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Verwaltung

Die Wiesenter Ortsmitte ist gestärkt

Mit dem Umzug in die alte Schule rückt das Rathaus wieder ins Zentrum. Mit einem Festakt wurde es offiziell eröffnet.
Von Theresia Luft

„Das sieht ja noch schöner aus als im Plan“, waren sich Vorzimmerdame Angelika Sigl (links) und Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher schon vor wenigen Wochen beim Blick auf das neue Wiesenter Rathaus einig. Jetzt wurde das Gebäude offiziell eingeweiht. Archivfoto: Schiessl
„Das sieht ja noch schöner aus als im Plan“, waren sich Vorzimmerdame Angelika Sigl (links) und Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher schon vor wenigen Wochen beim Blick auf das neue Wiesenter Rathaus einig. Jetzt wurde das Gebäude offiziell eingeweiht. Archivfoto: Schiessl

Wiesent.Man sah der Wiesenter Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher die Freude an. Sie strahlte über das ganze Gesicht. Es ist geschafft. Das neue barrierefreie Rathaus mit Energiebildungszentrum ist fertig, seit 3. April wird darin gearbeitet. Und nun wurde es mit einem Festakt offiziell eröffnet und der Schlüssel wurde symbolisch an die Bürgermeisterin übergeben.

Die Bürger hatten am Sonntag beim „Tag der offenen Tür“ jede Menge Gelegenheit, ihr neues Wiesenter Rathaus nach Herzenslust kennenzulernen und zu besichtigen. Mit einem Zitat des griechischen Philosophen Demokrit „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“ begrüßte Kerscher die geladenen Gäste, darunter die Bürgermeister der Nachbargemeinden, Vertreter der beteiligten Firmen, die Mitarbeiter der Verwaltung sowie Vertreter aus Politik und Bildung.

Ab 2014 wurde geplant

Über drei Jahre intensive Überlegungen, Diskussionen und Verhandlungen sind diesem denkwürdigen Tag vorausgegangen. Bereits 2014, in der Dezember-Sitzung des Gemeinderats, schüttete Kerscher eine Schachtel voller Puzzleteile auf den Tisch. Auf den Teilen standen die notwendigen Projekte, wie Platzbedarf Kinderbetreuung, Klimaschutzprojekt, Bestandsgebäude Alte Schule, oder IRE – Wettbewerb zur Förderung der integrierten räumlichen Entwicklungsmaßnahmen – um nur einige zu nennen. Die Randteile bildeten Finanzierung, Förderung und Fremdmittel, erklärte Kerscher den Anfang.

Der Prozess der Vorsortierung war in Gang gesetzt. Bereits im Juli 2015 legte das Architekturbüro Winkler verschiedene Lösungsmöglichkeiten auf den Tisch. Und die Frage, welche passen zusammen, sorgte bei der Bürgermeisterin und den Gemeinderäten für so manche schlaflose Nacht, beschrieb Kerscher die Anfangsphase. Gespräche zur Städtebauförderung und mit der Energieagentur folgten. Schnell ging es weiter. Für die Mieter des alten Schulhauses musste eine neue Bleibe gefunden werden. Im Januar 2016 beschloss der Gemeinderat, das kulturhistorische Gebäude, die alte Schule in der Bahnhofstraße 1, als Rathaus umzubauen. Nach nur einem Jahr Bauzeit wurden im März 2018 die Umbaumaßnahmen abgeschlossen, die Verwaltung konnte einziehen und ein Teil des Puzzles, „ein Mammut-Projekt“, wurde abgeschlossen.

Kurz riss Kerscher die Geschichte des Hauses an, das eins der ältesten Gebäude der Gemeinde ist. Es gehörte ursprünglich dem Orgelmacher Adam Ehrlich und wurde am 11. August 1858 an die Schulgemeinde Wiesent verkauft. Bis 1961 diente es dann als Schulgebäude.

Die Ehrengäste mit Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher (mit „Rathaus-Schlüssel“) Fotos: Theresia Luft
Die Ehrengäste mit Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher (mit „Rathaus-Schlüssel“) Fotos: Theresia Luft

Insgesamt belaufen sich die Kosten für Sanierung und Umbau auf 2,3 Millionen Euro, wobei es 600000 Euro an Fördermitteln aus der EU und vom Freistaat Bayern gibt. Architekt Manfred Winkler stellte das Projekt aus Sicht des Planers vor. Um den Bedarf als Rathaus gerecht zu werden, wurde das alte Schulhaus generalsaniert und eine notwendige Erweiterung nach Süden angefügt. Es wurde ein neues Foyer geschaffen, die Treppenanlage erneuert und ein Aufzug eingebaut. Die Räume der Bürgermeisterin und des Geschäftsleiters sind im Obergeschoss untergebracht.

Das Energiebildungszentrum ist Bestandteil des Verwaltungsgebäudes und auch das Archiv wurde darin untergebracht. Der Sitzungssaal ist im Neubau untergebracht und über einen Nebeneingang zu erreichen. Das ganze Gebäude wurde nach dem neuesten energetischen Standard saniert und hat einen niedrigen Energieverbrauch. Es entstanden helle freundliche Räume.

Es gab Fördermittel

Dr. Hubert Schmid von der Regierung der Oberpfalz ging auf die Ortsentwicklung aus städtebaulicher Sicht ein, insbesondere auf die Stärkung der Ortsmitte, „was in Wiesent vorbildlich umgesetzt wurde“. Damit gab es Fördermittel. Landrätin Tanja Schweiger gratulierte und stellte die Entwicklung der Gemeinde in den Mittelpunkt. „Wiesent steht als Gemeinde gut da, hat mit Elisabeth Kerscher eine mutige, umtriebige Bürgermeisterin und ist in Energiefragen immer ganz vorne mit dabei“, so Schweiger.

Zum Abschluss dankte Kerscher allen, die am Gelingen des Projekts beteiligt waren. Den kirchlichen Segen spendete Pfarrer Franz Matok, der sich freute, dass in nichteinmal zwei Jahren Bauzeit ein wahres Schmuckstück in der Ortsmitte entstand. Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgte Markus Rupprecht mit seinem Cembalo.

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Neues Rathaus in Wiesent eröfffnet

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