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Auftritt

Geister kämpfen um ihr Heim

„Die kleine Horrorvilla“ hat am 27. Januar Premiere. Damit feiert das Theater Zeitlarn heuer seinen 25. Geburtstag.
Von Ralf Strasser

  • Birgit Bolland (sitzend) und Gabriele Hofmann in einer Probenzene zum neuen Stück des Theaters Zeitlarn Foto: Strasser
  • Erhard Scharf ist der Regisseur des neuen Stücks. Foto: Strasser

Zeitlarn. Alle guten Dinge haben ihren Anfang. Gut – auch die schlechten. Aber in diesem Fall ist der Fall eindeutig positiv: Am 22. Januar 1993 gab das Theater Zeitlarn seine Premiere mit dem Lustspiel „Der kerngesunde Kranke“ von Peter Pflug frei nach Molière. Angeschoben hat es Professor Dr. Karl Hausberger, um für die Anschaffung der neuen Kirchenorgel in Zeitlarn Geld zu sammeln und zu spenden. Eigentlich ist Hausberger in der bayerischen Kirchengeschichte zuhause, hat aber ein Faible für das gehobene Laienspiel. „Er war ein Theaterbesessener, es war ein Traum von ihm, selber ein Theater zu gründen“, schmunzelt Gabriele Hofmann, die wie Ralf Heidenreich und Wolfgang Obletshauser zu den Gründungsmitgliedern zählt. Sie selber sei damals „ein wenig als Rampensau unterwegs gewesen“, lacht sie. „Der Karl hat mich gefragt, ob ich da mitmache.“ Hausberger bekam ein klares „Ja“ von Gabriele Hofmann, „und das war auch der Beginn einer Leidenschaft, die bis heute anhält.“

Mit am Start waren acht Leute, die mit Livemusik und selbst getexteten Liedern einen etwas anderen Theaterweg gehen wollten. „Wir haben gleich in unserem zweiten Jahr ein Freilichtstück auf der Burg Kallmünz gespielt. Ein Drama um einen Ritter, den ich übrigens gespielt habe. Alles in Versform, ganz ernst mit Lagerfeuer, Minnesänger und historischen Kostümen.“ Damals hat es begonnen, dass sich das Zeitlarner-Theater von anderen Laienbühnen abhob. Mit einem Repertoire von Komödie, Krimi, Drama und Sketchen bis hin zur klassischen Theaterliteratur.

Bislang 40 Stücke gespielt

Wolfgang Obletshauser (Bühnenbau/Technik): Die Bühne im Pfarrheim ist aufgrund ihrer begrenzten Größe immer eine besondere Herausforderung für den Bühnenbau. Eine optimale Ausleuchtung ist hier sehr wichtig, wobei ich hier von den 25 Jahren Theatererfahrung profitiere.

25 Jahre sind seit dem „Kerngesunden Kranken“ vergangen, gut 40 Stücke wurden gespielt. 60 Mitglieder zählt der Verein heute, „in ganz unterschiedlichen Altersgruppen, die sich jedes Jahr wieder zu einer Theaterproduktion hinreißen lassen“, verrät Regisseur Erhard Scharf. Früher stand er oft selbst auf der Bühne, jetzt ist er zum zweiten Mal als Regisseur dabei und sagt: „Auf der anderen Seite zu stehen und mit den Darstellern die Charaktere zu entwickeln und dabei auch das große Ganze im Blick zu behalten, ist für mich sehr spannend.“

Gabriele Hofmann (Schauspielerin): Dieses Stück ist einmal etwas ganz anderes, weil es sich auch an ein junges Publikum richtet. Es macht mich besonders stolz, mit meiner Tochter auf der Bühne zu stehen.

Was hat sich von damals auf jetzt verändert? „Geblieben ist die Leidenschaft“, betont Hofmann. „Geändert hat sich der Stamm an Schauspielern. Der ist definitiv größer geworden. Dazu haben wir eine bessere Bühnenausstattung, inklusive einer Tribüne für die Freilichtaufführungen.“ Man sei professioneller geworden, „und wir hatten das Glück, immer wieder mit großen Regisseuren zusammenzuarbeiten, wie Bernhard Hübl, Kay Waidelich oder Sepp Fischer.“

Dass Theaterspielen auch Menschen zusammenbringt, ist bei den Zeitlarnern kein Gerücht. „Ich habe meinen Mann beim Theaterspielen kennengelernt. Er war für die Musik zuständig und da hat´’s buchstäblich gefunkt.“ Mittlerweile steht auch Tochter Eva mit auf der Bühne.

Eva Hofmann (Schauspielerin): Es ist eine Herausforderung, mit lauter „Älteren“ zu spielen, ich habe mich jedoch gut aufgehoben gefühlt. Besonders schön ist es, mit diesen erfahrenen Leuten zusammenzuarbeiten.

Poetry-Slam im April

Ralf Heidenreich (Schauspieler): Ich freue mich, dass sich das Theater in den vergangenen 25 Jahren weiterentwickelt und ganz unterschiedliche Genres bedient hat. Ein großer Schatz sind die Menschen jeden Alters vor und hinter den Kulissen. Ad multos annos!

Für das Jubiläumsjahr hat man sich einiges einfallen lassen. So sind das ganze Jahr über verschiedene Veranstaltungen geplant. Den Schwerpunkt bilden zwei Theaterproduktionen im Januar/Februar sowie im Juni/Juli. Um den Zuschauern die Wartezeit zwischen den beiden Stücken zu verkürzen, gibt es im April einen Poetry-Slam. Zum Ausklang findet im Oktober eine „Back to the 90s“ Party statt. Den Auftakt zum Jubiläumsjahr bildet am 27. Januar um 20 Uhr die Premiere der Gruselkomödie „Die kleine Horrorvilla“ von Mark Haberland. Mit dabei die bekannte Mischung aus Jung und Erfahrung: Peter Baier, Birgit Bolland, Ralf Heidenreich, Eva Hofmann, Gabriele Hofmann und Barbara Reißer.

Aufführungstermine

  • Die Aufführungen

    im Pfarrheim Zeitlarn finden am 27. und 28. Januar, am 2. und 4. sowie am 9. und 10. Februar statt. Freitags und samstags ist Beginn um 20 Uhr, an den Sonntagen bereits um 19 Uhr, Einlass ist jeweils eine Stunde vor Beginn.

  • Die Eintrittskarten

    zu 14 Euro (ermäßigt 8 Euro) sind im Vorverkauf bei der Sparkasse Zeitlarn und bei Blütenzauber - Floristik mit Stil erhältlich. Die Plätze sind nicht nummeriert.

„Eine gut harmonierende Truppe“, wie Regisseur Scharf feststellt. „Die Herausforderung an diesem Stück ist für die Spieler, sich in Charaktere und Figuren einzudenken, die man aufgrund des Gruselgenres höchstens aus dem Fernsehen kennt.“ Seit November arbeiten die Protagonisten unermüdlich an den einzelnen Szenen, um dem Stück das nötige Leben einzuhauchen. In dem Stück geht es um Rita, die in einer alten Villa am Rande eines verschlafenen Städtchens wohnt – jedoch nicht allein, denn in der Villa leistet ihr eine illustre Schar seltsamer Wesen Gesellschaft. Um das Gebäude instand- halten zu können, veranstaltet sie kleine Führungen, in denen es echte Gespenster zu erleben gibt.

Leider reichen jedoch die Einnahmen nicht, um die Kosten decken zu können. So entschließt sie sich, die Villa zu verkaufen. Doch ihre Mitbewohner wollen mitnichten heimatlos werden...

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