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Politik

Erst die Kreisstraße, dann das Baugebiet

Ihr Wahlprogramm hat die Bürgerliste Köfering fast schon erfüllt. Das neue Investorenprojekt begleitet sie kritisch.
Von Michael Jaumann

  • Der Bewegungspark an der Pappelallee war ein besonderes Anliegen von Manuel Hagen. Demnächst wird unmittelbar daneben das kleine Baugebiet „Schlossweg“ entstehen. Foto: Jaumann
  • Am „Straßäcker“ entstehen aktuell barrierefrei Wohnungen für Betreutes Wohnen sowie Eigentumswohnungen. Im Juni soll die Entscheidung für ein weiteres Seniorenprojekt folgen. Foto: Jaumann

Köfering.Seit 16 Jahren stellt die Bürgerliste Köfering-Egglfing den Bürgermeister. 1989 gegründet, um den Bürgern eine Alternative zur bis dato einzigen politischen Kraft im Gemeinderat – der CSU –zu bieten, ist die Gruppierung rasch gewachsen. Sie besetzt seit zehn Jahren acht der 14 Sitze im Gemeinderat und könnte kommod alleine regieren.

Dennoch setzt die Bürgerliste darauf, die CSU als zweitstärkste Gruppe einzubinden. „Wir wollen sie mit ins Boot holen“, sagt Manuel Hagen, 2. Bürgermeister und seit vier Jahren Vorsitzender der Bürgerliste. „Wir arbeiten gut mit der CSU zusammen“, lobt er und spart den Vertreter der Grünen ausdrücklich aus. Der Einzelkämpfer fehle zu oft im Gremium, findet Hagen.

„Zu 90 Prozent geschafft“

Köfering soll eine Mitte bekommen. Der erste Abschnitt des Dorfplatzes wird bis 2019 realisiert. In dem ehemaligen gräflichen Gutsgebäude rechts hat die Gemeinde Platz für ein barrierefreies Rathaus. Foto: Jaumann
Köfering soll eine Mitte bekommen. Der erste Abschnitt des Dorfplatzes wird bis 2019 realisiert. In dem ehemaligen gräflichen Gutsgebäude rechts hat die Gemeinde Platz für ein barrierefreies Rathaus. Foto: Jaumann

Die Gemeinsamkeit im Gemeinderat trägt Früchte: Im Süden und Norden entstehen Wohn- und Gewerbegebiete, die Schulerweiterung ist fast abgeschlossen und bis nächstes Jahr soll der Ort einen Dorfplatz und damit ein Zentrum mit einem gefälligen Gesicht erhalten. Daran fehlt es dem Ort an der Bundesstraße bisher. Selbst das 500 Jahre alte Schloss liegt so versteckt, dass es zum Ortsbild kaum beiträgt.

Trotz aller politischen Gemeinsamkeit – oder vielleicht sogar gerade deswegen – möchte die Bürgerliste aber schon deutlich machen, wer sich den Aufschwung Köferings auf die Fahnen schreiben kann. „Wir haben nach vier Jahren unser Wahlprogramm von 2014 zu 90 Prozent erfüllt“, betont Manuel Hagen bei einem eigens angesetzten Pressetermin.

Video: Michael Jaumann

Was noch nicht geklappt hat, nennt Hagen in seiner Bilanz zuerst. Ist ja auch problemlos möglich, denn die bisher noch nicht erledigte Sanierung des Leichenhauses gehört kaum zu den Dingen, die die Köferinger schmerzlich vermissen. Hier gab es wegen unterschiedlicher Vorstellungen zwischen Kirche und Gemeinde über den künftigen Ort des Gebäudes Verzögerungen. Nun soll ein Neubau auf der anderen Straßenseite gegenüber der Kirche beim zweiten Bauabschnitt des benachbarten künftigen Dorfplatzes verwirklicht werden.

Und damit sind wir schon mittendrin in den bewältigten Aufgaben. Der erste Bauabschnitt des Dorfplatzes wird jetzt ausgeschrieben. Ein Baufenster bis 2019 soll helfen, Firmen der viel beschäftigten Baubranche gewinnen zu helfen. Am Dorfplatz soll später auch das neue Rathaus entstehen. Der Auszug des alten Rathauses ließe im aktuell erweiterten Schulgebäude auch zusätzlichen Platz entstehen. Die Schule mit Mittagsbetreuung sei zeitgerecht fertig geworden, die Außenanlagen würden jetzt erstellt.

In einer Punktlandung hat die Gemeinde noch die erweiterte Schule in Betrieb nehmen können. Sie ist barrierefrei und enthält unter anderem eine Mensa und ein größeres Lehrerzimmer. Foto: Jaumann
In einer Punktlandung hat die Gemeinde noch die erweiterte Schule in Betrieb nehmen können. Sie ist barrierefrei und enthält unter anderem eine Mensa und ein größeres Lehrerzimmer. Foto: Jaumann

Im Süden des Ortes ist ein Mischgebiet kurz vor der Verwirklichung, sagt Hagen. Es wird auch ein weiteres Projekt für Betreutes Wohnen bzw. ein Seniorenheim enthalten. Auch die Planung für einen neuen dreigruppigen Kindergarten in Richtung Egglfing anstelle des kirchlichen Kindergartens sei angelaufen. Ob Haushaltskonsolidierung und Schuldenabbau, Jugend- und Familienförderung, nachhaltige Energie- und Jugendpolitik, Seniorenarbeit, Baupolitik und Verkehr – hinter die Aufgaben könne man im Prinzip alle einen Haken machen, versichert Hagen. Und alle Investitionen seien aus dem laufenden Haushalt ohne neue Schulden finanziert worden.

Erst muss die R30 kommen

Mit Sorge verfolgt Hagen das Investorenprojekt, das bis 2031 in Richtung Egglfing 550 Wohneinheiten entstehen lassen soll. „Die Alternative wäre aber gewesen: kein Wachstum“, weil der Regionalplan eine Entwicklung Köferings nur in Richtung Egglfing zulasse „Der Investor darf aber nur bauen, wenn die Kreisstraße R30 kommt“, legt sich Hagen fest. Und die müsse vor Baubeginn der Häuser fertig sein.

„Der Investor darf nur bauen, wenn die Kreisstraße R30 kommt.“

Manuel Hagen

„Gute Zusammenarbeit, gutes Klima, gute Ergebnisse“ – mit diesen Worten stimmt CSU-Vorsitzender Wolfgang Gruber in die Erfolgsbilanz ein. Das Programm der CSU sei dem der Bürgerliste ähnlich gewesen. Durch die gute Einnahmesituation der Gemeinde sei es gelungen, die Projekte ohne finanzielle Belastung der Bürger zu stemmen. Sorge bereitet auch ihm das Großprojekt an der Weiherbreite. Die Erschließung dürfe nicht über die Ortsteile erfolgen, sondern nur über die Bundesstraße und die künftige Kreisstraße R 30. Bernhard Leikam, Vertreter der Grünen, war trotz mehrfacher Anfrage nicht zu erreichen.

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