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Sonntag, 23. September 2018 19° 3

Polder

Grundwassermodell braucht mehr Daten

In der Stadthalle Neutraubling informiert das Wasserwirtschaftsamt Regensburg über die geplanten zusätzlichen Messstellen.
Von Christof Seidl, MZ

Auf großen Widerstand stoßen die Polderpläne im südöstlichen Landkreis. Auch bei dem Infoabend in Neutraubling erwartet das Wasserwirtschaftsamt viele Bürger (im Bild Amtsleiter Josef Feuchtgruber).
Auf großen Widerstand stoßen die Polderpläne im südöstlichen Landkreis. Auch bei dem Infoabend in Neutraubling erwartet das Wasserwirtschaftsamt viele Bürger (im Bild Amtsleiter Josef Feuchtgruber). Foto: jn

Neutraubling.Das Wasserwirtschaftsamt Regensburg (WWA) nimmt das Grundwassermodell für die geplanten Flutpolder Eltheim und Wörthhof in Angriff. Im Rahmen des Hochwasserdialogs bietet die Behörde dazu am Donnerstag ab 18 Uhr (Einlass ab 17 Uhr) in der Stadthalle Neutraubling eine Informationsveranstaltung an. Mit dem Grundwassermodell sollen die Auswirkungen des Donauausbaus und der beiden Flutpolder auf die Grundwassersituation im südöstlichen Landkreis ermittelt werden.

Für die Erstellung des Modells weitere Grundwasserdaten nötig. Daher müssen zusätzlich zu den schon vorhandenen Datenquellen noch rund 30 weitere Messstellen eingerichtet bzw. zum Teil auch Erkundungsbohrungen durchgeführt werden.

Das Gebiet des Grundwassermodells reicht von Osttangente in Regensburg im Nordwesten bis Pondorf im Südosten und Schönach im Süden. Zusätzliche Messstellen soll es beispielsweise bei Sarching, Sengkofen, Taimering, Riekofen, Wörth-Ost, Wiesent oder direkt bei Eltheim geben.

Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes und der mit dem Grundwassermodell beauftragten Ingenieurbüros informieren in der Neutraublinger Stadthalle über die Notwendigkeit der Maßnahmen, den technischen Ablauf und eventuell auftretende Schäden und deren Entschädigung. Der Infoabend steht allen Interessenten offen. Die betroffenen Grundstückseigentümer und Bewirtschafter hat das WWA schriftlich eingeladen.

Bereits begonnen haben die geoelektrische Untersuchungen des Untergrunds. Dabei werden durch die Vermessung natürlicher und künstlicher elektrischer Felder unterirdische Schichtungen und wasserhaltige Schichten (Grund- und Tiefenwässer) erkundet.

Auslöser für die aktuellen Pläne des Freistaats, im südöstlichen Landkreis zwei große Flutpolder zu schaffen, war das katastrophale Hochwasser an der Donau, das vor allem den Raum Deggendorf und Passau traf. Die beiden Polder sollen helfen, künftigen Hochwässern bei Bedarf die Spitze zu nehmen. Bei den betroffenen Anwohnern im südöstlichen Landkreis stoßen diese Polderpläne auf großen Widerstand. Vertreter einer Bürgerinitiative argumentieren, dass der Grundwasserspiegel bereits durch den Ausbau der Donau zwischen Regensburg und Geisling deutlich gestiegen sei und bereits jetzt bei Hochwasser große Probleme verursache. Diese Argumentation hat der Grundwasserexperte Professor Andreas Malcherek, den der Landkreis beauftragt hat, mit seiner Untersuchung der bereits vorhandenen Grundwasserdaten bestätigt.

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