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Jubiläum

Die Kiefenholzer Wehr feiert vier Tage

Die Freiwillige Feuerwehr wird 150 Jahre alt. 60 Vereine haben sich als Gratulanten angesagt. Ab 25. Mai steht das Dorf Kopf.
Von Peter Luft

  • Die Feuerwehr Kiefenholz Foto: Tobias Weig
  • Lachende Feuerwehr-Frauen freuen sich schon aufs Fest. Foto: Johannes Weig

Kiefenholz.Der Freiwilligen Feuerwehr Kiefenholz steht im 240 Seelen zählenden Dorf ein großes Fest ins Haus. Die 110 Mitglieder starke Ortswehr der bis 1972 eigenständigen Gemeinde im Brandbezirk Ost 2 feiert vom 25. bis 28. Mai ihr 150-jähriges Gründungsfest. Als Gratulanten haben 60 Gastvereine ihr Erscheinen zugesagt. Mit einem neuen Logo und der Segnung der fünfzig Jahre alten restaurierten Fahne macht sich der Jubelverein selber ein Geschenk.

Das Fest ist krönender Abschluss der Erfolgsgeschichte, deren Höhepunkte in den zurückliegenden drei Jahren der Neubau des Gerätehauses (2016) und die Anschaffung des neuen Löschfahrzeugs (2017) waren. Zum viertägigen Festprogramm der Wehr gehört auch die Einladung zu einem Ehemaligentreffen.

Elf Sitzungen der Organisatoren

Seit Wochen hat der 16-köpfige Festausschuss und Arbeitskreis unter der Regie der beiden Festleiter, 1. Vorsitzenden Thomas Schweiger und Vize Albert Kramer, sowie mit 1. Kommandanten, Stadtrat und 2. Vorsitzenden Johannes Weig mit Vize Andreas Feldmeier umsichtig und fieberhaft in elf Sitzungen die letzten Vorbereitungen für ein gutes Gelingen der Jubiläumsfeier erfolgreich getroffen. Im Dorf fand schon das große Reinemachen statt. Da wurde gewerkelt bis zum letzten Schliff. In den Vorgärten stehen bereits Rittersporn und rote Stockrosen Spalier. Im Weizenfeld stellt sich sogar der knallrote Klatschmohn auf die Zehenspitzen und wartet auf den Festzug. Durch den Ort führt auch der Jakobsweg.

Zum Jubiläumsfest erhielten auch die Lindenkapelle am Ortseingang einen rosa und das alte Gerätehaus der Ortswehr einen ockerfarbigen Anstrich. Und die „Weinzierlkapelle“ erstrahlt in gelb. Das hebt das Gesamtbild des einstigen Siegerdorfes „Unser Dorf soll schöner werden“ von 1982 auf Kreisebene Silber und 1992 Gold auf Bezirksebene.

Das Fest steht unter der Schirmherrschaft von Franz Beutl Junior. Der 53-jährige Landwirt aus „Kleinkiefenholz“ sagte bereits im Vorjahr „Ja“. Als Festmutter konnte Anita Kramer gewonnen werden. Der Elektromeistersgattin werden bildhübsche 28 Festmädchen und -buben zur Seite stehen. Als Festbraut fungiert die 25-jährige Julia Guggenberger. Der Festwirt ist August Peutl.

Es gastiert auch ein Vergnügungspark für Kinder. Das Team mit Günther Jurkat, Wolfgang Bauer, Jürgen Weber, Matthias Peutl, Oskar Weinzierl und Johannes Schmid hat eine 250 Seiten zählende Festschrift mit Chronik herausgebracht. Das kleine Nachschlagewerk beinhaltet auch die Namen der 20 Gründungsmitglieder sowie Stationen und Höhepunkte des Jubelvereins in seiner 150-jährigen Geschichte.

Noch bevor der Jubelverein am 10. Juni bei der Stützpunktfeuerwehr Wörth die Patenschaft übernimmt, kommt jetzt zum Fest die Stadtwehr mit Vorsitzendem Siegfried Engl und Kommandant Ralf Amann als Patenverein mit Gefolge nach Kiefenholz.

„Die Stimmung zum Fest ist gut. Die Freude überwiegt. Die Jugend ist motiviert. Im Dorf packen alle mit an. Wir wollen Erwartungen der Ehrengäste und Besucher möglichst mit gutem Gelingen erfüllen“, sagen die beiden Festleiter Thomas Schweiger und Albert Kramer mit den Kommandanten Johannes Weig und Andreas Feldmeier.

Für die Gäste steht am Fußballplatz am Dorfanger ein 1800 Besucher fassendes Bierzelt bereit. Fünf Blaskapellen begleiten den Festzug. An vier Abenden gastiert je eine neue Band bei freiem Eintritt. Freitag ist „Zeltalarm“ mit den „Ois Easy“, Samstag Ehrentag mit den „Hirschlinger Musikanten, Sonntag „Brandwache“ mit den „Wickies“ und Montag „Schlauchwaschen mit den „Rotzlöffeln“.

Das Festprogramm

Zahlreiche Ehrengäste haben ihr Erscheinen angekündigt. Höhepunkt wird am Sonntag der Festgottesdienst mit Stadtpfarrer Johann Baier sein. Es singt der Chor unter Leitung von Gisela Bauer und Andreas Fuchs. Das Taferl des Jubelvereins darf Sebastian Kramer tragen. Die alte Fahne trägt Fahnenjunge Johannes Lanzinger.

Freitag ist Bieranstich mit Festzeltbetrieb. Samstag, 13 Uhr, Ehemaligentreffen mit Schlossführung Wörth mit Stadtheimatpfleger Fritz Jörgl. 18.30 Uhr Totengedenken am Friedhof, nachher Festzeltbetrieb. Sonntag, 6 Uhr, Weckruf mit der Festkapelle „Achatz“. 9.30 Uhr Kirchenzug. 10 Uhr. Festgottesdienst im Hof von Xaver Weinzierl. 14.30 Uhr Festzug Parademarsch. Ab 19 Uhr Festzeltbetrieb und Montag ab 20 Uhr Festausklang.

Aus der Geschichte der Wehr

  • Bereits 1852

    hatte sich die Gemeinde Kiefenholz eine für damalige Verhältnisse vorzüglich fahrbare Druckspritze zum Preis von 600 Gulden aus der Stadt Regensburg liefern lassen. Zugleich wurden 100 Schuh Hanfschläuche mit Zubehör angeschafft, ebenso einige Leitern und lederne Feuereimer, verrät die Chronik. Die Jubelwehr wurde am 10. Oktober 1868 im Gasthaus Peutl von 20 Männern gegründet.

  • Ein regelmäßiger Spritzendienst

    wurde eingerichtet. Ebenso eine Feuerlöschordnung durch die Distriktpolizeibehörde. Ein besonderes Verdienst zur Gründung kam dem „Ammerbauer“ Matthias Schweiger zu. Er trieb nicht nur die Gründung voran. Er war auch bis 1876 Vorstand und Kommandant zugleich. Ausschließlich war damals festgeschrieben. Der Wehr gehören nur „hausgesessene“ Männer und ihre Söhne an.

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