mz_logo

Landkreis
Samstag, 22. September 2018 19° 3

Wiedersehen

Ein Treffen nach vielen Jahren

In Köfering kamen die Jahrgänge bis 1945 und früher zusammen. Viele Erinnerungen wurden dabei ausgetauscht.
Von Theresia Luft

Aus dem Fotoalbum von Elfriede Hummel: Die sechs Mädels waren damals eine eingeschworene Gemeinschaft. Foto: Theresia Luft
Aus dem Fotoalbum von Elfriede Hummel: Die sechs Mädels waren damals eine eingeschworene Gemeinschaft. Foto: Theresia Luft

Köfering.Es ist immer wieder schön, ehemalige Klassenkameraden nach vielen Jahren wiederzusehen. Die Jahrgänge bis 1945 und früher trafen sich in Köfering, um ihre Erinnerungen auszutauschen und waren dazu aus dem ganzen Bundesgebiet angereist. An die einhundert Ehemalige trafen sich nach vielen Jahren wieder. Mit einem gemeinsamen Gottesdienst gedachten sie ihrer verstorbenen Mitschüler und der ehemaligen Lehrer. Anschließend wurden Erinnerungsfotos gemacht und man traf sich im Gasthaus zur Post.

Aus dem Fotoalbum von Elfriede Hummel: Ein Klassenfoto Anfang der 50er Jahre in Köfering. Foto: Luft
Aus dem Fotoalbum von Elfriede Hummel: Ein Klassenfoto Anfang der 50er Jahre in Köfering. Foto: Luft

Die Freude war groß

Es war förmlich zu spüren, die Freude sich wieder zu sehen, war groß. Der Gesprächsstoff ging nicht aus und bei der Bilderschau von Herbert Winkler, dem ehemaligen Ortsheimatpfleger von Köfering, kamen die Erinnerungen erst richtig in Schwung. „Weißt du noch, das mit den Zöpfen da müsste doch?“ oder „Ja, das waren noch Zeiten als wir...“ oder „Schön ist es, sich mal wieder zu treffen nach so langer Zeit“, solche und ähnliche Sätze gehören einfach dazu und die Freude übers Wiedersehen war jedem Einzelnen anzusehen.

Die Hauptorganisatoren des Klassentreffens in Köfering Foto: Theresia Luft
Die Hauptorganisatoren des Klassentreffens in Köfering Foto: Theresia Luft

Anfang der 40er bis 50er Jahre sind sie in Köfering in die Schule gegangen. Sie wurden gemeinsam eingeschult, feierten Erstkommunion und Firmung – Erinnerungen, die verbinden. Einige sind über die vielen Jahre hinweg in Kontakt geblieben und andere sahen sich erst beim Treffen in Köfering wieder. Viele Erinnerungen standen im Raum, wie etwa an die hübschen aber strengen Lehrerinnen Frau Fottner und Frau Schwab oder die Lehrer Tschipper oder Muggenthaler, die Jahrzehnte in Köfering unterrichteten, wie Harald Bauer erzählte. Auch die alte Schule steht nicht mehr. Damals war Köfering ein zentraler Ort im südlichen Landkreis, mit Bus- und Bahnverbindung, mit Tankstelle, Arzt und Polizeistation. Die Thalmassinger sind zu Fuß nach Köfering zum Bahnhof gegangen und alle 35 Kinder wurden von der ersten bis dritten Klasse von einem Lehrer unterrichtet, erzählte Bauer. Auch Fredl Zeug hat viele schöne Erinnerungen an seine Schulzeit in Köfering. „Es vergingen keine Winterferien, an denen wir nicht am Schlossweiher waren. Vom ersten bis zum letzten Ferientag waren wir beim Schlittschuhlaufen und beim Schlittenfahren am Weinberg. Es war immer ein Erlebnis. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Oder im Sommer waren wir immer beim Baden in der Pfatter.“

Die alte Schule in Köfering Foto: Herbert Winkler
Die alte Schule in Köfering Foto: Herbert Winkler

Eine Köferinger Besonderheit war das „Pickeln“ im Frühjahr. Es wurde ein fingerdicker, langer Stecken in den Boden geschlagen und man musste versuchen, diesen mit eigenen Stöcken herauszuschlagen. Um zur Schule zu kommen, musste man über eine kleine Brücke gehen, und zum obersten Klassenzimmer ging es über eine „Hühnerleiter“, beschreibt Zeug die damalige Zeit.

Die alte Schule in Köfering Foto: Herbert Winkler
Die alte Schule in Köfering Foto: Herbert Winkler

Bis aus Celle angereist

Ursula Hollender war extra aus Celle angereist und schon eineinhalb Stunden vorm Treffen in Köfering. Sie nutzte die Zeit, um durch den Ort zur wandern. „Die kleine Bäckerei, wo wir uns immer Brezen kauften, heißt jetzt anders und die Niedermeiers haben gar keinen Bauernhof mehr“, so Hollender, die findet, dass sich Köfering gewaltig verändert habe. Auch Elfriede Hummel, die aus München anreiste, empfand das so. Sie war die Nachbarin von Hollender und erzählt über die kleinen bescheidenen Häuschen, in denen sie damals aufwuchsen und von der Freundschaft der sechs Mädchen aus der Schulzeit, die sich über all die Jahre hielt.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht