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Ehrenamt

Feuerwehr ohne Kommandant

Mit Thomas Renner verlieren die örtlichen Einsatzkräfte ihren Mann an der Spitze. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht.
Von Alfons Beil

  • Ein winterlicher Löscheinsatz der Feuerwehr Hemau im vergangenen Jahr Foto: Feuerwehr Hemau/Renner
  • Kommandant Thomas Renner vor dem alten Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Hemau. Archiv-foto: Krenz

Hemau.Nach dem Jubiläumsjahr 2017 mit vielen Höhepunkten erlebt die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Hemau gleich zu Jahresanfang einen Tiefpunkt: Bei der Kommandanten-Wahl am Freitagabend konnte kein Nachfolger für Thomas Renner, der sich aus beruflichen Gründen nach sechs Jahren nicht mehr zur Verfügung stellte, gefunden werden. Nun sollen im März nochmals Gespräche geführt werden, um eine Lösung bei den Aktiven zu finden. Dagegen konnten im Verein die einzelnen Positionen der Vorstandschaft besetzt werden.

Bereits im Vorfeld war bekanntgeworden, dass sich der bisherige Kommandant Thomas Renner nach sechs Jahren aus beruflichen Gründen mit teilweiser Schichtarbeit nicht mehr zur Wahl stellen würde. Wie Thomas Renner sich gegenüber unserer Zeitung äußerte, sei der Zeitaufwand für den Dienst ständig mehr geworden. Viele Termine seien beruflich nicht zu vereinbaren und könnten von ihm nicht mehr wahrgenommen werden, so Renner. Er versicherte aber, dass der Brand- und Hilfeleistungsschutz trotzdem in bewährter Weise gewährleistet werde, bis ein Nachfolger gefunden worden sei.

Bürgermeister ist alarmiert

Bürgermeister Hans Pollinger äußerte sich bei der gut besuchten Generalversammlung der örtlichen Feuerwehr im Donhauser-Saal enttäuscht: „Die Feuerwehr Hemau hat es nach so einer aktiven Zeit nicht verdient, ohne Kommandant da zu stehen.“

In der Aussprache sagte Klaus Lintl, dass es schwer werde, einen Kommandanten zu finden, der in Hemau beruflich tätig sei, nicht Schicht arbeite und so viel Freizeit für die Feuerwehr opfern könne. Da sich von den drei bisherigen Kommandanten – Thomas Renner, Thomas Ziegaus und Michael Ehrl – keiner bereiterklärte, den Posten zu übernehmen, und sich auch aus der Versammlung heraus kein geeigneter Kandidat fand, soll nun im März noch einmal ein Gespräch geführt werden, um eventuell eine Lösung zu finden.

„Wie ist einem Bürgermeister zu Mute, wenn eine Stützpunktfeuerwehr keinen Kommandanten findet?“, so fragte Bürgermeister Hans Pollinger bei seinem Grußwort in die Runde. 2017 sei ein ereignisreiches Jahr gewesen, doch mit der jetzigen Situation habe niemand gerechnet. Hemau sei im Jubiläumsjahr ein großartiger Gastgeber gewesen und habe sich hervorragend präsentiert, so Pollinger. Er forderte die Mitglieder auf, aktiven Feuerwehrdienst zu leisten – und sich nicht nur durch Vereinsbeiträge frei zu kaufen. Er hoffe, dass die entstandene Lücke schnell geschlossen werde.

Verein besetzt alle seine Posten

Schnell konnten hingegen die Vorstandschaftswahlen durchgeführt werden. Christian Eichenseher wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt. Andreas Kerstensteiner übernahm das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden. Kassiere sind wieder Dominic Paul und Stefan Kiendl. Das Amt des Schriftführers übernahm Franz Mirbeth.

Vorsitzender Eichenseher ging natürlich auf die 150-Jahr-Feier ein. Ohne die gute Mitarbeit vieler Mitglieder sei dies nicht möglich gewesen, so Eichenseher. Er berichtete auch, dass die Wehr derzeit 419 Mitglieder habe. Einen besonderen Dank sprach er Hans Schels aus, der das ganze Gerätehaus neu ausgemalt hatte.

Schriftführer Tobias Meinlschmidt gab einen Rückblick auf die Aktivitäten wie den Atemschutzbewerb mit 140 Trupps aus der Oberpfalz und anderen Teilen Bayerns. Das Jubiläum sei auch finanziell ein Erfolg gewesen. Es konnte sogar ein Plus erzielt werden. So konnte Kassier Stefan Kiendl feststellen, dass die Wehr finanziell gut aufgestellt sei.

Zweiter Kommandant Thomas Ziegaus dankte in seinem Bericht für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen sechs Jahren. „Wir haben viele neue Erfahrungen mit einigen Erfolgen, aber auch Rückschlägen erfahren dürfen. Erfreulich ist, dass es für Probleme und Streitigkeiten doch stets eine Lösung gab und es anschließend gemeinsam wieder weiter ging“ schloss Ziegaus.

Statistik

  • Einsätze:

    Kommandant Thomas Renner berichtete über 66 Einsätze der aktiven Wehr. Dabei wurden 925 Einsatzstunden geleistet. Im Vergleich zu 2016 waren es 149 und 1300 Einsatzstunden. Die Wehr hat 58 Aktive, davon sind drei Frauen. Vom örtlichen Bauhof unterstützen sechs Mitarbeiter die Tagesalarmbereitschaft. Es gab 40 Übungen, 5365 Stunden Freizeit wurden geopfert.

  • Jugendfeuerwehr:

    Derzeit sind es 20 Jugendliche von zwölf bis 16 Jahren, berichtete Jugendwartin Heidi Ziegaus. Diese werden bei den Übungen und Gruppenstunden an den aktiven Dienst herangeführt. Jugendsprecher ist Felix Kratzer und Stellvertreter Jonas Ziegaus. Die jüngste Gruppe sind die „Blaulichtkits“, betreut von Martin Fochler. Zwölf Kinder werden spielerisch herangeführt.

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