit 320 Jahren.

Gedacht wird bei diesem Feiertag der Überreichung des Skapuliers durch die Gottesmutter und den Jesusknaben an den Karmeliten-Generalprior, den heiligen Simon Stock (+ 1265). In einer Vision soll dem Ordensvorsteher am 16. Juli 1251 die Gottesmutter erschienen sein und ihm ein Skapulier überreicht haben. Die Gottesmutter soll dabei versprochen haben: „Das sei Dir und den Deinen ein Privileg. Wer damit bekleidet stirbt, wird gerettet werden“. Beim Skapulier handelte es sich um einen breiten Stoffstreifen, der über Brust und Rücken getragen wurde. Daraus entwickelte sich nicht nur das sogenannte „kleine Skapulier“, welches Maria dem hl. Simon überreichte, sondern auch die Skapulierbruderschaften. Bereits 1386 wurde der Gedenktag im Heimatland des Heiligen, genauer gesagt in englischen Karmelitenklöstern, als Eigenfest gefeiert. Im Jahre 1595 ermöglichte die vatikanische Ritenkongregation die Feier des Gedenktags auch außerhalb des Ordens. Papst Benedikt XIII. war es dann, der das Fest 1726 für die gesamte Katholische Kirche eingeführt hat.

Der Ablauf des Skapulierfestes

  • Gottesdienst:

    Am Sonntag, 22. Juli, beginnt das Skapulierbruderschaftsfest um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche „St. Rupert“. Am Nachmittag findet dort um 14 Uhr eine Andacht statt.

  • Neuaufnahme:

    Alle interessierten Gläubigen können sich bei der Andacht in die Skapulierbruderschaft aufnehmen lassen. Die Träger des Skapuliers vertrauen sich dem besondern Schutz der Muttergottes an.

  • Blasmusik:

    Die Pfarrkirche und das Gasthaus „Zur Burg“ liegen direkt nebeneinander. Deshalb ist das Skapulierbruderschaftsfest in Brennberg seit jeher mit einem Gartenfest verbunden. (lbi)

Der feierliche Gottesdienst geht also zurück auf die „Bruderschaft vom Berge Karmel“, auch Skapulier-Bruderschaft genannt. Sie hat ihren Ursprung in Palästina, auf dem Berge Karmel im Heiligen Land. Inzwischen wurde das Skapulier-Kleid durch eine handliche Medaille ersetzt, die man bequem an deiner Kette tragen kann. Wer sich am Sonntag zur Aufnahme in die Skapulierbruderschaft entschließt, bekommt vom Pfarrer eine solche Medaille ausgehändigt.

Natürlich gehört auch ein weltlicher Teil zu diesem Tag. Jahrzehntelang war damit ein Standmarkt verbunden, dessen Renaissance man 2009 herbeiführen wollte. Mariastiftstraße und St Rupert Straße waren noch in den 80ern jedes Jahr voll mit Standlern. Von Korbwaren über Gummibärl bis zum Spielzeugmähdrescher gab es hier allerlei zu kaufen.

Blasmusik und Bratwürstl

Unvergessen ist der Stand von Schuster Hans Wankerl aus Hofdorf, dessen Spektrum vom Pantoffel bis zum Gummistiefel reichte. Bei ihm wurde generationsübergreifen eingekauft. Zur Jahrtausendwende hin war das Markttreiben dann versiegt. Leider hatten die Wiederbelebungsversuche des Marktes wenig Erfolg. Fünf Betreiber sagten zu – einer kam und so wurde die Idee 2011 wieder verworfen.

Ganz und gar nicht passé ist dagegen der kulinarisch-kulturelle Teil des Festes. Im Gasthaus „Zur Burg“ vis a vis der Kirche stellt sich Wirtin Linda Griesbeck beim „Schdablierfest“ auf viele Gäste ein. Ab 11.30 Uhr wird die Blaskapelle „De Unsern“ zum Gartenfest aufspielen. „Und wie seit jeher gibt es natürlich Schdablierfest-Bratwürstl“, verspricht die Wirtin.

Den kirchlichen Teil des Skapulierbruderschaftsfestes gestaltet der Brennberger Kirchenchor zusammen mit dem Ensemble „Chorios“ und Querflötenbegleitung besonders ansprechend. Chorleiterin Renate Hirschberger hat unter anderem Taize-Vertonungen wie „O Christé domine Jesu“ ausgesucht.

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