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Samstag, 24. Februar 2018 2

Feuerwehr

Hilfe für die Regenstaufer Einsatzkräfte

Rund 1,5 Millionen investiert der Markt in neue Gerätehäuser in Eitlbrunn und Schneitweg. Eigenleistungen helfen beim Sparen.
Von Sabine Norgall

Die Feuerwehren in Regenstauf sind schlagkräftig. Damit die schnelle Hilfe weiterhin klappt, investiert der Markt in seine Feuerwehren. Archivfoto: Bucher

Regenstauf. Die Feuerwehrhäuser in Eitlbrunn, Loch und Schneitweg sind in die Jahre gekommen. Nur Neubauten helfen, um den Sicherheitsanforderungen zu genügen. Die Feuerwehren Eitlbrunn und Loch bauen gemeinsam ein neues Feuerwehrhaus am Ortseingang von Eitlbrunn. Die Feuerwehr Schneitweg baut, da kein anderes Grundstück zur Verfügung steht, an der gleichen Stelle wie bisher.

Sparen war das oberste Gebot bei den Neubauten. Für Eitlbrunn/Loch billigte der Markrat eine Planung, die von Kosten von 1,19 Millionen Euro ausgeht. Von dieser Bausumme gehen Eigenleistungen der Wehren ab. Architekt Peter Hanshans stellte die neue Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen für Eitlbrunn und einen für Loch vor.

Am Ortseingang von Eitlbrunn konnte Bürgermeister Siegfried Böhringer ein Grundstück erwerben, auf dem jetzt das neue Feuerwehrhaus gebaut wird. Foto: Norgall

Die Halle wird als einfache Holzkonstruktion errichtet. Im angrenzenden Sozialgebäude sind die Umkleidebereiche für Frauen und Männer nur durch eine einfache Trennwand abgegrenzt. In den Kosten enthalten sind Außenanlagen, Parkplätze und eine Alarmausfahrt, damit sich ankommende Aktive und ausrückende Fahrzeuge nicht gegenseitig behindern.

Nicht nur da, wenn es brennt

CSU-Fraktionssprecher Bruno Schleinkofer stießen vor allem die Baunebenkosten von 204 000 Euro, in denen vor allem die Planungskosten enthalten sind, sauer auf. Er regte an, über eine Basisplanung für alle FFW-Häuser in Bayern nachzudenken. Bürgermeister Siegfried Böhringer sicherte zu, darüber mit dem Kreisbrandinspektor zu sprechen. Die Wehren selbst lobte Schleinkofer ausdrücklich. „Sie sind nicht nur da, wenn es brennt, sie halten auch die Gemeinschaft am Ort aufrecht.“ SPD-Fraktionssprecher Fred Wiegand würdigte die Bereitschaft der Wehren, sich am Bau zu beteiligen.

Problem bei Musterplanung

Christian Kotschate, stellvertretender Leiter des Bauamts, hielt eine Musterplanung für Feuerwehrhäuser im Gespräch mit unserem Medienhaus für schwierig. Jedes Grundstück, sagte er, brauche einen anderen Plan. Für ein Feuerwehrhaus auf der grünen Wiese könne ein Musterplan funktionieren, beim Feuerwehrhaus Schneitweg, das zentimetergenau eingepasst werden müsse, sei es unmöglich. Welche Feinarbeit das neue Feuerwerhaus am alten Platz in Schneitweg ist, verdeutlichte Planer Martin Kowalli. Nach Abbruch des Feuerwehrhauses und einer benachbarten Scheune wird dort ein neues Gebäude von 10,5 auf 10,7 Meter entstehen. Bei der Planung wurde, was Abstands- oder Aufstellflächen angeht, jede mögliche Befreiung ausgenutzt.

Reif zum Abbruch: Das alte Feuerwehrhaus in Schneitweg Foto: Norgall

Im Obergeschoss bekommt das neue Haus einen Aufenthaltsraum. Dieser kann, nachdem es am Ort kein Wirtshaus mehr gibt, auch für Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft genutzt werden. Auf rund 444 000 Euro belaufen sich die Kosten für das neue Feuerwehrhaus. Der Markt Regenstauf stellt davon 300 000 Euro zur Verfügung. Die Abbrucharbeiten, das Erstellen der Außenanlagen und den Ausbau des Dachgeschosses soll die Feuerwehr selbst übernehmen. Fritz Dechant( CSU) stimmte gegen die Planung für Schneitweg. An diese Stelle, völlig eingezwängt, gehöre kein Feuerwehrhaus. Dagegen waren auch Kurt Feistenauer (SPD) und Werner Nichtewitz (SPD).

Stefan Karl, Vorsitzender der Feuerwehr Loch, bewertet im Gespräch mit unserm Medienhaus das Thema Eigenleistungen als „schwierig“. Jeder sei berufstätig. Er fragt: „Bei einem Volumen von insgesamt 1,1 Millionen Euro, was spart es da, wenn wir streichen?“ Karl kündigte jedoch an: „Wir werden uns mit den Eitlbrunnern zusammensetzen und einen Schlachtplan entwerfen.“ Bei 111 Mitgliedern und rund 20 Aktiven, rechnet er zum Arbeiten mit einem „harten Kern“ von etwa zehn Feuerwehrmitgliedern.

Kommentar

Respekt, wer’s selber macht

Respekt, wer‘s selber macht, so lautet der Slogan einer Heimwerkerkette. Der Respekt aller Regenstaufer Bürger gebührt ganz sicher den Mitgliedern der...

In Eitlbrunn findet die Hauptversammlung erst am kommenden Dienstag statt. Da will Vorsitzender Josef Hackl mit den Mitgliedern unter anderem über das Thema Eigenleistungen sprechen. Anschließend soll geklärt werden, inwieweit ortsansässige Firmen, deren Inhaber teilweise Mitglieder der Feuerwehr sind, bereit sind, den Neubau zu unterstützen. Hackl ist zuversichtlich: „Ich denke, dass viele mitziehen.“ Auch den Übungsplatz habe man bereits als Eigenleistung erstellt, „aber ein so großes Projekt hatten wir noch nicht.“ Es gebe innerhalb der Wehr viele handwerklich Begabte. Hackl: „Schließlich kann man sich daheim auch helfen. So pflatschert sind wir nicht.“

Christian Fuchs, Vorsitzender der Feuerwehr Schneitweg, mit dem Modell des neuen Feuerwehrhauses. Foto: Norgall

In Schneitweg sieht Vorsitzender Christian Fuchs die Obergrenze von 300 000 Euro, die der Markt für den Neubau des zahlen will, kritisch und meint zu den Eigenleistungen Abriss, Außenanlagen und Ausbau des Obergeschosses: „Sie haben uns das draufdiskutiert.“ 87 Mitglieder hat die FFW Schneitweg aktuell, davon 32 Aktive. Die Arbeiten, meint Fuchs, würden wohl an etwa 20 „hängenbleiben“. Mit Holz könne fast jeder umgehen, außerdem engagieren sich ein Spangler, ein Elektriker und ein Betonbauer.

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