MyMz
Anzeige

Nahverkehr

Fähren-Idee schnell über Bord

Aus dem Plan, Schulbusse über die Donau zu bringen, wird nichts. Denn das Gewicht der Gefährte ist viel zu hoch.
Von Walter Schiessl

Aus der Idee, Schulbusse über die Kleinprüfeninger Donaufähre zu transportieren, wird nichts. Foto: Jaumann
Aus der Idee, Schulbusse über die Kleinprüfeninger Donaufähre zu transportieren, wird nichts. Foto: Jaumann

Regensburg.Die Idee, Schulbusse mit Mädchen und Buben aus Sinzing über die Donaufähre nach Regensburg zu schippern, ist – kaum geboren – auch schon wieder gestorben. Denn die Achslast der Busse ist erheblich höher als die Last, die von der Fähre bei Kleinprüfening befördert werden könnte. Somit ist das Vorhaben, das unlängst von Landrätin Tanja Schweiger und dem RVV-Geschäftsführer Josef Weigl präsentiert wurde, auch schon wieder zu den Akten gelegt.

„Hätte den Rahmen gesprengt“

Die Idee, doch den 500 Kindern aus Sinzing und Viehhausen eine schnellere Donauüberquerung statt der aufwendigen Fahrt über die Sinzinger Autobahnbrücke zu ermöglichen, hatte Josef Weigl im Auftrag der Landrätin. Sechs Busse der Linien 26 und 27 fahren die Mädchen und Buben unter der Woche über die Autobahn in die Schulen nach Regensburg. Fährenbesitzer Johannes Hofmeister zeigte sich zunächst auch angetan von dieser Variante, für deren Verwirklichung er sich auch gleich zum Mitwirken bereit erklärte. „Alles muss geprüft werden“, befand Josef Weigl.

Kommentar

Ein hilfloser Versuch

Die Verkehrssituation wird immer prekärer. In der Stadt Regensburg und in den ihr nahen Gemeinden ist zu Stoßzeiten kaum mehr ein Durchkommen. Das Pkw-...

Lesen Sie den Kommentar von Walter Schießl: „Ein hilfloser Versuch“

Der Nebenerwerbslandwirt Johannes Hofmeister hätte sich im Falle der Verwirklichung der ungewöhnlichen Tour, so sein Plan, vor seinem Arbeitsantritt bei den Regensburger Osram-Werken zur Fähre begeben und die sechs Busse einzeln über die Donau nach und nach übersetzen können. Doch Hofmeisters Blick in den Fahrzeugschein eines der Busse machte ihm schnell klar: „Das kann ja gar nicht funktionieren.“ Denn die hintere Achslast eines Busses ist zwölf Tonnen schwer, was deutlich über dem liegt, was über einem Schott (wasserdichte Teile unter der Fähre) transportiert werden kann. Die Kleinprüfeninger Fähre, die in den 60er Jahren gebaut und 1999 aufwendig saniert wurde, hat zwar insgesamt ein Transportgewicht von 24 Tonnen, aber die Ladung muss bei der Überfahrt gleichmäßig verteilt sein. „Schade, aber somit ist die Idee des Schulbustransports von Sinzing nach Regensburg über die Fähre auch schon wieder gestorben“, merkte der RVV-Geschäftsführer an.

Lesen Sie auch: Warum auf Baustellen oft keiner arbeitet.

Landrätin Tanja Schweiger hatte im Herbst die Landkreis-Verwaltung beauftragt, sich Gedanken über die Auswirkungen des massiv gestiegenen Verkehrs in der Region zu machen. Über den Mix aus verschiedenen kleinen Aktionen, die zu einer Ideenbörse führen sollen, ist aber bis heute kaum etwas zu hören gewesen.

Zu den „unkonventionellen Lösungen“, die darunter fallen und die der RVV- und GFN-Geschäftsführer Weigl prüfen lassen wollte, zählte eben auch die Fährvariante. „Die Überlegung, die Option einer von Schulbussen zu nutzenden Fährverbindung bei Großprüfening zu prüfen, stammt von der landkreiseigenen Nahverkehrsgesellschaft GFN. Anlass waren Anregungen von Eltern von Fahrschülern aus Sinzing, die beklagt hatten, dass der Schulbus aufgrund von Staus auf der Autobahnbrücke Sinzing die Schulen in Regensburg nicht rechtzeitig erreichen konnte“, teilte Landkreis-Pressesprecher Hans Fichtl unlängst mit.

Warten auf Überlegungen

Die Prüfung der landkreiseigenen Nahverkehrsgesellschaft GFN, ob die sechs morgens nach Regensburg fahrenden Schulbusse der Linien 26 und 27 theoretisch die Fähre Prüfening nutzen könnten, hatte laut Fichtl zunächst zu dem Zwischenergebnis geführt, dass die Fähre grundsätzlich die Busse transportieren könnte. Es bedürfte noch einer baulichen Anpassung der Rampen und die Traglastverteilung müsse nochmals berechnet werden, so Fichtl.

A3: Sechs Jahre Dauerstau für Ostbayern

Sechs Jahre Dauerstau: Der Politik fehlte Weitsicht. Sehen Sie hier ein Video.

Doch schon die Aufrüstung der Fähre hätte deren Gewichts-Rahmen gesprengt, fand Johannes Hofmeister schnell heraus. Das wäre ja allein deshalb gar nicht gegangen, sagt der Fährmann, der mit seinem Transportmittel hauptsächlich landwirtschaftliche Gefährte von Kleinprüfening nach Sinzing übersetzt. Ob eine Idee, die unlängst bei einer Sinzinger Bürgerversammlung geboren wurde, einmal in die Tat umgesetzt wird, ist noch offen. Dort hatte Bürgermeister Patrick Grossmann angeregt, doch Pkws über die Fähre nach Regensburg zu befördern. „Freilich wäre auch das nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt der Fährmann. Denn pro Überfahrt könnte er maximal sechs Pkws befördern und das in einem Zeitraum bis zu 15 Minuten. Aber für den Fall, dass das einmal kommen könnte, hat er schon die Anstellung eines Fährmanns im Auge. „Das müsste man sich dann überlegen“, sagt Hofmeister, der auf konkrete Überlegungen aus der Politik noch wartet.

Hier geht es zum Regionalteil.

Hier geht es zum Ressort Bayern.

Alle Details und Hintergründe zum Ausbau der A3: Hier ist unser Special.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht