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Mittwoch, 26. September 2018 18° 1

Partnerschaft

Junge Afrikaner tanzten in Laaber

Die Grundschule Laaber unterstützt ein Musikprojekt in Masaka. Jetzt kamen die Ugander ins Labertal.
Von Peter Pavlas

24 Kinder und Jugendliche aus Uganda sangen und tanzten für die deutschen Schüler Foto: Peter Pavlas
24 Kinder und Jugendliche aus Uganda sangen und tanzten für die deutschen Schüler Foto: Peter Pavlas

Laaber.„Himbisa Mukama“ hieß es in der vollbesetzten Turnhalle der Grundschule. Afrikanische Klanglandschaften breiteten sich aus zwischen Sprossenwänden und Mattenlager. „Seit drei Jahren ist unsere Schule verbunden mit einem Musikprojekt in Uganda“, erklärt Schulleiterin Karin Alkofer.

Joseph Wasswa hatte den Schülern einen Trommelworkshop angeboten, und seit dieser Zeit sammeln die Kinder für das Projekt. Im Unterricht werde das Thema quer durch alle Klassen immer wieder angesprochen, erzählt die Schulleiterin. „Anders als Du“ singen alle Zuhörer eingangs, um die Gäste zu begrüßen und um deutlich zu machen, dass Verschiedenheit nichts Trennendes zu sein braucht.

Lang anhaltender Applaus

Die Percussiongruppe brachte hypnotisierende Rhythmen in die Halle Foto: Peter Pavlas
Die Percussiongruppe brachte hypnotisierende Rhythmen in die Halle Foto: Peter Pavlas

Karin Alkofer begrüßt die 24 Tänzer und die Trommelgruppe mit: „Welcome, we’re so proud to have you here.“ Der Besuch der Gäste passe aufgrund der intensiven Kontakte einfach zur Laaberer Schule. Endlich könne man junge Menschen aus Uganda persönlich kennen lernen. Nach einem afrikanischen Lied gibt es lang anhaltenden Applaus der deutschen Schüler. Steffi Heelein, die die Verbindung hergestellt hatte, freut sich im Namen der Gäste über den herzlichen Empfang: „Ihr seid eine tolle Schule!“ Glücklich könnten sich alle preisen, die rund um Laaber Musikunterricht genießen könnten oder ein Instrument ihrer Wahl erlernen. In Uganda sei dies anders. Die bisher einzige Musikschule des Landes befinde sich in der Hauptstadt Kampala.

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Joseph Wasswa habe sich zum Ziel gesetzt, eine weitere Musikschule in Masaka in der Nähe des Viktoriasees aufzubauen. An der Freude der jungen afrikanischen Kinder und Jugendlichen beim Tanzen könne sie sich einfach nicht satt sehen, erzählt Heelein. Die Musikerin habe sich bereits in Uganda ein Bild davon machen können, wie die Aufbauarbeit in der neuen Schule in Masaka vorangehe.

Und dann drehen die jungen Ugander gehörig auf. Die Percussion-Gruppe zieht allmählich das Tempo an, bis ihr Rhythmus geradezu hypnotisierend wird und der Tanz immer wirbelnder. Die Lust an der Bewegung steckt auch einige Erwachsene auf den Stehplätzen zu Tanzschrittchen an. Eine kleine blonde Pferdeschwanzträgerin ist von den ungewohnten Klängen ein wenig überfordert: „Ich hör‘ fast nix mehr“, vertraut sie dem Reporter an. Aber statt der ausgefallenen Rechenstunde sei es allemal besser, die Tänze zu erleben.

Sehen Sie hier ein Video von einem Auftritt der Gruppe in Regensburg:

Auch in Regensburg traten die Tänzer schon auf. Video: Daniel Steffen

Fast alle Gäste aus Uganda, wo auch AIDS wütet und Familien zerreißt, sind Waisen, manchmal von ihren Angehörigen verstoßen und damit oft zum Leben auf der Straße verdammt. Unterstützung erlaube ihnen ein menschenwürdigeres Leben, erklärt Nakato Nornh, die Leiterin der Gruppe. Spenden dafür kämen zusammen unter anderem durch die Auftritte der Kindertanzgruppe in Laaber, Regensburg, Münster, Fildern und beim Weltkinderfestival in Lingen. Woher denn das Geld für die Flugtickets gekommen sei, wollte ein Schüler wissen. „Joseph Wasswa hat dafür Sponsoren gefunden“, erklärt Nakato Nornh.

Interkulturelle Erfahrung

Für die Laaberer Schüler ist die Fragerunde eine willkommene Gelegenheit, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Ob die Tänzer denn in Häusern lebten? Da müssen schon einige schmunzeln. „Klar, nicht in Zelten!“, lautet die Antwort. Und auch für typisch ugandische Getränke interessieren sich die Gastgeber aus Laaber. Die könne man aus zerquetschten Bananen herstellen, und frisch gepresster Ananassaft schmecke auch sehr gut.

Wie lange es dauert, die Tänze einzustudieren, und vor allem, woraus sind die exotisch erscheinenden Instrumente hergestellt, wollten weitere Schüler wissen. Die treibenden Basstöne kommen aus Holz und Kuhfell, die Rassel ist ein getrockneter Kürbis, in dem dessen Samen hin- und hergeschüttelt werden.

„Im Rahmen des Schulpastoral haben unsere Kinder für Masaka Schulranzen und Kleidungsstücke gesammelt“, erklärt Religionslehrerin Martina Holzapfel den bunten Berg im Eck der Turnhalle.

Projekt „Himbisa Mukama“

  • Die Musikstücke:

    Die aufgeführten Werke vorwiegend afrikanischer Herkunft bestechen durch belebende Rhythmen und einzigartige Klangfarben. Die Erlöse der Benefizkonzerte kommen der „International School of Music, Languages and Studio Production (IMLS)“ zu Gute.

  • Nächste Auftritte:

    Am 7. und 8. Juli treten die Sänger und Tänzer im Regensburger Audimax auf. Näheres unter www.fmk-uganda.de

  • IMLS:

    Mit den „Himbisa Mukama“ („Preiset den Herrn“)-Konzerten sollen Projekte in Uganda umgesetzt werden, darunter die Errichtung der Musikschule. Diese benötigt aktuell dringend ein eigenes Gebäude für die vielen Schüler. Sie erhalten dort musikalische und sprachliche Förderung. Austausch- und Praktika-Programme fördern die internationale Völkerverständigung. Die Projektleitung hat Joseph Wasswa.

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