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Beteiligung

Gemeinde will wissen, wo Schuh drückt

In Wenzenbach werden derzeit die Bürger zur Zukunft ihrer Gemeinde befragt. Die Resonanz ist positiv.
Von Ralf Strasser

Was sich die Bürger wünschen, will die Gemeinde Wenzenbach erfahren. Foto: Jürgen Fälchle/stock.adobe.com
Was sich die Bürger wünschen, will die Gemeinde Wenzenbach erfahren. Foto: Jürgen Fälchle/stock.adobe.com

Wenzenbach.Die Zukunft mitgestalten – das ist einer der Kernpunkte des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK), für das die Regierung der Oberpfalz Fördergelder bereithält und das dazu beitragen soll, Entwicklungsentscheidungen auf „Augenhöhe“ zu treffen, indem die Bürger „mitgenommen“ werden. Das macht man seit einiger Zeit auch in der Gemeinde Wenzenbach. Hier soll ein ISEK helfen, die Wohn- und Aufenthaltssituation in der Vorwaldgemeinde zu verbessern.

Grundlage und Ausgangspunkt war die Realisierung eines für die Bevölkerung ansprechenden Schlosshofes. Man einigte sich allerdings sehr schnell auf einen weiteren Umgriff. Dazu sind jetzt die Wünsche und Vorstellungen des Bürgers gefragt. „Es ist üblich, im Rahmen der Erstellung eines ISEKs die Meinung der Bevölkerung abzufragen“, erklärt Bürgermeister Sebastian Koch. „Dafür haben wir einen Fragebogen ausgearbeitet, der online beantwortet werden kann.“ Nach einer Woche ist man in einer Zwischenbilanz von der Resonanz positiv überrascht. „Bisher haben wir lediglich über unsere Homepage und Facebook Werbung für die Bürgerumfrage gemacht, und dennoch haben schon 250 Personen teilgenommen“, so Koch.

Der Fragenkatalog sei recht umfassend, lasse sich aber dennoch schnell bearbeiten. „Wir haben ein regelrechtes Potpourri an Fragen aus allen kommunalpolitischen Bereichen zusammengestellt.“ Am lebendigsten wird über das Thema Nahversorgung diskutiert. Eine detaillierte Auswertung des Zwischenergebnisses will die Verwaltung nicht veröffentlichen. „Das würde die Befragung verfälschen“, so der Bürgermeister. Die Bandbreite der Wünsche ist aber offenbar groß. Von einem Baumarkt oder Fitnessstudio ist die Rede, Biomarkt und Bekleidungsdiscounter werden genannt.

Insgesamt zeigt sich auch eine gewisse Ambivalenz: Gefordert werden mehr Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote sowie ein besserer ÖPNV, gleichzeitig aber weniger Verkehrsaufkommen und Flächenversiegelung sowie bezahlbares Wohnen. „Gleichwohl bin ich von der Umfrage schon jetzt sehr angetan“, sagt Koch. „Gerade die Gewichtung unserer Großprojekte durch die Bürgerinnen und Bürger ist für mich sehr aufschlussreich und zahlreiche Vorschläge sind wirklich konstruktiv.“

Die bisherigen Ergebnisse lassen vermuten, dass man mit der Arbeit des Bauhofs (Winterdienst) und der Gemeindeverwaltung recht zufrieden ist. „Beim Bürgermeister schaut das natürlich anders aus“, sagt Koch mit einem Schmunzeln. „Auf die Frage, was die Gemeinde tun kann, um Wenzenbach dauerhaft lebenswert für alle Generationen zu halten, antwortet ein Befragter ganz trocken: sofortiger Rücktritt des Bürgermeisters. Ich hoffe doch sehr, dass sich für mich bis zum Umfrage-Ende Mitte August nochmals das Blatt wendet.“ (msr)

Der Fragebogen

  • Vorgehen:

    Der Fragebogen ist unter www.zukunft-wenzenbach.de einzusehen. Dort kann er online beantwortet oder alternativ im Rathaus abgeholt werden.

  • Inhalt:

    Zu den eher allgemeinen Fragen gehört, ob die Bürger mit dem Freizeitangebot oder den Einkaufsmöglichkeiten in der Gemeinde zufrieden sind. Teils wird konkret nachgefragt, etwa ob eine durchgehende Asphaltierung des Falkensteinradwegs gewünscht wird.

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