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Josef Gietl ist der Macher des TSV

Der Bernhardswalder organisiert und werkelt unermüdlich für seinen Verein. Sein Meisterwerk ist das neue Sportheim.
Von Ralf Strasser

Josef Gietl (rechts) auf seiner Lieblingsbaustelle, dem TSV-Sportheim. Der 63-Jährige bezeichnet sich selbst als „Mädchen für alles“. Foto: Ralf Strasser

Bernhardswald.Josef Gietl ist beschäftigt, ist tief drin im Dickicht seines Terminkalenders. „Am besten wir treffen uns auf der Baustelle“, sagt er am Telefon. Und wo wäre das genau? Die Frage ist müßig, denn „Mister Sportheim“ trifft man natürlich im neuen Domizil des TSV Bernhardswald. Gefühlte 48 Stunden am Tag verbringt er auf dem Gelände, kümmert sich, arbeitet mit, organisiert, schafft Realitäten. Er ist der Mann im Hintergrund und doch ständig präsent.

Geboren ist Josef Gietl 1954 in Frauenzell und ist der Liebe wegen nach Bernhardswald gezogen. Fußball hat er gespielt, erzählt er, in der 1. Mannschaft, „irgendwas im Mittelfeld“. Als er damals gefragt wird, ob er sich im Verein engagieren will, sagt er ja. Er packt gerne an, will was bewegen.

Das war vor Jahren, seitdem ist er „mittendrin“ im Verein. Von der Rasenpflege über die Errichtung sanitärer Anlagen, es gibt nichts, was er nicht macht. Dabei hat Gietl das Handwerk nicht als Beruf gewählt. Gelernt hat er Großhandelskaufmann und ist über Umwege beim Vermessungsamt gelandet. „Bitte nicht schreiben, dass ich Beamter bin“, lacht er, „da hat man schnell ein schlechtes Image weg“. Ums Image braucht sich Gietl weiß Gott nicht zu kümmern, denn das Handwerk liegt ihm im Blut. Mauern, pflastern, Holzarbeiten, Baumpflege oder Ordnung schaffen, es gibt nahezu nichts, was er nicht kann. „Learning by doing“ nennt er seine geschickten Hände. „Lernen kann man alles, man muss es nur wollen.“

Das umfasst auch seine Tätigkeit als Kassierer, seit 13 Jahren ist er der Herr über die Finanzen, geht Monat für Monat mit viel Geld um, „auch wenn es bei einem so großen Verein wie dem TSV nicht mehr ohne Steuerberater geht“. Sein größtes Pfund im Kümmern als „Mädchen für alles“, wie er sich ganz ohne Starallüren nennt, ist sein Netzwerk. Den Spruch „mit dem Reden kommen die Leut’ zusammen“ hat er längst verinnerlicht. „Als ich meinen Zahnarzt Dr. Martin Müller Mitte der 90er Jahre um Unterstützung gebeten habe, hat dieser spontan das Holz für den Dachstuhl der Inlinehütte spendiert.“

Gietls größte Herausforderung beim TSV ist sicher der Bau des neuen Sportheims. Insgesamt wurden sechs Jahre Zeit in das Projekt investiert, über 5000 ehrenamtliche Stunden geleistet. Immer dabei: Josef Gietl. Als Ansprechpartner, Koordinator und auch Arbeiter. Zusammen mit dem Vorsitzenden des TSV, Alfons Ebneth, bildet er ein kongeniales Team. Ebneth sorgt für die finanziellen Mittel und Gietl sorgt dafür, dass die Arbeiten reibungslos verlaufen.

Mittlerweile ist das Sportheim zum Schmuckstück geworden. „Der Brand vor einigen Monaten hat uns aber zurückgeworfen“, sagt er, während er die Arbeiter bei den Pflasterarbeiten überwacht und mitunter selber zur Schaufel greift. Seine Auszeichnungen seien ihm nicht wichtig, meint er, „Hauptsache es läuft.“ Auch bei den Jugendlichen des im Sportheim integrierten Jugendtreffs hat er Pluspunkte: „Er hat uns immer angehalten und motiviert und er ist im wahrsten Sinne unser Vorarbeiter.“ All das lächelt Gietl mit seiner gewohnt guten Laune weg.

Zur Person

  • Verein:

    Josef Gietl engagiert sich seit 1980 im TSV Bernhardswald. Von der Rasenpflege über die Errichtung sanitärer Anlagen bis hin zur Kassierertätigkeit hat er den Verein maßgeblich unterstützt.

  • Auszeichnungen:

    Er erhielt 2013 das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten. 2015 wurde Josef Gietl als Mitarbeiter des Jahres eine Anerkennung vom Vorstand für seine Tätigkeit als Kassierer, Platzwart, Bauleiter und Vorarbeiter am Neubau überreicht.

Ein beschäftigter Mann braucht einen starken Partner. Das kann Gietl unterschreiben. „Ohne das Verständnis meiner Frau könnte ich das gar nicht machen“, sagt er mit einem Ausrufezeichen. Für ein ausgiebiges Familienleben oder gar Hobbys bleibt da wenig Zeit. Und Josef Gietl hat noch Pläne, die er zeitlich eingrenzt. „Zwei Jahre werde ich wohl noch in der Vorstandschaft mitwirken. Doch dann möchte ich mich gerne auf die Terrasse unseres Sportheimes setzen und ganz in Ruhe eine Halbe Bier trinken.“

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