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Altstadtsanierung

Hemauer Stadtbild soll schöner werden

Ziel ist es, ein lebendiges und optisch ansprechendes Zentrum zu entwickeln. Die Gestaltungssatzung soll dies vereinfachen.
Von Dietmar Krenz

Den Bauwerbern und Planern in der Hemauer Innenstadt wird mit der Satzung eine verbindliche Gestaltungshilfe an die Hand gegeben. Die Broschüre wird kostenlos verteilt oder kann im Rathaus abgeholt werden. Foto: Laumer
Den Bauwerbern und Planern in der Hemauer Innenstadt wird mit der Satzung eine verbindliche Gestaltungshilfe an die Hand gegeben. Die Broschüre wird kostenlos verteilt oder kann im Rathaus abgeholt werden. Foto: Laumer

Hemau.Die Stadt Hemau ist stolz auf ihre geschichtliche Vergangenheit und die historische Bausubstanz. Denn die Großgemeinde ist das Ergebnis jahrhundertelanger gewachsener Strukturen. Ein intaktes Zentrum vermittelt den Bewohnern Identität, Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit – einfach ein Gefühl von Heimat. Der Wunsch vieler Bürger, charakteristische Erscheinungsbilder im Innenstadtbereich zu bewahren, ist ausgeprägter als je zuvor. Immer stärker wird das Bemühen, Neues harmonisch mit dem Alten zusammenzufügen.

Dies ist in Hemau ganz besonders nach der Stadtplatzneugestaltung zu erkennen. Immer mehr Eigentümer lassen ihre Hausfronten sanieren, von diesen Aufwertungen profitiert das Zentrum enorm. Pflaster aus hellem Naturstein, die neue Stadtterrasse als kultureller Mittelpunkt und eine Brunnenanlage, die als Ort der Begegnung viele Menschen anzieht. Auch die Geschäftsleute und Hausbesitzer am Tangrintel haben erkannt, dass sie die Gunst der Stunde nutzen und dazu beitragen können, den Stadtplatz weiter mit Leben zu füllen.

Kommune wirkt unterstützend

Stadtplaner Siegi Wild (von links), Corinna Liebl und Bürgermeister Hans Pollinger freuen sich über die neue Gestaltungsfibel. Fotos: Krenz
Stadtplaner Siegi Wild (von links), Corinna Liebl und Bürgermeister Hans Pollinger freuen sich über die neue Gestaltungsfibel. Fotos: Krenz

Eine Hilfestellung dafür ist die neue Gestaltungssatzung, die seit Kurzem vorliegt. Was aber steckt in dieser Broschüre, die in einer Auflage von 1000 Stück erschienen ist und an die Haushalte im Innenstadtbereich kostenlos verteilt wird? „Der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Eigenart des Stadtbildes“, lautet eine der wesentlichen Zielsetzungen der Hemauer Stadtsanierung“, formuliert es Siegi Wild. Zusammen mit Corinna Liebl von der Bauverwaltung hat der Stadtplaner aus Furth im Wald seit rund vier Jahren an der Neufassung des 80-seitigen Werks gearbeitet.

„Der Gesamteindruck unserer Innenstadt ist entscheidend“, bezieht Bürgermeister Hans Pollinger Stellung. Ziel aller Beteiligten müsse es sein, die Attraktivität zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität insgesamt zu steigern. Dies gelte übrigens auch für die angrenzenden Gassen und Wege im Zentrum. „Schon seit Jahren werde in dieser Hinsicht viel von privater Seite gemacht. Dieser Einsatz wird von der Kommune entsprechend unterstützt“, erklärt er. Wer seine Immobilie saniert und dabei für eine städtebauliche Aufwertung sorgt, erhält eine Förderung.

Optisch ansprechend – wie das Hemauer Zentrum – ist die neue Broschüre aufgemacht.
Optisch ansprechend – wie das Hemauer Zentrum – ist die neue Broschüre aufgemacht.

„Da die bisherige Gestaltungssatzung rund 20 Jahre alt ist, war eine Überarbeitung nötig“, sagt Pollinger bei der Vorstellung im Rathaus. Die Neufassung soll mithelfen, Fehlentwicklungen zu stoppen und bereits gemachte Fehler wieder rückgängig zu machen. Außerdem soll die Dokumentation den Blick schärfen, inspirieren und neue Impulse geben.

Dem kann sich Stadtplaner Wild nur anschließen. Er bezeichnet die neue Satzung als Privileg einer selbstbewussten Stadt und lobte das bereits Erreichte. Nur wenige Kommunen würden solch ein Instrument einer baulichen Satzung benützen. Er kenne keine Gemeinde, bei der die Bereitsschaft zur Baugestaltung so ausgeprägt ist, wie in Hemau. „Alte Städte sind Kostbarkeiten, die man ständig pflegen und erhalten muss. Sie sind für viele ein Teil der Bürgeridentität“, stellt Wild heraus.

„Eine selbstbewusste Stadt“

Der Stadtplaner lobt die zielführende und konstruktive Zusammenarbeit mit Corinna Liebl und den beiden Ortsheimatpflegern. Für die Zukunft wünscht er sich, dass die Bürger sich bei einer Veränderungsabsicht möglichst frühzeitig bei der Stadt rühren, damit schon im Vorfeld Hilfe und Unterstützung geleistet werden kann.

Ortsheimatpfleger Ernst Böhm, der zusammen mit Dr. Thomas Feuerer intensiv in den vergangenen zwei Jahren an der Dokumentation mitgearbeitet hat, freut sich über das positive Resultat. „Es war eine offene Zusammenarbeit, jeder konnte sich einbringen.“ Der Bauhofleiter ist sicher, dass die Stadt Hemau in dieser Hinsicht auf einem guten Weg ist. Natürlich gibt es noch städteplanerische Sünden – insgesamt lauf es aber sehr gut.

Wer selbst über eine Sanierung im Hemauer Zentrum oder den sich anschließenden Gassen und Straßen nachdenkt, kann sich eine kostenlose Beratung über die Fördermöglichkeiten im Rathaus holen. Ansprechpartnerin ist Corinna Liebl, Telefonnummer (0 94 91) 94 00 30.

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Die Gestaltungsatzung

  • Inhalt:

    Neben der Einleitung des Bürgermeisters und Architekturdetails eines Hemauer Stadthauses gibt es auch eine Präambel von Städteplaner Siegi Wild.

  • Gliederung:

    Die Satzungstexte mit Kommentaren sind in Paragrafen unterteilt und gehen u.a. vom Geltungsbereich über Fenster und Türen bis hin zu Einfriedungen.

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