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Donnerstag, 19. April 2018 26° 1

PFATTER

Die „Deifln“ stellen alte Bräuche vor

Wenn in den Tagen um den Jahreswechsel die Dunkelheit die Nächte bestimmt, dann bekommt das Reich

Am 21. Dezember stellen die Auwald-Deifln Bräuche und Geschichten aus vergangenen Zeiten dar. Foto: lto

PFATTER.der Dämonen, der elementaren Spukgestalten, mehr Gewalt über die Menschen. Wer an diesen Schicksalsmächten rühre, sei ihnen unwiederbringlich verfallen, wer jedoch mit ihnen umzugehen verstehe, dem eröffne sich ein kleines Fenster für Zukünftiges, heißt es im Volksglauben seit vielen hundert Jahren.

Um die bösen Geister abzuwehren, hat sich früh der Brauch der Raunächte, die ihre Wurzeln in der römischen und germanischen Antike haben, eingebürgert. Mit schaurigen Masken und Gewändern versuchen die Menschen, als Perchten und Hexen mit Schellenlärm und Höllengetöse das Böse zu bannen. In der längsten Nacht im Jahr, der Wintersonnwende am 21. Dezember, gewidmet dem Apostel Thomas, wenn die Sonne kaum mehr Macht hat, erscheinen in Pfatter die Rauhnachtgestalten und wandern von Haus zu Haus. Eine Sprecherin stellt dabei die verschiedenen Gestalten vor.

Um 19 Uhr starten die Perchten und Hexen unter wildem Getöse in der Jahnstraße bei der Familie Franz und Isabella Binder. Zwischenstopps werden bei den Familien Hecht und Gstettner auf dem Marktplatz eingelegt. An allen diesen Stationen werden verschiedene Rauhnachtgestalten vorgestellt. „Dieses Mal haben wir auch den Heiligen Nikolaus dabei. Er wird auf dem Marktplatz Plätzchen und Süßigkeiten unter den Zuschauern verteilen“, informierten die Organisatoren.

Endstation des Thomaslaufs wird das Anwesen von Veri Schmalzl in der Donaustraße sein. Hier wird der „bluadige Thamerl“ im Bocksfell, der heilige Thomas, der Namensgeber des Spektakels, vorgestellt. „Am meisten Angst haben früher die Kinder gehabt, wenn er herangepoltert ist, mit seinem Hammer an die Stubentür gebumpert und seinen blutverschmierten Haxen für die Tür reingestreckt hat“, verriet die Sprecherin bei einer früheren Veranstaltung. Die Sage sei wohl entstanden, weil am Thomastag die Metzger nach der Schlachtung in die Stube traten.

Die Rauhnächte, auch Raunächte oder Rauchnächte genannt, sind zwölf Nächte, in denen kurz vor Weihnachten bis zur Erscheinung des Herrn am 6. Januar verschiedene Gruppen in Bayern das Brauchtum pflegen. Früher waren diese zwölf Nächte für Bauern Vorboten für die zwölf Monate des kommenden Jahres. Die vier wichtigsten Rauhnächte: 21. Dezember Thomasnacht (die Nacht auf den Thomastag, dem kürzesten Tag des Jahres); 24./25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten); 31. Dezember/1. Januar (Silvester); 5./6. Januar (Vigil von Erscheinung des Herrn).

Tradition

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