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Sonntag, 19. August 2018 31° 3

Gefahren

Die Feuerwehr löscht mit Druckluftschaum

Firma präsentiert in Hemau innovative Methoden zur Brandbekämpfung. Damit werden Wasserschäden vermieden.

  • Auch Atemschutzträger aus Wörth waren bei der Übung im Einsatz. Fotos: A. Auer
  • Hier wird mit Schaum gelöscht.

Waltenhofen.Jörg Schmid führte mit seiner Firma Rettungs-, Lösch- und Bergetechnik in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Jachenhausener Wassergruppe eine sorgfältig geplante Brandübung durch. Hierzu wurde in einem Abrisshaus in Waltenhofen bei Hemau ein ausgedehnter Zimmerbrand gelegt.

Sinn der Übung war, den Feuerwehrkameraden mit neuen innovativen Löschmethoden (CAFS) aufzuzeigen wie man schnell und effektiv auch mit wenig Personal und Löschwasservorrat solche Brände innerhalb weniger Minuten bekämpfen kann. Der Druckluftschaum wird direkt an der Feuerlöschkreiselpumpe im Feuerwehrfahrzeug erzeugt. Die gebräuchliche Abkürzung CAFS (Compressed Air Foam System) bezeichnet die den Druckluftschaum erzeugende Anlage. Das Problem zu herkömmlichen „reinen“ Löschwasser ist, dass es zu 90 Prozent am Brandgut abperlt.

Um den erwünschten Löscherfolg erreichen zu können, werden oft mehrere 10000 Liter Löschwasser in das Brandobjekt gespritzt. Hierdurch sind die Gebäude meist nicht mehr bewohnbar, nicht hauptsächlich wegen des Brandes, sondern wegen des angerichteten Wasserschadens. Auch Umweltschäden können so weitaus besser bzw. ganz verhindert werden, erklärt Schmid. Wenn nur Wasser eingesetzt wird, werden durch das Löschwasser die giftigen Chemikalien aus dem Brandgut gewaschen und gelangen so unkontrolliert in die Umwelt. Ein Brand dieser Größe ist mit der modernen CAFS-Anlage mit rund 400 bis 500 Litern Wasser und etwa vier Liter umweltfreundlichem Schaummittel innerhalb weniger Minuten problemlos gelöscht.

Die ganze Aktion wurde auch von der Umweltbehörde im Landratsamt unterstützt, da durch diese Löschtechnik und Löschtaktik die Umweltschäden durch kontaminiertes Löschwasser und Löschschaum eingedämmt werden können. Mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Gögging, die seit Oktober 2017 ein neues Löschfahrzeug mit der innovativen CAFS-Anlage besitzt, konnte den vielen eingeladenen Kommandanten und Feuerwehrlern, die als Zuschauer gekommen waren, die moderne Löschtechnik hautnah vorgeführt werden. Auch Feuerwehrkameraden aus Wörth waren im Löscheinsatz unter Atemschutz mit im Haus und konnten hautnah miterleben, welche Vorteile diese Methode bringt.

Die Anschaffungskosten dieser Technik sind zwar für die Gemeinden nicht unerheblich, so Schmid. Aber teuere Wasserschäden werden vermieden. Auch die Einsatzzeiten werden erheblich reduziert. Hier spart sich die Gemeinde Lohnausfallkosten, welche bei einem größeren Brand schnell in den fünfstelligen Bereich gehen.

Kosten und Nutzen

Preis: Eine Anlage kostet rund 60000 Euro pro Fahrzeug.

Einsparungen: Im Vergleich zu den Wasserschäden in den Brandobjekten bei herkömmlichem Löschwasser hätte sich die Anschaffung mit ein bis zwei größeren Bränden refinanziert, so Jörg Schmid.

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