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Politik

Hemau: Ein Engpass sorgt für Kritik

Die Riedenburger Straße ist bei Senioren gefürchtet. Kopfsteinpflaster und parkende Autos machen ihnen das Leben schwer.
Von Heiner Stöcker

Ein Thema bei der Seniorenbürgerversammlung in Hemau: die enge Riedenburger Straße Foto: Stöcker
Ein Thema bei der Seniorenbürgerversammlung in Hemau: die enge Riedenburger Straße Foto: Stöcker

Hemau.Für Bürgermeister Hans Pollinger war die Bürgerversammlung für Senioren im Zehentstadel fast ein Heimspiel. Die Besucher schlagen einen anderen Ton an, als bei manch anderen Bürgerversammlungen. „Unsere älteren Mitbürger fordern nicht – aber sie geben Anregungen.“ Das sorge für ein angenehmes Gesprächsklima.

Anregungen, auf die das Rathaus hört. Die Senioren sind für die Stadtverwaltung und die Politik eine wichtige Zielgruppe. Knapp 1600 der rund 9000 Einwohner der Stadt Hemau sind 65 Jahre und älter – das sind rund 17,8 Prozent.

Keine Rücksicht

Maria Dietz hatte nach Pollingers Impulsreferat zu Stadt, Ortsteilen, Finanzen und Entwicklung einen Punkt: „Die Riedenburger Straße ist für Senioren und Menschen im Rollstuhl ein echtes Problem.“ Die Fahrbahn auf dem Teilstück vom Stadtplatz bis zur Einmündung der Ringgasse ist gepflastert und der Gehweg stellenweise zu eng, sagte die Seniorin. „Wenn dann einer auf dem Randstein auch noch parkt, und man mit dem Rollator auf die Fahrbahn ausweichen muss, ist es ganz aus.“ Die Senioren seien ja nicht schnell unterwegs und die Autofahrer zeigten mitunter keine Rücksicht. Und dann der Untergrund. Die Pflaster-Steine machten das Vorankommen auf der Straße nicht leichter. „Können’s net amal hergehen, und das einfach teeren?“

Ein Interview mit der Seniorenbeauftragten Petra Lutz lesen Sie hier!

Bürgermeister Hans Pollinger tauschte kurz wissende Blicke mit seinen Stadtratskollegen im Publikum aus. Das Thema hatten die gerade in der vorangegangenen Bauausschuss-Sitzung diskutiert. Die Riedenburger Straße ist eng. Kaum, dass an manchen Stellen zwei Autos nebeneinander Platz finden. „Und die Anwesen auf der rechten Seite und die Flächen davor am Gehweg sind teilweise im Privatbesitz – das werden wir nicht verhindern können, dass da immer wieder mal Autos stehen.“ Was nun angedacht sei, sei auf der linken Seite zumindest ein Halteverbot einzurichten.

Was die Fahrbahn angehe, versprach Pollinger die Möglichkeiten mit seinen Stadtratskollegen zu diskutieren und Alternativen zu suchen. „Das war damals, Anfang der 1990er Jahre, als wir das gemacht haben, eine gestalterische Maßnahme.“ Damals sei man mit der Bauentwicklung noch nicht so weit gewesen, wie heute. Denkbar wäre, größere Steinplatten, wie auf dem Stadtplatz, zu verlegen. „Aber Asphalt nicht.“

Gute Nachrichten hatte Bürgermeister Pollinger für die Fußgänger, die beim Tez die Regensburger Straße überqueren wollen: „Bislang ist das mit den Abbiegespuren schwierig. Besonders zu den Einkaufszeiten und im Berufsverkehr.“ An der Kreuzung mit dem Gewerbebogen und dem Gewerbering Ost soll ein kleiner Kreisverkehr entstehen. Laut Bürgermeister nichts großes, nicht bepflanzt, sondern gepflastert und überfahrbar. „Damit auch größere Fahrzeuge dort gut rumkommen.“ An den vier Einmündungen zum Kreisel sind Verkehrsinseln geplant mit Querungshilfen. Der Fußgänger kommt damit erst über die eine Fahrspur, bevor er die zweite in Angriff nimmt. „Das bedeutet eine enorme Aufwertung der Sicherheit in diesem Bereich.“ Die Baumaßnahme soll noch im Herbst beginnen.

Stadtpfarrer Thomas Gleißner hatte eine Anfrage eines Bürgers im Gepäck: Der machte sich Sorgen um den Ausbau der Fahrradwege – insbesondere von den äußeren Ortsteilen nach Hemau. Und in der Stadt verunsichere ihn der Straßenverkehr. „Wir haben einige Fahrradwege in der Planung“, sagte Pollinger. Zum Beispiel die Umgehungsstraße. Die soll bis 2020 durchgängig vom Kreisverkehr bis zur Abfahrt Neukirchen einen Radweg bekommen. Vom Kreisverkehr nach Kollersried gibt es schon einen. Ebenso parallel zur früheren Bundesstraße 8. Heuer wird noch begonnen, mit einem Radweg die Lücke vom Waldfriedhof beziehungsweise Krematorium auf der Dietfurter Straße bis zur Umgehungsstraße Richtung Langenkraith zu erschließen. Weiter soll der Radweg Hemau-Neukirchen bis 2020 um das fehlende Stück zwischen Neukirchen und Grünstaude verlängert werden.

Unter der Umgehung durch

„Schwerpunkt unserer Naherholung ist das Waldbad“, sagte der Bürgermeister. Auf dem Weg dahin seien viele Spaziergänger und Radler unterwegs. Aber um den Weg gut und sicher nutzen zu können, bräuchte die Stadt laut Pollinger eine „qualifizierte Querungshilfe“ für die Umgehungsstraße. „Wie wir das hinbekommen, weiß ich auch noch nicht.“ Denkbar wären eine Brücke oder besser eine Unterführung.

Bürgermeister Pollinger kam bei der Versammlung an. Martin Preuschl ist der VdK-Ortsvorsitzende und vertritt die Interessen vieler Senioren. „Ich glaube an den Stadtrat. Die haben schon viel auf die Beine gestellt“, sagte er im Anschluss. „Und man sieht ja, dass sich jedes Jahr was tut. Trotzdem werden ich und meine Frau Brigitte natürlich nicht aufhören, weiter Anregungen zu geben.“

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