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Montag, 16. Juli 2018 29° 8

Fasching

Die Marktputzfrau teilte wieder aus

Bei der Lari-Fari-Prunksitzung in Regenstauf bekam die Lokalprominenz ihr Fett weg. Jörg Gabes glänzte in seiner Paraderolle.
Von Petra Schmid

  • Jörg Gabes schlüpfte in die Rolle der Marktputzfrau und nahm nicht nur Kommunalpolitiker aufs Korn. Foto: Schmid
  • Die Mädchen begeisterten das Publikum wieder einmal mit ihrem klassischen Gardetanz und brachten mit ihrem Showprogramm die Stimmung gehörig zum Kochen. Foto: Schmid

Regenstauf.Wo Lari-Fari drauf steht, ist Fasching drin. Eine Veranstaltung der Diesenbacher Faschingsgesellschaft wollen sich viele Regenstaufer deshalb nicht entgehen lassen. Kein Wunder also, dass bereits lange bevor die Prunksitzung am Sonntag in der Jahnhalle begonnen hatte, der Saal bis auf den nahezu letzten Platz gefüllt war. Schließlich gehört die Prunksitzung der Faschingsgesellschaft Lari-Fari zu den Höhepunkten in der fünften Jahreszeit in der Marktgemeinde Regenstauf.

Am Nachmittag war es dann endlich so weit: Die Narren präsentierten ihr Programm unter dem Motto „Einmal um die ganze Welt“. Fehlen durfte freilich auf keinen Fall die mittlerweile weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannte „Marktputzfrau“ alias Lari-Fari-Präsident Jörg Gabes. Schon alleine optisch war die Marktputzfrau wieder einmal ein Kracher: In Kittelschürze, Kopftuch und ausgestattet mit vielen Putzutensilien las die Reinigungskraft Regenstaufs Politprominenz und etlichen anderen die Leviten.

Aumer bekam sein Fett weg

Die Jüngsten der Faschingsgesellschaft luden die Gäste mit ihrer Darbietung „Einmal um die ganze Welt“ ein.  Foto: Schmid
Die Jüngsten der Faschingsgesellschaft luden die Gäste mit ihrer Darbietung „Einmal um die ganze Welt“ ein. Foto: Schmid

In seiner Büttenrede ging Gabes zunächst auf die anwesende „Prominenz“ ein. Mit den Worten „Schaut’s mal, wer wieder da ist – unser Bundes-Peter. Mei ham wir ihn vermisst“, bekam als erster Peter Aumer sein Fett weg. Damit ließ es Gabes aber nicht genug sein. Er stellte fest, dass man Aumer in letzter Zeit immer mit Bart sehe. Es sei aber durchaus erfreulich, dass ein junger Mann schon mit einem Bart aufwarten könne, witzelte Gabes.

Als nächstes stellte er den Zusammenhang zwischen Deutschland und dem Markt Regenstauf her. Auf der einen Seite habe man die Dauer-Kanzlerin Angela Merkl und auf der anderen Seite habe man früher den Dauer-Bürgermeister Hans Zelzner gehabt, sagte er augenzwinkernd. Ganze Generationen seien mit Zelzner aufgewachsen in dem Glauben, dies gehöre so, erklärte die Marktputzfrau weiter. Zelzner sei quasi eine „Lichtgestalt“ gewesen, umgeben von schwarzen Rittern und Hofnarren. Später habe man dann Siegfried Böhringer zum Bürgermeister gewählt – und somit sei klar gewesen, dass der Regenstaufer Wähler Humor hat. „Der Markt war stark verschuldet und was haben sich die Regenstaufer gewählt?“, fragte die Marktputzfrau das Publikum – und gab auch gleich die Antwort: „Einen Vollzugsbeamten aus dem Finanzamt.“ Das Publikum quittierte dies mit schallendem Gelächter, auch der Rathauschef lachte darüber, schließlich ist er der Faschingsgesellschaft herzlich verbunden und Träger des O’herrn-Ordens.

Kirche aufs Korn genommen

Der Burschenverein Diesenbach bewies eindrucksvoll, dass nicht nur die Lari-Faris mit ihrem Männerballett für Stimmung sorgen können. Foto: Schmid
Der Burschenverein Diesenbach bewies eindrucksvoll, dass nicht nur die Lari-Faris mit ihrem Männerballett für Stimmung sorgen können. Foto: Schmid

Gabes spekulierte, ob Böhringer bei der nächsten Wahl wieder antreten wolle oder ob dann der schon bereitstehende Vize Hans Dechant zum Zuge komme. Auch mit der notwendigen Sanierung der Pfarrkirche beschäftigte sich die Reinigungskraft. Die Kirche stürze ja halb ein – eine Mitteilung, die halb Regenstauf erschüttere, behauptete Gabes – und schränkte dann ein: „Zumindest die rund 40, die in die Kirche gehen.“ Man habe schon einen Förderverein gegründet, der die Kirche retten wolle. Gut sei es, dass man nur noch rund 12 700 Mitglieder gewinnen müsse, dann könne man mit einem Jahresbeitrag von 36 Euro die offenen Kosten finanzieren. Dies ergebe dann ein Eintrittsgeld von 16 Euro je Gottesdienstbesuch. Wenn man bedenke, dass man dafür Livemusik, Snacks, Deko und ausgefallene Kostüme geboten bekomme, sei dies annehmbar, fasste Gabes zusammen.

Zuvor hatte er in seiner offiziellen Begrüßung als Präsident und Ehrenpräsident von Lari-Fari die Gäste begrüßt. Das diesjährige Motto wurde von den Garden, angefangen von den Bambinis, über die Kinder-, Jugend- bis hin zur Prinzengarde, umgesetzt. Freilich zeigten sie auch die klassischen Gardetänze. Die Prinzenpaare sorgten für romantisches Flair.

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