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Montag, 20. August 2018 30° 2

Glücksspiel

Ermittlungen gegen Watter eingestellt

Konrad Kaser aus Laub organisierte ein Preis-Watten – und kassierte eine Anzeige. Nun kann der 66-Jährige aufatmen.
Von Heiner Stöcker

Watten ist wohl die Nummer zwei unter den beliebtesten Kartenspielen in der Region. Doch wenn es um Geld geht, ist das verboten. Foto: Dietmar Krenz
Watten ist wohl die Nummer zwei unter den beliebtesten Kartenspielen in der Region. Doch wenn es um Geld geht, ist das verboten. Foto: Dietmar Krenz

Regensburg.Watten kann Glücksspiel sein – aber Konrad Kaser ist vom Haken. Der 66-jährige Rentner aus Laub bei Regenstauf war nach einer anonymen Anzeige im März in den Fokus von Staatsanwaltschaft und Polizei geraten. Laut Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg, Dr. Markus Pfaller, sind die Ermittlungen wegen illegalen Glücksspiels gegen den ehemaligen EVR-Manager Kaser nun eingestellt.

„Die Anzeige ist bei uns eingegangen und wir haben geprüft“, sagte der Jurist am Montag im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung. „Die Staatsanwaltschaft hat nach der Prüfung des Vorgangs aufgrund der Gesamtumstände ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung verneint“, sagte Dr. Pfaller. Insofern sei das Verfahren eingestellt „wegen Geringfügigkeit.“

Einerseits habe der Verdächtige glaubhaft machen können, dass er das Watt-Turnier des FC Laub im März nicht zur Gewinnerzielung oder mit gewerblichen Absichten organisiert hatte. Andererseits hätten die Ermittler den mit neun Euro geringen Einsatz bei ihrer Abwägung in die Waagschale geworfen. „Letzlich handelte es bei dem Turnier um ein Element, bei dem die Brauchtumspflege zentrale Bedeutung hatte.“

Trotzdem: Watten könne den Tatbestand des Glücksspiels laut Dr. Pfaller grundsätzlich erfüllen, und könne genehmigungsbedürftig sein. Veranstalter sollten sich im Zweifelsfall immer an ihre zuständigen Behörden wenden.

In Kasers Turnier hätten die Kartler neun Euro Einsatz je Spieler bezahlt. Am Ende standen Geldpreise von 50, 100 oder 200 Euro für die Sieger. Über die Ermittlungen nach einer anonymen Anzeige wegen illegalen Glücksspiels hatte die Mittelbayerische berichtet. Sie hatten auch überregional für erhebliches Aufsehen gesorgt.

Als Glücksspiel gilt Watten aber dann, sobald Spieler gegen Geldeinsatz Geldpreise gewinnen können. „Im Vergleich zum Schafkopf hat das Watten zwei Elemente, die aus dem Strategiespiel ein Glücksspiel machen“, erklärte der Schierlinger Erich Rohrmayer, Autor mehrerer Bücher über Kartenspiele, im Gespräch mit unserer Zeitung im März. Zum einen werden beim Watten nicht alle Karten verteilt. Zum anderen werde geblufft: „Jemand, der eine schlechte Karte hat, kann deshalb trotzdem noch gewinnen.“

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Erich Rohrmayer, Profi-Kartler und Autor mehrerer Kartenspiel-Bücher, kann nicht nachvollziehen, warum Spielcasinos genehmigt werden, Watt-Turniere aber verboten sind, sobald es dabei um Geld geht. Er will sich bei Bayerns Justizminister Winfried Bausback und bei Innenminister Joachim Herrmann für seine Kartler-Kollegen und die Tradition des Preis-Wattens mit Geldprämien einsetzen.

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