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Geschichte

Diese Bilder wirbeln in Stauf Staub auf

Im „Burgfrieden“ gibt es eine Neuauflage der Film-und Fotoschau. Und erneut ist Dazwischenquatschen dabei hochwillkommen.
Von Michael Jaumann

Nicht einmal 30 Jahre ist das erst her – aber wer erinnert sich noch daran? Die Pfeiler der alten Donaubrücke wurden 1989 gesprengt. Foto: Höpfl
Nicht einmal 30 Jahre ist das erst her – aber wer erinnert sich noch daran? Die Pfeiler der alten Donaubrücke wurden 1989 gesprengt. Foto: Höpfl

Donaustauf.Rund 240 Staufer und andere Interessierte konnten vor vier Wochen Donaustauf und seine Bewohner früherer Tage in alten Fotos und Schmalfilmen erleben. Noch viel mehr hätten das Angebot der „Initiative Filmabend“ an einem der drei Abende gerne genossen, mussten wegen der beengten Raumverhältnisse aber wieder traurig abziehen. Ihnen und weiteren Interessierten an der Zeit- und Sozialgeschichte bieten die Initiatoren in der nächsten Woche drei weitere Gelegenheiten.

Weil das Konzept auf einer intimen Atmosphäre aufbaut, die den Gästen die Scheu vor dem Dazwischenquatschen und Anekdotenerzählen nehmen will, ist auch hier wieder der Platz begrenzt. Um Gedrängel und Unmut zu vermeiden, setzt der Arbeitskreis diesmal auf telefonische Reservierung.

Bis an die Grenze des feuerpolizeilich Erlaubten gingen die Veranstalter, um die Gästen im Saal unterzubringen, berichtet Mitorganisator Max Semmelmann begeistert von der Besucherresonanz der ersten Staffel von „So war’s in Stauf“.

Das alte Eisstadion und der Bahnhof Foto: Höpfl
Das alte Eisstadion und der Bahnhof Foto: Höpfl

Das Konzept, nicht nur Bilder und Filme alter Zeiten anzusehen und den Worten von Referenten zu lauschen, sei dabei voll aufgegangen. Die Initiative Filmabend mit Heinz Josef Lamby, Herta Boese, Hermann und Inge Lamby, Hans Leichtl, Max Semmelmann, Hans und Ingrid Gutthann, Hermann und Alexandra Hage, Bürgermeister Jürgen Sommer, Heimatpfleger Jenö Mihalyi, Franz und Hanni Kastenmeier, Ernestine Kastenmeier und Hubert von Schönborn hatte nämlich darauf gesetzt, dass die Besucher ihrerseits Geschichten und Erinnerungen beisteuern.

Die Zungen lösten sich rasch

„Dazwischenquatschen ausdrücklich erwünscht“ hieß die Devise, was Semmelmann zu Beginn jeden Abends auch als Kurzanleitung erklärte. So erzählte etwa Ernst Groß, wie im Krieg die ersten Bomben Bayerns in Donaustauf fielen, nur weil sich ein Pilot wahrscheinlich verirrte. Heinz-Josef Lamby erklärte, warum in den Donaustaufer Fluren kaum noch Fasanen und Rebhühner zu sehen sind und Hans Leichtl berichtete von dem riesigen Stockentenschwarm, der sich früher nach jedem ersten Schuss im Altwasser erhob.

Das einstige Burgwächterhäusl Foto: Frammersberger
Das einstige Burgwächterhäusl Foto: Frammersberger

Andere erzählten vom Prangergras, dem schilfgrünen Grasteppich, der früher an Fronleichnam die Straße bedeckte oder wie der wildgewordene Reifelsbach 1954 beinahe einen neugebauten Stadel eingerissen hätte.

Solche Geschichten hätte sich viele Bürger bei einer Veranstaltung in der Mehrzweckhalle gewiss nicht erzählen trauen, ist Semmelmann überzeugt. Und solche Erzählungen über „früher“ sind in einem Wirtshaus ja ohnehin am Besten aufgehoben. „Nur in so einer ungezwungenen, fast schon privaten Atmosphäre, lösen sich die Zungen, und das war schön so“, findet Semmelmann. Insoweit habe es keineswegs geschadet, dass die Zuhörer dicht gedrängt aneinander saßen.

Bei der Neuauflage der Veranstaltungen gibt es das gleiche Programm wie beim ersten Mal – mit jedem Tag einem anderen Inhalt. Am 2. Mai schildert Heinz-Josef Lamby nach den einführenden Worten von Bürgermeister Jürgen Sommer die Ortsentwicklung von Donaustauf. Dann gibt es Bilder und Filme zu sehen, die meisten von Maria Lamby aufgenommen. Am 3. Mai gibt es neben Fotos von Maria Lamby weitere Filme von ihr sowie von Hans Leichtl und Max Semmelmann – über das Walhallabockerl beispielsweise, die Schulhauseinweihung oder die Eisstockschützen im früheren Freibad. Am 4. Mai sind allein elf kurze Filme von Leichtl zu sehen – übers Fischen und Jagen oder das Sautreiben im Fürstlichen Thiergarten. Neben einem Film über einen Sommertag von 1973 von Semmelmann sind zeitgeschichtliche Aufnahmen von Michael Stempfhuber zu sehen, der die großen Veränderungen im Ortsbild durch den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals dokumentierte. Immerhin ging die Donau mit ihrem Altwasser früher bis unmittelbar an den Ort.

Eine Fortsetzung ist geplant

Die Wiederholung von „So war’s in Stauf beginnt am 2., 3. und 4. Mai jeweils um 19.30 Uhr im Saal des Gasthauses Burgfrieden. Jeder Abend wird wohl rund zwei Stunden beanspruchen. In einer Manöverkritik haben die Organisatoren an Verbesserungen gedacht. So ist für den Zugang jetzt eine Reservierung am 29. und 30,. April ab 18 Uhr unter Tel. (0 94 03) 548 bei Boese erforderlich. Die Veranstalter bitten um Verständnis, wenn der Anschluss kurzzeitig besetzt ist. Der Eintritt ist wie bei der ersten Serie von Veranstaltungen kostenfrei. Reservierte Plätze, die bis 19.15 Uhr nicht besetzt sind, werden an Wartende neu vergeben.

Alle Filme sollen im Sommer auch ins Internet gestellt werden. Interessenten können sich bei den Abenden in eine Liste eintragen und werden benachrichtigt, sobald die Aufnahmen online gehen.

Eine Fortsetzung ist durchaus möglich. Besucher haben offenbar bereits weitere Filme und Fotos zur Veröffentlichung angeboten, so dass womöglich neue Mitwirkende einer „Imitative Filmabend“ einen Teil 2 von „So war’s in Stauf“ organisieren. Mit einer Fortsetzung könne aber frühestens im Spätherbst gerechnet werden, so Semmelmann.

So war es früher in Donaustauf

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