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Mittwoch, 20. Juni 2018 26° 4

Natur

Ente brütet im Schubkarren

In dem Nest im Schubkarren von Lilo Scheller in Pfatter liegen 13 Eier. Bald sollten die ersten Küken schlüpfen.

Die Entenmama brütet derzeit 13 Eier im Kräuter-Schubkarren von Lilo Scheller aus. Foto: Biederer
Die Entenmama brütet derzeit 13 Eier im Kräuter-Schubkarren von Lilo Scheller aus. Foto: Biederer

Pfatter.Eigentlich wollte Lilo Scheller nur ihren alten Schubkarren mit frischen Kräutern bepflanzen. Die Pfatterin wohnt gegenüber dem Dorfanger nahe der Nikolakirche und ist bekannt für ihren naturnahen Garten und ihre kreativen Bepflanzungen. Um ein Austrocknen zu verhindern, füllte sie Rindenmulch in den Schubkarren. Mitte März wunderte sie sich, weil darin immer wieder gegraben wurde. „Ich staunte nicht schlecht, als ich dann wenige Tage später bemerkte, dass plötzlich ein Ei einsam und verlassen im Schubkarren lag. Im Laufe der Woche vermehrte sich das Gelege auf fünf Eier. Ein Entenpaar, das ich vorher schon mehrmals im Vorgarten beobachten konnte, hatte hier offensichtlich seine Eier in meinen Schubkarren gelegt“, erzählt Lilo Scheller.

Jeden Tag kam ein Ei hinzu

Erst vor wenigen Tagen, als die Ente ihr Gelege für kurze Zeit verlassen und nicht wie üblich mit Federn zugedeckt hatte, stellte Scheller erstaunt fest, dass inzwischen 13 Eier im Nest liegen. Im Internet informierte sie sich daraufhin und weiß nun, dass Entenweibchen, beginnend mit der ersten Eiablage, täglich ein weiteres Ei ins Gelege legen. In wenigen Tagen werden die Küken wohl schlüpfen. „Bereits drei Tage vor dem Schlüpfen sind die Küken mit leisen Piepsgeräuschen im Ei zu hören. Diesen Zeitpunkt darf ich nicht verpassen“, sagt die Tierfreundin.

„Bereits drei Tage vor dem Schlüpfen sind die Küken mit leisen Piepsgeräuschen im Ei zu hören. Diesen Zeitpunkt darf ich nicht verpassen.“

Lilo Scheller

Mit seinem spitzen Zahn, dem sogenannten Eizahn, bohrt das Küken schließlich ein kleines Loch in die Schale, das es später erweitert. Durch dieses zwängt es sich später unter großer Anstrengung aus dem Ei heraus. Da Entenjungen sogenannte Nestflüchter sind, werden die Küken versuchen, bereits nach sechs bis zwölf Stunden ihr Nest zu verlassen und zu schwimmen. „In dieser Zeit muss ich ganz besonders aufpassen. Sie sind ja hoch oben auf dem Schubkarren.“ Der Pfatterer FF-Kommandant Gerald Lugauer und der Landwirt Manfred Bayer haben sich bereits angeboten, die Kleinen dann an ein Gewässer zu transportieren“, versichert die „werdende Enten-Patentante“.

Küken laufen demjenigen nach, den sie nach der Geburt erblicken

Entenküken laufen in ihren ersten Stunden demjenigen nach, den sie als Erstes nach ihrer Geburt erblicken, weiß Lilo Scheller aus Recherchen. „Hoffentlich ist das dann auch ihre Entenmama, denn nach acht Wochen können die Jungen bereits fliegen. Hier habe ich noch meine Defizite“, meint die Pfatterin lachend.

Warum das Entenpaar gerade ihren Vorgarten als Brutplatz ausgewählt hat, kann sich Lilo Scheller nur damit erklärten, dass sich gegenüber ihrem Vorgarten der Dorfbrunnen befindet. Einen Gartenteich besitzt sie dagegen nicht. Eine Scheu vor Menschen hat die brütende Entenmama übrigens nicht. Sie sitzt zufrieden im Schubkarren und beobachtet ihre Umgebung. Damit die Entenmutter in Ruhe brüten kann, hat ihr Lilo Scheller zwei Schalen mit Futter und Wasser neben ihren Nistplatz in den Schubkarren gestellt. Ein großer Sonnenschirm sorgt für Schatten in der derzeit gleißenden Sommerhitze.

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