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Freitag, 25. Mai 2018 24° 8

Feuerwehr

Großübung: Drei Schwerverletzte gerettet

Feuerwehr und Sanitäter simulierten einen Brand im Bauhof in Pollenried, um die Zusammenarbeit für den Ernstfall zu üben.
Von Paul Neuhoff

Die Atemschutzträger retteten mehrere Brandverletzte aus dem Gebäude. Foto: Paul Neuhoff

Pollenried.An einem gewöhnlichen Arbeitstag am Bauhof des Markts Nittendorf in Pollenried geht in der Regel alles seinen Gang. An einem bestimmten Tag ist aber alles ganz anders. An einem offenen Fenster im Obergeschoss des Gebäudes steht ein Mann und ruft aus Leibeskräften um Hilfe. Qualm steigt aus dem Fenster und hinter den geschlossenen Toren der Fahrzeughalle hört man ebenfalls Hilferufe. Offensichtlich ein Brandfall.

Ein Feuerwehreinsatzfahrzeug rückt mit Blaulicht und Signalhorn an. Atemschutzträger in voller Ausrüstung springen heraus, holen sich eine Leiter vom Dach des Fahrzeugs und eilen zum Fenster mit der hilfesuchenden Person. Aus dem Dach des Gebäudes schlagen Flammen und für einen neben der Halle stehenden Gastank besteht Explosionsgefahr. Ausgelöst wurde das Inferno durch eine Verpuffung bei der Arbeit mit einem Gasschweißgerät im Gebäudeinneren.

Kreisbrandmeister führte Regie

Helfer der BRK-Bereitschaft Nittendorf-Deuerling versorgten die Verletzten. Foto: Paul Neuhoff

Dieses Szenario haben die Verantwortlichen der Feuerwehren aus dem Markt Nittendorf unter der Führung von Kreisbrandmeister Michael Schmaus für eine Großübung entwickelt, um die Zusammenarbeit der Wehren im Ernstfall zu proben und zu vertiefen. Die aktiven Frauen und Männer der beteiligten Wehren setzen im simulierten Ernstfall um, was sie in Lehrgängen und lokalen Übungen gelernt haben. Die Einsatzleitung hatte Thomas Forchhammer als Kommandant der Pollenrieder Wehr.

Während sich die Atemschutzträger daranmachten, dem offensichtlich Verletzten zu Hilfe zu kommen, sprach ein weiterer Feuerwehrmann beruhigend auf den panischen Rufer ein. Dieser wurde ziemlich lebensecht von Andreas Bleicher, dem tatsächlichen Vorarbeiter des Bauhofs, gespielt. Immer wieder setzte Bleicher die Einsatzkräfte mit seinen Schreien und dem Verweis auf weitere Verletzte im Inneren des Gebäudes unter Druck. Die Hilfskräfte ließen sich nicht beirren und wickelten ihre Arbeit ruhig, aber zügig ab. Über die Leiter stiegen zwei Atemschutzträger in das Gebäude und rettete letztlich drei Schwerverletzte mit Brandwunden.

Realistisch geschminkte „Verletzte“

Die Verletzten wurden zum Verbandsplatz gebracht, wo sie von den Kräften der BRK-Bereitschaft Nittendorf-Deuerling unter der Leitung von Dr. Marcus Ilg erstversorgt wurden. Die Helfer sind über die Ausstattung ihrer Fahrzeuge in der Lage, auch Brandwunden für das Erste zu behandeln. Die von Manfred Krause wieder sehr realistisch geschminkten „Verletzten“ erhielten Infusionen. Auch die Körperfunktionen wie Puls und Blutdruck wurden mit mobilen Geräten ständig beobachtet, bis der Transport in ein Krankenhaus erfolgte.

Parallel zum Einsatz der Atemschutzträger hatten weitere Kräfte aus den verschiedenen Feuerwehrfahrzeugen Schlauchleitungen ausgelegt, um den im Gebäude ausgebrochenen Brand zu bekämpfen. Für den Erstangriff wurde das Wasser aus den Tanks der Fahrzeuge genommen, für die weiteren Löscharbeiten an den Wänden und am Dach wurden Hydranten angezapft.

Auch der gefährdete Gastank an der Rückseite des Bauhofs erhielt vorsorglich eine kühlende Dusche. Um die Zugänglichkeit zur Brandstelle besser zu gewährleisten, erzeugte ein großer, mobiler Ventilator Wind, der den Rauch aus dem Gebäude drückte.

Kommandant Thomas Forchhammer hatte die Szene ständig im Auge und war an den verschiedenen Einsatzstellen zu finden, um über Sprechfunk weiteres Gerät und Material anzufordern oder die Kräfte an bestimmte Stellen zu beordern.

Verantwortliche hochzufrieden

Am Ende der etwa einstündigen Übung schälten sich die Atemschutzträger schweißgebadet aus ihren schweren Anzügen. Die benutzten Schläuche wurden wieder aufgerollt, die „Verletzten“ durften aus ihren Tragen aufstehen und sich die Schminke aus dem Gesicht wischen. Alle Gerätschaften wurden in die Fahrzeuge zurückgebracht. Es liegt wieder die gewohnte Ruhe über dem Gelände.

Kreisbrandmeister Michael Schmaus, der das Treiben als Schiedsrichter mit kritischen Augen verfolgte, zeigte sich am Ende hochzufrieden mit dem Ablauf der Übung und den Leistungen der etwa 60 Aktiven.
Der angenommene Brandfall sei ziemlich realistisch nachgestellt worden, der Aufbau der notwendigen Gerätschaften erfolgte zügig. „Der Einsatzleiter hat nichts vergessen und alle Gefahrenschwerpunkte erkannt“, so die lobenden Worte der Führungskraft.

Auch Dr. Marcus Ilg zeigte sich sehr zufrieden mit der Leistung „seiner“ Sanitätskräfte und der Zusammenarbeit mit den Wehren. Bürgermeister Helmut Sammüller sieht solche Übungen als sehr wichtig für den Ernstfall an und bedankte sich bei den Aktiven für ihre ständige Bereitschaft zum Einsatz für die Allgemeinheit.

Weitere Bilder von der Übung zeigt unsere Bildergalerie:

Großübung am Bauhof in Pollenried

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