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Analyse

Experte vergibt die Note eins

Peter Gockel ist von den Proben im Klostergarten in Pielenhofen begeistert. Im Erdreich finden sich viele Regenwürmer.
Von Meike Jordan

Der Boden im Klostergarten ist äußerst krümelig und tiefgründig locker. Foto: Meike Jordan
Der Boden im Klostergarten ist äußerst krümelig und tiefgründig locker. Foto: Meike Jordan

Pielenhofen.Der Klostergarten birgt einen großen Schatz. Geheimnisvoll, für die Öffentlichkeit nur selten zugänglich, riesengroß, mit verwunschenen Ecken, zahlreichen Wildblumen und altem Obstgehölz wirkt er wie aus einem Märchen aus längst vergessener Zeit. Peter Gockel, Bodenexperte aus Heitzenhofen, durfte im alten Klostergarten Bodenproben nehmen und machte dabei eine wunderbare Entdeckung.

Der Klostergarten ist bedeckt mit fruchtbarster Erde, heute keine Selbstverständlichkeit mehr und viel zu selten anzutreffen. Nach der Analyse kommt Gockel gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus: „Der Boden im alten Klostergarten ist der beste Gartenboden, den ich seit langem gesehen habe. Er ist äußerst krümelig und tiefgründig locker mit einem hohen Wasserspeichervermögen und mit hohem Humusgehalt und extrem reichem Bodenleben.“ Eine Entwicklung der Uni Trier macht es möglich, den Gartenboden mit den einfachen Mitteln eines Haushalts auf seine Qualität, den Humusgehalt und sein Bodenleben, zu untersuchen.

Dieses Verfahren wird als Trierer Bodenqualitätstest bezeichnet. Die Untersuchungen der Schüler belegten eindrucksvoll, dass der Klostergarten reiches Bodenleben und hohe Bodengesundheit hat. Feinkrümeliger Humus findet sich überall in den Beeten, unter der Rasenfläche, an den Stauden und unter Bäumen. Als Gradmesser für das Bodenleben dient die Anzahl der Regenwürmer im Boden. Viele Regenwürmer sind ein Zeichen reichen Bodenlebens und von guter Bodengesundheit. Die Schüler fanden an unterschiedlichen Stellen 180 bis 260 Regenwürmer je Quadratmeter im Boden, im Schnitt 200 Exemplare. Zum Vergleich: 60 Prozent unserer Äcker weisen nur 60 bis 170 Regenwürmer je Quadratmeter auf. Auch die Pflanzenwurzeln sind reich mit Feinwurzeln entwickelt, sie können daher Nährstoffe besser aufnehmen und haben auch einen besseren Schutz vor Trockenstress im Sommer. Die Durchwurzelung ist tiefgründig und somit auch ein Beleg für lockeren Boden, zumindest in den oberen 30 Zentimetern Bodenschicht. Der Humus selbst weist eine sehr hohe Aggregatstabilität aus, was die Schüler mit einem Auswaschstest visuell mit mehreren Proben herausfanden. „Dieser Boden zeigt keinerlei Erosion und ist auch bei starken Regenfällen in der Lage, viel Wasser aufzunehmen. So einen Gartenboden habe ich schon lange nicht mehr gesehen! Wenn ich heute einen Preis für einen guten Gartenboden vergeben würde, dann wäre meine erste Wahl der alte Klostergarten in Pielenhofen“, so Gockel.

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