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Ehrung

Ein Musiker mit Leib und Seele

Beim Jubiläumskonzert des Sängervereins wird Elmar Holzner zum Ehrendirigenten gekürt. Der Virtuose freut sich darauf.
von Walter Schiessl

  • Elmar Holzner, ein durch und durch musikalischer Wörther wird zum Ehrendirigenten des Sängervereins ernannt.Fotos: Schiessl, Sängerverein., Szudra
  • Die über zwanzig Sängerinnen und Sänger des Jubelvereins werden am Sonntag mit zwei anderen Chören ein buntes Programm zum Besten geben.

Wörth.Elmar Holzner (70) ist ein Musiker der alten Schule. Der gebürtige Oberbayer, der sich 1998 in Wörth angesiedelt hat, hat zeitlebens mehrere Chöre, darunter auch den Wörther Sängerverein, geleitet. Dieser ernennt den Virtuosen nun am Sonntag bei seinem Jubiläumskonzert zum 125-jährigen Bestehen nun zum Ehrendirigenten. „Die Auszeichnung wird mich natürlich sehr freuen“, sagt der begnadete Pianist.“
Seine berufliche Laufbahn hat der 70-Jährige in Diensten des Arbeitsamtes verrichtet, aber sein Leben und seine Leidenschaft waren die Musik. Der gebürtige Oberbayer aus Traunstein studierte am Mozarteum in Salzburg Klavier und das Dirigieren. Gewusst, so sagt er, dass die Musik sein Leben einmal weit bestimmen werde, habe er das bereits sehr früh. „Ich spielte schon in jungen Jahren eine Vielzahl von Instrumenten“, erzählt er. Durch sein Leben zog sich seine Nebentätigkeit wie ein „roter Faden“, sagt er. Und das hat sich bis heute nicht geändert.

Ein Orchester geleitet

Zwei bis vier Stunden sitzt Elmar Holzner täglich an seinem Flügel, für den im schmucken Häuschen ein eigenes Zimmer besteht. „Ich spiele alles“, erzählt der Maestro, der eigentlich Karriere als Heeresmusiker machen sollte. „Ich hab‘ als stellvertretender Dirigent die Nationalhymnen bei den Olympischen Spiele 1972 einstudiert“, sagt er nicht ohne Stolz. Dennoch schlug er, nachdem er die Musik-Studien 1975 abgeschlossen hatte, eine andere Laufbahn ein.“

Die Zeit sei einfach nicht reif dafür gewesen, sich eben hauptberuflich nur der Musik zu widmen. „Und das schon gar nicht als zweifacher Familienvater“, sagt Elmar Holzner. „Ich wurde Diplom-Verwaltungswirt und ging in die Dienste des Arbeitsamtes“, erzählt er weiter. Zusammen mit seiner Familie zog er zunächst in die Nähe von Landshut. Dort lag es nahe, dass er sich musikalisch engagieren wollte und zur „Tanzharmonie“ nach Velden kam. Er leitete lange Zeit das dortige Orchester und gab sogar Konzerte in Vicenca, wo er vom zufällig anwesenden italienischen Ministerpräsidenten Cossiga eine hohe Auszeichnung erhielt. Natürlich gibt es auch CDs, auf denen der Wörther Klavier spielt. Es lang ihm allerdings nie, sein großes musikalisches Talent zu vermarkten.

Der Spitzen-Pianist wurde von vielen Veranstaltern geholt, um Galas oder Tischgesellschaften zu verschönern. „Einmal spielte ich zwischen einem Auftritt von Margot Werner und Max Greger“, erinnert sich der Wörther. „Mein Lieblingskomponist ist Franz Xaver Schubert“, erzählt der Virtuose. Mit Schuberts Werken hat er für seine Wörther schon einmal mehrere Soirees im Rondellzimmer gegeben. Verschönert hat der hochmusiklaische Pianist auch Geburtstagsfeiern in der Region, bei denen er viele Stunden lang ein buntes Liederprogramm auswendig intonierte.

Krönungsmesse als Höhepunkt

Beim Wörther Sängerverein fand Elmar Holzner dann vor zwanzig Jahren schnell wieder eine neue Heimat. Er legte sich kräftig ins Zeug und leitete den Sängerverein an die zehn Jahre lang. In der von Sepp Schütz verfassten Chronik heißt es dazu: „Am 7. Mai 1998 stellte sich der Neubürger Elmar Holzner als neuer Chorleiter vor. Seine musikalische Vorbildung, Studium der musischen Künste in Salzburg (Mozarteum), lässt auf vieles hoffen. Der erste größere Auftritt unter der neuen Regie war ein Weihnachtskonzert am 20. Dezember 1998 in der Schlosskirche. Es folgte die Aufführung „Das Lied von der Glocke“. Ein weiterer kirchenmusikalischer Höhepunkt war die Aufführung der „Krönungsmesse“ von W. A. Mozart anlässlich des 110-jährigen Bestehens des Vereins 2003.“

Elmar Holzner gab das Dirigentenamt 2009 nach elf Jahren an Markus Rupprecht ab. „Das war eigentlich, weil der Chor zu klein und die Sänger zu alt geworden waren“, sagt Elmar Holzner heute. Da habe er nicht mehr die Aufführungen machen können, die er in seinem Kopf hatte. Da müsse man dann auch Schluss machen, sagt er. Die Zeit, die er dem Sängerverein gewidmet hatte, sei aber sehr schön gewesen, die Chorleitung hatte ihm bis dahin großen Spaß gemacht.

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