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Wirtschaft

Diese Bilder sehen bei Krones Tausende

Die Krones-Galerie ist ein Fenster der Region. Volker Kronseder will Beschäftigten und Gästen Kultur im Werk präsentieren.
Von Michael Jaumann

Mit Stefan Winkelhöfers Fotos vom „Hans im Glück“, dem „Fischn Hans“ aus Frauenzell im Landkreis Regensburg, warf Danuta Kessler-Zieroth mit der Krones-Galerie in diesem Jahr einen Blick auf die Menschen der Region. Foto: Jaumann
Mit Stefan Winkelhöfers Fotos vom „Hans im Glück“, dem „Fischn Hans“ aus Frauenzell im Landkreis Regensburg, warf Danuta Kessler-Zieroth mit der Krones-Galerie in diesem Jahr einen Blick auf die Menschen der Region. Foto: Jaumann

Neutraubling.Davon träumt mancher Galerist: Scharen von Besuchern, die an den Kunstwerken vorbeipassieren, innehalten, in einem Moment der Besinnung ein Bild oder ein Objekt auf sich wirken lassen und dann einen Impuls für den Alltag mitnehmen. Danuta Kessler-Zieroth, Kuratorin der Krones-Galerie lebt seit zehn Jahren diesen Traum. Und der frühere Vorstandsvorsitzende Volker Kronseder und der jetzige Vorstands-Chef Christoph Klenk lassen ihr freie Hand.

Begonnen hat alles mit dem neuen Verwaltungsbau im Neutraublinger Werksgelände. Der Eingangsbereich sollte nach der Vorstellung Kronseders als Kunst- und Ausstellungsfläche genutzt werden. Dort sollte den Gästen aus aller Welt Repräsentatives aus der Werksgeschichte und der Region gezeigt werden. Nicht nur Technik, sondern auch Kultur, so lautete Kronseders Wunsch.

Schwieriger Ausstellungsraum

Die Exponate müssen auch aus der Ferne wirken. Foto: Krones
Die Exponate müssen auch aus der Ferne wirken. Foto: Krones

Während der unmittelbare Eingangsbereich einer Dauerausstellung mit Maschinen und Erinnerungsstücken aus der Firmengeschichte gewidmet ist, steht im Obergeschoss ein offener Gang zwischen zwei Gebäudeteilen für Wechselausstellungen zur Verfügung. Dieser Ausstellungsbereich stellt jeden Kuratoren vor Herausforderung. Weil das verglaste Gebäude Einblicke von außen ermöglicht, müssen Exponate auch auf Fernwirkung berechnet sein. Gleichzeitig bedingt der schmale Galeriegang eine starke Nähe des Betrachters zu den Objekten. Sie verwende für die Ausstellungen daher gerne etwas, das aus der Ferne begreifbar sei, erklärt Kessler-Zieroth die Auswahl der Motive. Die Exponate müssten groß sein, aber gleichzeitig genug kleinteilige Strukturen bieten, um dem Betrachter auch einen sympathischen Blick aus der Nähe zu erlauben.

Die Krones-Galerie

Die ersten Ausstellungen waren eher von Zufälligkeiten geprägt, die mit der Stadt Neutraubling sowie dem Werk zu tun hatten, aber auch mit dem Interesse des kunstinteressierten Volker Kronseder. Begonnen wurde 2008 mit der Übernahme eines Projekts des städtischen Jugendtreffs. Die Jugendlichen hatten die Flaggen von 71 Nationen gestaltet, aus denen Menschen nach Neutraubling gekommen sind. Die 36 Nationen, die bei Krones versammelt sind, wurden für die Ausstellung ausgewählt – symbolträchtiger Hinweis auf die Internationalität des Konzerns genauso wie auf dessen Leistung, buchstäblich viele kleine Rädchen zu einem großen Ganzen zu vereinen. Die folgende Ausstellung „Bier – handgemacht“ mit Fotos von Georg Drexel und Ausstellungsstücken aus Museen hatte ebenso direkt mit Krones zu tun – dort werden ja Abfüllmaschinen hergestellt. Sie zeigte Kuratorin Kessler-Zieroth, dass Leihverträge, Versicherungen, Einbindung von Restauratoren und sicherer Transport für die Exponate ein komplexes Thema sind, das generalstabsmäßiger Vorbereitung bedarf.

Zwei Ausstellungen jährlich

Nach Ausstellungen der Künstler Reinhold Hoeglmeier und Franz Joachim Braunmiller ging es 2011 mit „60 Jahre Krones“ erneut um Firmengeschichte. Dabei stellte Kessler-Zieroth mit Unterstützung einer Kommunikationsagentur die Menschen in den Mittelpunkt – mit den Beziehungen zwischen Mitarbeitern und dem Patriarchen Hermann Kronseder, zwischen Vertrieblern und Kunden und zwischen dem Unternehmen und dem regionalen Umfeld. In zahlreichen Hörstationen ließ die Ausstellung die Menschen zu Wort kommen.

Bei der interaktiven Ausstellung zur Firmengeschichte interessierte sich auch Volker Kronseder über die Tondokumente seiner Mitarbeiter. Foto: Jaumann
Bei der interaktiven Ausstellung zur Firmengeschichte interessierte sich auch Volker Kronseder über die Tondokumente seiner Mitarbeiter. Foto: Jaumann

Die Jahre darauf waren mit Birgitt Schlauderer und Stefan Winkelhöfer wieder Fotografen gewidmet, unterbrochen von einer Ausstellung des Regensburger „Bierpapsts“ Helmut von Sperl. Als zweiter Künstler stellt in diesem Jahr Günther Kempf aus. Von allen Künstlern hat bisher der Konzern Werke angekauft. Aufsichtsratsvorsitzender Kronseder kümmert sich in Absprache mit dem Vorstand darum, wo die Ankäufe untergebracht werden.

Mit Günther Kempf hat die Krones-Galerie heuer bereits die zweite Ausstellung. Auf den großformatigen Tafeln widmet sich Kempf (links im Bild) künstlerisch dem Belgier Hergé, Schöpfer von Tim und Struppi. Aufsichtsratschef Volker Kronseder ist amüsiert. Foto: Krones
Mit Günther Kempf hat die Krones-Galerie heuer bereits die zweite Ausstellung. Auf den großformatigen Tafeln widmet sich Kempf (links im Bild) künstlerisch dem Belgier Hergé, Schöpfer von Tim und Struppi. Aufsichtsratschef Volker Kronseder ist amüsiert. Foto: Krones

Bisher stammen alle Künstler aus der Region bzw. sogar aus Neutraubling selbst. Die Ausstellungen bilden damit ein Kunstschaufenster der Region. Zwei Ausstellungen jährlich sollen künftig die Taktvorgabe sein. Zu berücksichtigen hat die Kuratorin in diesem Kontext, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen vor diesen Werken stehen werden. Künstlerische Provokation kann nicht im Firmeninteresse sein.

Die Ausstellungen sind übrigens nicht nur den Mitarbeitern und Kunden vorbehalten. Vereine melden sich immer wieder zu Werksführungen an und werden von Kessler-Zieroth durch das Gelände und die jeweilige Ausstellung geführt.

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