MyMz
Anzeige

Karriere

Ein PI-Chef mit Leib und Seele

Vor 40 Jahren trat Josef Schweiger in den Polizeidienst ein. Als Chef der Inspektion Wörth ist er für 28 Beamte zuständig.
Von Walter Schiessl

Josef Schweiger leitet bis August 2019 die Polizeiinspektion Wörth. Hier zeigt er auf sein altes Arbeitsbuch.Foto: Schiessl
Josef Schweiger leitet bis August 2019 die Polizeiinspektion Wörth. Hier zeigt er auf sein altes Arbeitsbuch.Foto: Schiessl

Wörth.Mit Josef Schweiger hat die Wörther Polizeiinspektion einen Chef mit Leib und Seele, der unglaublich viele Stationen in seiner 40-jährigen Dienstzeit absolviert hat. Der vielseitige Mann aus Bach (Jahrgang 1959) möchte keinen einzigen Baustein in seiner steilen Karriere missen. „Dass ich am Ende meines Arbeitslebens die Inspektion vor meiner Haustüre leiten darf, das freut mich am meisten“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar. Schweiger befehligt 28 Polizeibeamte, die für Sicherheit im Raum zwischen Brennberg und Aufhausen, zwischen Altenthann und Zinzendorf sorgen und somit für 27 000 Bewohner zuständig sind.

Das Bacher Urgewächs dachte in jungen Jahren zunächst gar nicht an ein Leben als Polizist. Der junge Bursche machte nach der Schulausbildung, die er mit der mittleren Reife abschloss, eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann. „Das hat mir schon Spaß gemacht“, erinnert er sich. Im Alter von 18 Jahren aber bewarb er sich bei der Polizei, eigentlich aus dem Grund, „dass ich nicht zur Bundeswehr gehen wollte“. Doch schnell nach seinem Dienstantritt bei der Stabshundertschaft in Eichstätt musste er feststellen, dass sich die Arbeit bei den Gesetzeshütern gar nicht so sehr von der der Militärs unterschied. „Wir mussten eine Formalausbildung absolvieren“, erzählt der Bacher, denn die Einheit musste das Marschieren, das richtige Grüßen und den Umgang mit Befehlen lernen.

„Servus“ von Lothar Matthäus

Josef Schweiger war während seiner zweieinhalbjährigen Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei noch an den Standorten München und Dachau eingesetzt. Über sechs Jahre folgten dann im Raum München bei der Polizeiinspektion 10 in Bogenhausen und der Einsatzhundertschaft als Gruppenführer.

Wie an allen Berufsstationen holte sich der in den mittleren Dienst aufgestiegene Beamte dabei viele Fachkenntnisse, sei es beim Bewachen der Wohnung des damaligen Innenministers Fritz Zimmermann, bei Einsätzen am Oktoberfest oder bei Fußballspielen. Das lautstarke „Servus“, mit dem Lothar Matthäus die Beamten beim Einmarsch ins Stadion begrüßte, blieb ihm bis heute im Gedächtnis. Eine hochinteressante Zeit sei das gewesen.

In München lernte Josef Schweiger seine Frau Gisela kennen, die er 1986 heiratete, die ihm einen Buben schenkte, aber schon 1989 tragisch verstarb. Der Bacher beschloss, diese Schicksalsprüfung mit der Hilfe seiner Eltern, die den kleinen Florian großzogen, zu meistern. 1987 war er zur PI Regensburg 3 am Jakobstor gekommen, wo er als Wach- und Streifenbeamter tätig war. Der Oberpfälzer absolvierte dann den zweijährigen Lehrgang für den gehobenen Dienst, ehe er im Alter von 32 Jahren zum Kommissar ernannt wurde. „Ich kam nach Cham, wo ich gleich Chef für mehrere ältere Kollegen in meiner Dienstgruppe wurde“, sagt Josef Schweiger. Er half dort mit, einen Mord aufzuklären, rekonstruierte tragische Unfallgeschehen und war auch als Streifenbeamter vor.

1992 kam er als Dienstgruppenleiter zum ersten Mal zur Wörther Inspektion. Aus jener Zeit gibt es noch drei Beamte, die zusammen mit Josef Schweiger arbeiteten und ihn damals schon schätzen lernten. Doch der Mann aus Bach wollte sich sechs Jahre später erneut verändern und bewarb sich um die freie Stelle des Pressesprechers der Direktion. Er bekam den Titel des Kriminalhauptkommissars und war fortan immer an den Brennpunkten des polizeilichen Geschehens in der Oberpfalz. „Allerdings brauchte ich während dieser Zeit keine Unform mehr zu tragen“, lacht der Beamte spitzbübisch, der den Spagat zwischen neugierigen Pressevertretern auf der einen Seite und bisweilen etwas zugeknöpften Gesetzeshütern, die um die Preisgabe von Ermittlungsdetails fürchteten, meisterte. „Aber ich glaube, ich habe das ganz gut gelöst“, sagt der PI-Chef heute im Rückblick. 2001 endete auch diese Epoche, denn er wurde Dienstgruppenleiter bei der Verkehrspolizeiinspektion in Regensburg und später auch noch Leiter der Verfügungsgruppe bei der PI Neutraubling.

Bis August 2019 im Amt

Der inzwischen mit vier Sternen dekorierte Hauptkommissar kam am 1. Juli 2014 wieder in die Dienste der PI Wörth, der er seitdem vorsteht. Die Beförderung zum Ersten Polizeihauptkommissar mit fünf Sternen am Revers folgte. Die Polizeikarriere von Josef Schweiger verlief überaus abwechslungsreich. „Ich habe Razzias geplant, war bei Drogenkontrollen im Einsatz, habe Diebe überwacht und musste verdächtige Täter festnehmen“, sagt Josef Schweiger, der aber davon verschont geblieben ist, seine Dienstwaffe einsetzen zu müssen. „Das macht kein Polizist gerne“, sagt der Bacher, aber manche Entwicklungen ließen sich nicht vorhersehen. Bis zum August 2019 will Josef Schweiger noch im Amt bleiben. „Wenn man mehr als 20 Schichtjahre auf dem Buckel hat“, sagt er, könne man Antrag auf vorzeitigen Ruhestand stellen. Das hat der Beamte, der in seiner Freizeit gerne Motorrad fährt, Tennis spielt und mit den Brettln die Pisten hinabfährt, auch vor. Schweiger will mit seiner Lebensgefährtin das Leben im Ruhestand genießen. „Man muss wissen, wann das Berufsleben vorbei ist“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar.

Weitere Nachrichten und Berichte aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht