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Freitag, 25. Mai 2018 24° 8

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Ein Garten als Lehrer

Er ist schön und hat einen Bildungsauftrag: Den Kreislehrgarten Regenstauf gibt’s seit mehr als 30 Jahren. Dort soll viel passieren.
Von Ralf Strasser

  • Einladend, informativ und zum Wohlfühlen: Der Kreislehrgarten in Regenstauf. Fotos: Ralf Strasser
  • Bunte Farben im Frühling

Regenstauf.Natur – Lebensraum für Pflanze, Tier und Mensch. Eine Reduzierung, die eigentlich keine ist. Und wer selbst einen Garten hat, weiß wie wertvoll gärtnerisch gestaltete Natur sein kann. Das dachte sich Albert Plagemann sicherlich auch, als er als Vorsitzender des OGV-Kreisverbandes vor über drei Jahrzehnten einen Garten an der Böhmerwaldstraße in Regenstauf anlegen ließ: Einen Lehrgarten, nicht nur als wunderschönen naturnahen Raum, sondern auch als Anschauungs- und Lernobjekt.

Eindrücke aus dem Kreislehrgarten

Man kann die Anlage leicht verpassen, denn der Kreislehrgarten drängt sich trotz seiner Größe von mehr als 3500 Quadratmetern nicht auf. Er öffnet seine botanische Pracht erst, wenn der Besucher den kleinen Parkplatz an der Böhmerwald Straße verlässt und das gärtnerische Kleinod des Landkreises betritt.

Rasenpflege im Wohngarten

Wer mit offenen Augen durch das Areal geht und die Ruhe des romantischen Gartens wirken lässt, ist schnell bei Superlativen angelangt und die Beschreibung lässt sich mit „Staunen, lernen und genießen“ zusammenfassen. Der Garten ist in unterschiedliche Gestaltungsphasen aufgeteilt, die aufzeigen, was alles machbar ist. Da ist zum einen der ökologische Bereich, der mit der Chemie nichts am Hut hat, in der Mitte der typische Bauerngarten, rechts der gestylte Wohngarten mit intensiver Rasenpflege und außergewöhnlichen Blumen und Stauden. Auf den Wegen dazwischen Teiche, Pergolen und Plätze zum Verweilen. Dahinter steht eine Streuobstwiese als lebende Info-Quelle bereit.

„32 Jahre ist er jung, doch am Grundkonzept hat sich nichts verändert“, erklärt die gelernte Gärtnerin und Landschaftsarchitektin Steffi Grünauer, die als Kreisfachberaterin im Februar die planerische Leitung des Gartens übernommen hat. Dennoch: Sie ist mit neuen Ideen, Vorstellungen und Visionen gestartet.

Zwei Jubiläen im Jahr 2021

„Wir wollen wieder zurück zum Grundgedanken des OGV. Natur ja, aber die Handschrift des Gärtners soll erkennbar bleiben“, betont Grünauer. Weg also von der allzu wilden Natur. Dazu hat man ein Datum vor Augen. „Im Jahr 2021 feiern wir 125 Jahre OGV-Kreisverband und 35 Jahre Kreislehrgarten, bis dahin wollen wir fertig sein.“ Grünauer spricht von Strukturen, von Umgestaltung, ohne den Charakter des Gartens zu verändern: Den Wohngarten als solchen wieder erkennbar machen, die beiden Teiche nicht als Biotope betrachten, sondern erlebbar gestalten, das Unkraut dorthin verbannen, wo es gewünscht wird und den Insekten Lebensraum anbietet. „Girsch kann wunderschön blühen, aber wenn er einmal aussäht, dann bekommt man ihn nur schwer wieder aus dem Garten.“

An der Seite der Kreisfachberaterin steht eine „Gartenperle“. Tynjalak Slavina heißt sie. Aus Thailand kommt sie, hat Farmer-Erfahrung, wie sie sich ausdrückt. Fast 16 Jahre waren ihre Schwiegereltern für das üppige Pflanzenreich verantwortlich. Mariele und Franz Slavina kümmerten sich um nahezu alle Arbeiten im Garten. Mähen, gießen, schneiden, pflanzen, hegen, ernten.

Ein Garten zum Wohlfühlen

„Hier gilt er tatsächlich, der Spruch mit den grünen Daumen“, lächelt Grünauer. Die Maßnahmen, die bisher von Grünauer und der jungen Frau seit Jahresanfang geleistet wurden, füllt eine Liste im XXL-Format: Zwei Erlen wurden gestutzt, ein Teich ausgebaggert und entschlammt, Hecken geschnitten, Rasen neu angelegt, Wege gezogen, Beete gestaltet, verfilzte Urlandschaft bekam mit grober Komposterde ein neues Gesicht. Hilfe bekommen sie von der Marktgemeinde und vom örtlichen OGV-Vorsitzenden Helmut Hofbauer, der zusätzlich zwei Bienenkästen im Lehrgarten betreut.

Steffi Grünauer kümmert sich als OGV-Kreisfachberaterin

Die Ideen gehen nicht aus: Staudenbeete sollen die Vielfalt und Gestaltungsmöglichkeiten demonstrieren, Weidenflechtzäune zeigen, welche Abgrenzungen möglich sind, Versuchsflächen werden zu temporären Ausstellungen, etwa von Pflanztrögen oder Blumenkästen. „Das Ziel ist ein pflegeleichter Garten mit Wohlfühlgarantie“, sagt Steffi Grünauer. Und jeder ist eingeladen. Für’s Abholen von Tipps und Ratschlägen – jeden Donnerstagvormittag ist die Landschaftsgärtnerin für ein Gespräch vor Ort – oder einfach nur kommen und genießen. Ruhe, Grün und bunte Vielfalt. Abschalten vom Alltag. Der Garten ist bis zur Dämmerung jeden Tag geöffnet und steht jedem zur Verfügung.

Eine Bildergalerie zum Thema finden Sie bei uns im Internet.

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