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Museum

Gemeinde fürchtet Kosten für Kulturzentrum

Der Umbau des alten Altenthanner Pfarrhofs wird rund vier Millionen Euro verschlingen.
VON PETER LUFT, MZ

Der alte Pfarrhof in Altenthann soll zum Sitz eines Landkreismuseums werden. Foto: Archiv/Jaumann
Der alte Pfarrhof in Altenthann soll zum Sitz eines Landkreismuseums werden. Foto: Archiv/Jaumann

ALTENTHANN.Das Projekt des Landkreises, in Altenthann ein Kulturzentrum zu errichten, ist für Altenthann zu einer Zitterpartie geworden. Die Gemeinderäte sehen für den seit fünf Jahren leerstehend dahinsiechenden Pfarrhof bei der Umsetzung, das Kreismuseum in das Pfarrhaus umzusiedeln, sowie das Vorhaben des Landkreises, im Pfarrgarten ein Kulturhaus mit Depot, Schuppen, Café und Dorfladen einzurichten, finanzielle Unsicherheiten. Denn die Kostenschätzungen für das von der Kulturagentur als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnete Vorhaben sind bei vier Millionen Euro angelangt.

Das Kulturzentrum kam in der Sitzung des Gemeinderats erneut zur Sprache, weil Ludwig Eder (CSU) zu einer Besichtigung von Kreistagsmitgliedern der Freien Wähler im Pfarrhof nachfragte. „Um Meinungen zu sammeln, hätten den Termin schon auch gerne wir gewusst“, sagte Eder. Bürgermeister Harald Herrmann (FW) bestätigte den Besuch. „Gibt es denn neue Erkenntnisse“, fragte Eder. „Solche wurden hier nicht getroffen“, sagte Herrmann. Mann wisse nicht, wie die Kreisräte über das Projekt abstimmen, es gebe Befürworter und Gegner, 50:50, vermutet der Bürgermeister.

„Man müsste trennen, was bis April 2014 ursprünglich der Landkreis geplant hat und für die Gemeinde finanziell tragbar vereinbart war. Das Vorhaben sei doch erst ab Mitte 2014 vom Landkreis entwickelt und aufgebläht worden“, sagte Ludwig Eder. „Eine Entscheidung zu diesem Kulturobjekt muss sich der Gemeinderat überlegen. Denn es schaut bedenklich aus. Es ist schon so viel wie sicher, für das geplante Kulturhaus im Pfarrgarten, das als großer Brocken mit hierfür allein 1,3 Millionen Euro steht, werde von der Städtebauförderung in der „Kulturachse Ost nicht bezuschusst“, sagte VG Geschäftsstellenleiter Stefan Unertl und überraschte damit die Gemeinderäte. „Angesichts einer Vorfinanzierung bräuchte die Gemeinde tausendprozentige und wasserdichte Beschlüsse mit dem Landkreis“, so Unertl.

Bürgermeister Herrmann erläuterte das Vorhaben von Donau-Wald-Kultur, im Verbund kommunale Kulturarbeit zu betreiben. Der Gemeinderat sollte den Beitritt mit 500 Euro Beitrag mit Broschüre bis zur Juli-Sitzung überlegen. „Die Gemeinde hat keinen Kulturausschuss. Aber bei einem Ja müssten wir bis zum 10. Juli festlegen, wer was macht und wer welche Arbeit übernimmt“, sagte Herrmann.

„Mit dem Weg, den wir zur Haushaltskonsolidierung eingeschlagen haben, läuft es gut in der Gemeinde. Die Leistungsfähigkeit ist gegeben“, zitierte Herrmann zur rechtsaufsichtlichen Stellungnahme des Landratsamts zur Haushaltssatzung 2017. (llu)

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